Gemeinnützige Stiftungen in Österreich weiter im Aufwind

Fundraising Verband Austria zieht anlässlich des Europäischen Tags der Stiftungen am 1. Oktober Bilanz über den gemeinnützigen Stiftungssektor

Internationale Stiftungen spielen eine besondere Rolle im Gemeinnützigkeitssektor
Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verbands Austria – Dachverband Österreichs Spendenorganisationen
In den letzten Jahren flossen rund 40 Millionen US-Dollar allein von US-Stiftungen nach Österreich – für Wissenschaft und Soziales sowie für religiöse Zwecke.
Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verbands Austria – Dachverband Österreichs Spendenorganisationen

Wien (OTS) - Nach Inkrafttreten des neuen, gemeinnützigen Stiftungsrechts 2016 wurden in Österreich zahlreiche gemeinnützige Stiftungen neu gegründet. Dieser positive Trend hält bis heute an. Das moderne und international anerkannte Bundesstiftungsrecht zeigt Wirkung. Dies belegt auch die Tatsache, dass bereits Privatstiftungen durch die besseren rechtlichen Rahmenbedingungen in gemeinnützige Bundesstiftungen umgewandelt wurden. Die positiven Auswirkungen des wachsenden Engagements im Stiftungssektor liegen auf der Hand: Europaweit fördern etwa 140.000 Stiftungen das Gemeinwohl mit jährlich rund 60 Mrd. Euro. Im internationalen Vergleich hat Österreich jedoch noch Aufholbedarf. Großes Potential sieht der Fundraising Verband Austria in der notwendigen Umsetzung weiterer Entbürokratisierungsmaßnahmen im Stiftungsrecht.

Gemeinnützige Stiftungen leisten auch in Österreich einen wachsenden Beitrag für das Gemeinwohl. Nicht nur als Träger und Finanzier gemeinnütziger Projekte spielen sie eine zentrale Rolle, sie sichern auch tausende Arbeitsplätze hierzulande. Neben einer steigenden Zahl an Neugründungen gemeinnütziger Stiftungen in den vergangenen Jahren, lassen sich auch zunehmend Fundraising-Aktivitäten im Stiftungssektor bei österreichischen Organisationen beobachten. Vor allem Institutionen aus Bildung, Wissenschaft und Forschung, aber auch aus den Bereichen Kultur, Sport und Soziales sind hierzulande besonders erfolgreich in der Zusammenarbeit mit Stiftungen. So haben etwa die TU-Wien, die Uni Innsbruck oder das Institute of Science and Technology IST in Klosterneuburg gestiftet. Die Budapester CEU Central European University hat die European Academic gemeinnützige Privatstiftung in Wien errichtet.

Auch die Zahl der von österreichischen NPOs ins Leben gerufenen Stiftungen ist gewachsen: Neben Caritas, Österreichisches Rotes Kreuz, Kindernothilfe, Jugend eine Welt und Villacher Tierschutzverein ließ auch das Hilfswerk der Kapuziner jüngst eine eigene Stiftung eintragen.

Bei den Salzburger Festspielen wurde erst kürzlich bekannt, dass erstmals eine Stiftung deren Hauptsponsor wird. Die 1976 gegründete Kühne-Stiftung ist in der Schweiz beheimatet und ist ab 2019 wichtigster privater Geldgeber der Festspiele. Mit einem jährlichen Fördervolumen von 20 bis 30 Millionen Schweizer Franken unterstützt sie zahlreiche Kulturinstitutionen, wie zum Beispiel die Elbphilharmonie oder das Opernhaus Zürich.

Internationale Stiftungen spielen eine besondere Rolle im Gemeinnützigkeitssektor, weiß Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verbands Austria – Dachverband Österreichs Spendenorganisationen. Neben Deutschen, Schweizer und Liechtensteinischen Stiftungen unterstützen auch US-Amerikanische Stiftungen Projekte und Organisationen in Österreich In den letzten Jahren flossen rund 40 Millionen US-Dollar allein von US-Stiftungen nach Österreich – für Wissenschaft und Soziales sowie für religiöse Zwecke.

Aufholbedarf Österreichs im internationalen Vergleich:

Mit dem neuen, gemeinnützigen Stiftungsrecht wurden in Österreich steuerliche Verbesserungen für den gemeinnützigen Stiftungssektor und ein insgesamt schlankes neues Stiftungsrecht 2016 auf Schiene gebracht. Der Stiftungsstandort Österreich wurde dadurch stark belebt. Dass das neue Bundesstiftungsgesetz attraktiv gestaltet ist, zeigen erste Umwandlungen von gemeinnützigen Privatstiftungen in Bundesstiftungen. CAPE10 hat mit dem „Haus der Zukunft und sozialen Innovation“ in Wien jüngst diesen Schritt getan. Trotz der positiven Entwicklungen, offenbart der Blick auf die Nachbarstaaten Österreichs Aufholbedarf: Im Verhältnis zur Einwohnerzahl gibt es in Deutschland immer noch dreimal so viele Stiftungen und in der Schweiz zwanzigmal so viele. In Liechtenstein gibt es mit rund 1.300 Stiftungen fast doppelt so viele wie in Österreich. (Quelle: Bundesverband Deutscher Stiftungen).

„Um den Stiftungsstandort Österreich weiter auszubauen, sind weitere Maßnahmen zur Entbürokratisierung des Stiftungsrechts dringend erforderlich. Die Bundesregierung ist gefordert, jetzt entsprechende Schritte zu setzen.“, so Lutschinger. Neben weiteren administrativen Erleichterungen für gemeinnützige Bundesstiftungen sollte auch die Absetzbarkeit von Stiftungszuwendungen von derzeit max. 500.000 Euro auf das deutsche Niveau von 1. Mio. Euro angehoben werden. Nur so kann sich der Philanthropie-Standort Österreich zukünftig behaupten.

Europäischer Tag der Stiftungen – 1. Oktober 2018:

DAFNE – der Dachverband von 25 Stiftungsverbänden und rund 7500 gemeinnützigen Stiftungen ruft am 1. Oktober traditionell zum „Tag der Stiftungen“ auf. Europaweit stellen Stiftungen ihre Leistungen vor und werben für ihr Anliegen. Weitere Infos unter https://dafne-online.eu

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Andreas Anker, Presse Fundraising Verband Austria, T: 0676/421 47 06, E: presse@fundraising.at

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