„kulturMontag“ am 8. Oktober: „Der Trafikant“ im Kino, Georgien auf Frankfurter Buchmesse, Protestkultur 2018

Außerdem: neue Ausgabe „lesArt“ und Doku über Florjan Lipuš

Wien (OTS) - Der „kulturMontag“ am 8. Oktober 2018 um 23.00 Uhr in ORF 2 präsentiert sich vorwiegend literarisch: So gibt die von Martin Traxl moderierte Sendung u. a. einen Ausblick auf Nikolaus Leytners Verfilmung des Bestsellerromans „Der Trafikant“ von Robert Seethaler, der in Kürze in die heimischen Kinos kommt. Weiters geht es um die bevorstehende Frankfurter Buchmesse sowie das diesjährige Gastland Georgien, dessen literarische Szene näher beleuchtet wird. Außerdem befasst sich das Magazin mit dem Thema politische Protestkultur. Anschließend steht eine neue Ausgabe des Literaturmagazins „lesArt“ (23.55 Uhr) auf dem Programm: Christian Ankowitsch begrüßt diesmal Krimi-Bestsellerautor Bernhard Aichner und die deutsche Schriftstellerin Alexa Hennig von Lange. Danach zeigt ORF 2 die Dokumentation „Vom Glück des Schreibens: Florjan Lipuš im Porträt“ (0.30 Uhr) über den österreichischen Schriftsteller, der heuer mit dem Großen Österreichischen Staatspreis für sein Werk geehrt wird.

Literatur auf der Leinwand: Seethaler-Bestseller „Der Trafikant“ kommt ins Kino

Mit seinem berührenden Roman rund um die ungewöhnliche Freundschaft eines jungen Mannes mit dem Vater der Psychoanalyse Sigmund Freud in einer Zeit dramatischer politischer Umbrüche hat der österreichische Autor Robert Seethaler 2012 einen Bestseller veröffentlicht. Regisseur Nikolaus Leytner hat das Werk in prominenter Besetzung verfilmt. In den Hauptrollen der vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierten Produktion, die am 12. Oktober in die heimischen Kinos kommt, sind Simon Morzé als Franz Huchel und Bruno Ganz in der Rolle von Sigmund Freud zu sehen. Ebenfalls mit dabei sind Burgtheater-Größen wie Johannes Krisch und Regina Fritsch, der Autor selbst hat in der Verfilmung einen Cameo-Auftritt. Der „kulturMontag“ gibt einen Ausblick.

Kleines Land, ganz groß: Georgien als Gastland auf der Frankfurter Buchmesse

Georgien, ein Staat an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien, zwischen Fortschritt und der ewigen Macht der Kirche, beeindruckt nicht nur landschaftlich, sondern auch kulturell. Mit seiner weltweit einzigartigen Sprache, die bis ins dritte Jahrhundert nach Christus zurückverfolgt werden kann, hat das Land, das ewiger Spielball der Großmächte von den Persern über die Mongolen bis zu den Russen war, seine Identität bewahrt. Die ehemalige Sowjetrepublik hat seit ihrer Unabhängigkeit 1991 große Unsicherheiten erlebt, ist nach Bürgerkrieg und Anarchie aber zu einem politisch stabilen Land gereift. Eine Demokratie, doch nicht alles läuft rund. Bis heute ist die Umbruchszeit mit all ihren Hoffnungen und Enttäuschungen das große Thema der georgischen Literatur. Der „kulturMontag“ porträtiert die literarische Szene Georgiens, das sich heuer als Gastland auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert.

Protest und politische Kultur – dazu im Studio: Tina Leisch und Hans Rauscher

Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler engagieren sich im Rahmen der „Donnerstagsdemo“ am Ballhausplatz. Elfriede Jelineks via Internet vorab verbreiteter Text „Oh, du mein Österreich, da bist du ja wieder!“ gilt als symptomatisch für die Protestkultur anno 2018. Sind Protestzüge heute ein Anachronismus, wird mit „not my government“ bedruckten T-Shirts noch Furore gemacht – oder formuliert sich das Bedürfnis, gegen den politischen Mainstream Stellung zu beziehen, nicht viel eher im virtuellen Raum? Der „kulturMontag“ beleuchtet das Thema, Martin Traxl diskutiert dazu mit Regisseurin und Aktivistin Tina Leisch sowie mit Journalist Hans Rauscher im Studio.

Neue Ausgabe „lesArt: Mit Bernhard Aichner und Alexa Hennig von Lange“ (23.55 Uhr)

Kurz vor der Frankfurter Buchmesse bei Christian Ankowitsch zu Gast sind Alexa Hennig von Lange und Bernhard Aichner. Gemeinsam ist den beiden Autoren u. a., dass sie der Meinung sind: Leichtigkeit im Leben wie in der Literatur ist ohne die Erfahrung von Schmerz, ohne die Einsichtnahme in Abgründe nicht zu haben. Aichner hat als junger Germanistik-Student eine Seminararbeit über Hennig von Langes Debüt „Relax“ geschrieben, mit dem ihr gleich der Durchbruch gelungen ist:
Sie wurde als „Popliteratin“ gefeiert. Das Buch war für Aichner auch ein wichtiger Antriebsmotor für das eigene Schreiben. Im Gegensatz zu Hennig von Lange sollte es bei Aichner mehrere Bücher brauchen, bis er sich mit seinem Schreiben durchgesetzt hat: Heute zählt der in Innsbruck lebende Autor zu den Exportschlagern der österreichischen Buchbranche.
Bei Christian Ankowitsch sprechen die beiden Schriftsteller auch über ihre jüngsten Romane – Aichners „Bösland“ und Hennig von Langes „Kampfsterne“ –, die ebenfalls eine spannende Gemeinsamkeit haben. Darüber hinaus präsentiert „lesArt“ eine weitere Folge der Reihe „Kleinverlage im Porträt“ – diesmal mit dem in Wien ansässigen Braumüller-Verlag, der in diesem Jahr sein 235-Jahr-Jubiläum feiert.

Dokumentation „Vom Glück des Schreibens: Florjan Lipuš im Porträt“ (0.30 Uhr)

Der österreichische Schriftsteller Florjan Lipuš ist ein zarter, vorsichtiger und doch entschiedener Mann, den die Traumata seiner jungen Jahre zum Schreiben gedrängt haben. 1937 in Lobnig/Lobnik in Kärnten geboren, erlebt er als Sechsjähriger die Deportation seiner Mutter während der NS-Zeit. Dieses Ereignis und die Ermordung der Mutter sind auch Dreh- und Angelpunkte des literarischen Schaffens von Florjan Lipuš. Seit Jahrzehnten schreibt der Kärntner Slowene in seiner slowenischen Muttersprache, was für ihn von Beginn an auch einen politischen Akt, ein Zeichen des Widerstands, des Aufbegehrens und Aufbewahrens darstellt. Mit seinem herausragenden Werk ist Lipuš eine bahnbrechende Gründerfigur der neueren slowenischen Literatur in Kärnten. Mit der Übersetzung seines Romans „Zögling Tjaž“ durch Peter Handke und Helga Mračnikar ins Deutsche Anfang der 1980er Jahre gelang ihm der Durchbruch. Dennoch ist er im deutschen Sprachraum nach wie vor ein großer Unbekannter, und das obwohl sein Oeuvre von europäischem Rang ist. Für sein Werk wird Florjan Lipuš im Jahr 2018 mit dem Großen Österreichischen Staatspreis geehrt. Anlässlich seines 80. Geburtstags im Mai 2017 gestaltete die Leiterin des Literaturressorts der ORF-TV-Kultur Katja Gasser eine filmische Hommage an einen leidenschaftlichen Einzelgänger. ORF 2 zeigt nun die für ORF/3sat produzierte Langfassung des Films.

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