Anderl fordert Offensive für Fachkräfteausbildung

Ausweitung des Arbeitskräfteangebots ist „arbeitsmarktpolitischer Unfug“

Wien (OTS) - Noch entwickelt sich der Arbeitsmarkt gut. Aber es mehren sich die Hinweise, dass es bereits ab 2019 weniger zusätzliche Beschäftigung und ein deutlich geringeres Sinken der Arbeitslosigkeit geben wird. Trotz all der guten Entwicklung gibt es aber noch immer deutlich mehr Arbeitssuchende als vor der Wirtschaftskrise. Den Grund dafür sieht AK Präsidentin Renate Anderl auch darin, „dass von den Unternehmen nach wie vor rund zwei Drittel der zusätzlich geschaffenen Arbeitsplätze mit ArbeitnehmerInnen aus dem Ausland besetzt werden.“ Für Anderl geht es darum, den Bedarf nach gut ausgebildeten ArbeitnehmerInnen vorrangig durch Menschen abzudecken, die bereits in Österreich leben und Arbeit brauchen. Anderl fordert dafür eine Offensive zur Ausbildung von Fachkräften in Österreich. Eine Ausweitung des Arbeitskräfteangebotes durch Drittstaatsangehörige oder eine Rot-Weiß-Rot-Karte für Lehrlinge sind für Anderl „arbeitsmarktpolitischer Unfug“.

Von den aktuell beim Arbeitsmarktservice (AMS) vorgemerkten rd 345.000 Arbeitslosen haben mehr als 40 Prozent nur Pflichtschulabschluss. „Das zeigt den enormen Qualifizierungsbedarf. Diese Menschen haben jedenfalls eine zweite Chance verdient“, fordert Anderl eine Offensive zur Ausbildung von Fachkräften in Österreich, die aus drei Schwerpunkten besteht:

+ Eine Ausbildungsgarantie für unter 25-Jährige, um einen Lehrabschluss zu ermöglichen.
+ Die Weiterführung und stabile Finanzierung des Fachkräftestipendiums als zweite Ausbildungschance für Beschäftigte und Arbeitssuchende im Haupterwerbsalter. Mittelfristig soll ein Qualifizierungsgeld mit Rechtsanspruch eingeführt werden.
+ Die im Integrationsjahrgesetz vorgesehenen Maßnahmen wie Sprachkurse oder berufliche Ausbildungen für Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte sollen - ausreichend budgetiert – fortgesetzt werden.

Dafür müssen dem AMS-Budget ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt werden. Mit einem sinkenden Förderbudget pro Arbeitssuchenden – wie vorgesehen - wird das kaum möglich sein, sagt Anderl. Das für 2018 vorgesehene Förderbudget pro Arbeitssuchenden in Höhe von 3.680 Euro wird nächstes Jahr auf rund 3.350 Euro reduziert.

Plänen der Regierung, das Arbeitskräfteangebot durch Drittstaatsangehörige oder durch eine Rot-Weiß-Rot-Karte für Lehrlinge noch weiter anzuheben, erteilt die AK Präsidentin mit Verweis auf Deutschland eine Absage. „Dort hat man damit schlechte Erfahrungen gemacht, daraus sollten wir lernen“, fordert Anderl.

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