Oö. Volksblatt: "Beurteilung" (von Herbert SCHICHO)

Ausgabe vom 2 Oktober 2018

Linz (OTS) - Die Leistung eines ganzen Jahres in einer einzigen Zahl zu beschreiben, führt notgedrungener Weise zu einer Verkürzung. Aber genau so eine Verkürzung ist es auch, ein Paket einzig auf die Frage zu reduzieren, ab wann im Zeugnis Ziffern stehen müssen. Noch dazu, wo nun vorgeschrieben wird, dass die Lehrer in der Volksschule auf „allen“ Kanälen ihre Beurteilung kundtun müssen – also nicht nur per Ziffer, sondern auch durch eine verbale Beurteilung und in einem Gespräch. Trotzdem sieht die Rot-Grün-Pinke Opposition eine „Rückkehr in die Nachkriegszeit“ und warnt vor Stigmatisierung, Demotivation und Schulangst. Aber wer Noten verteufelt und grundsätzlich als Strafe abqualifiziert, leistet unserer Jugend einen Bärendienst. Denn irgendwann müssen die Schüler sich einer Beurteilung stellen. Außerdem hat dieses Paket nicht den Anspruch einer Bildungsreform, sondern muss zum Teil sanieren, was in vorangegangen Reformen verpfuscht wurde – so wurde das Beurteilungssystem der Neuen Mittelschule (NMS) nur von Experten verstanden, für Schüler und Eltern blieb es ein Buch mit sieben Siegeln. Ja, endlich werden die Kinderkrankheiten der NMS therapiert. Übrigens auch das VOLKSBLATT hat vor kurzem das „Neue“ abgelegt — und wirkt nun laut vielen Lesern moderner.

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