Aktionstag Gesundheit OÖ 2018: Im Zeichen von Prävention und Früherkennung

Am 26. September 2018 fand der mittlerweile 8. Aktionstag Gesundheit OÖ mit rund 30 Ausstellern statt, bei dem umfassend über verschiedene Gesundheitsthemen informiert wurde

Linz (OTS) - Chronische Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs standen beim Aktionstag Gesundheit OÖ am 26. September genauso im Mittelpunkt wie die Themen Niere, Rheuma oder Impfschutz. Über 800 Besucherinnen und Besucher – unter ihnen auch Schülerinnen- und Schülergruppen – konnten sich bei freiem Eintritt über Prävention, Früherkennung, Therapie und therapiebegleitende Maßnahmen zu verschiedenen Krankheiten informieren. Dazu gab es die Möglichkeit vieler kostenloser Gesundheitschecks in der Messstraße, sowie informativer Vorträge von prominenten Vertreterinnen und Vertretern der Landespolitik und des Gesundheitswesens. Der Aktionstag Gesundheit OÖ ist eine gemeinsame Aktion der Apothekerkammer Oberösterreich und des ORF Landesstudios Oberösterreich in Zusammenarbeit mit dem Verein AM Plus, dem Land Oberösterreich und der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse. 

Der 8. Aktionstag wurde vom oberösterreichischen Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer und dem Landesdirektor des ORF Oberösterreich Mag. Kurt Rammerstorfer eröffnet.  „Gesundheitsthemen haben im ORF-Landesstudio Oberösterreich einen hohen Stellenwert. Als Landesstudio Oberösterreich freuen wir uns besonders, dass wir bereits seit Jahren mit unseren Partnern diese wichtige Aktion für die Gesundheit der oberösterreichischen Bevölkerung erfolgreich organisieren können“, so Rammerstorfer.

„Die Menschen in Oberösterreich werden immer älter – eine Entwicklung, die sehr erfreulich ist, mit der aber auch die Zahl der chronischen Erkrankungen steigt. Unser Ziel muss sein, dass möglichst viele Menschen das hohe Alter gesund erreichen. Aus diesem Grund sind für das Land Oberösterreich Prävention und Früherkennung Top-Prioritäten in der Gesundheitsstrategie. Der Besuch beim Aktionstag Gesundheit ist für viele der erste Schritt für mehr Gesundheit“, betonte Landeshauptmann Thomas Stelzer bei der Eröffnung.

Polit-Prominenz beim Aktionstag Gesundheit OÖ

Neben dem Landeshauptmann nahm auch die oberösterreichische Landesrätin für Gesundheit Mag. Christine Haberlander am Vormittagsprogramm des Aktionstags Gesundheit teil. Haberlander setzte auch persönlich ein wichtiges Zeichen für mehr Prävention und ließ sich im Rahmen des Aktionstags gegen Grippe impfen. „Prävention, u. a. auch das Impfen, ist die beste Medizin. Mit geeigneten Präventionsmaßnahmen kann man vielen Krankheiten entgegenwirken. Es ist wichtig, Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher umfassend über Prävention und Früherkennung von chronischen Erkrankungen zu informieren. Wir wissen, dass vielen Frauen das Thema Gesundheit wichtig ist. Deshalb haben wir eine Kampagne für mehr Frauengesundheit ins Leben gerufen und starten bald mit einer Kampagne für mehr Herz-Kreislauf-Gesundheit in unseren Gesunden Gemeinden“, so die Gesundheitslandesrätin.

Für den Obmann der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse (OÖGKK) Albert Maringer stehen im Zusammenhang mit Prävention und Früherkennung von chronischen Krankheiten Vorsorgeprogramme ganz klar im Mittelpunkt: „Geben wir der Krankheit keinen Platz. Wir alle müssen aktiv für mehr Gesundheit arbeiten. Die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse möchte den Versicherten Behandlungen aus einem Guss geben. Seien es onkologische Erkrankungen, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krankheiten des Bewegungsapparats: Vorsorgeprogramme sind ein wichtiger Teil unserer Präventionsstrategie. Oberösterreich ist das Primärversorgungsland Nummer eins in Österreich“, betonte Maringer. 

Patient im Mittelpunkt

In der Primärversorgung der oberösterreichischen Bevölkerung spielen auch die Apotheken eine zentrale Rolle: „Im Rahmen des Aktionstages Gesundheit stellen wir mit unseren Partnern ein umfassendes Angebot an Beratungs- und Serviceleistungen zur Verfügung“, sagte die Vizepräsidentin der Oberösterreichischen Apothekerkammer Mag. pharm. Monika Aichberger.  

Für den Präsidenten der Oberösterreichischen Apothekerkammer Mag. pharm. Thomas W. Veitschegger sind die oberösterreichischen Apotheken mit ihrem flächendeckenden Netzwerk ein wichtiger Partner in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung: „Unsere Apotheken können nicht nur bei Prävention und Früherkennung von akut und chronisch Kranken eine wichtige Rolle spielen. Auch in der Nachsorge – etwa bei der Therapietreue – können die Apothekerinnen und Apotheker einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit leisten“, betonte Veitschegger. Der Präsident der Oberösterreichischen Apothekerkammer ging in seinem Vortrag auf die Bedeutung der Grippeimpfung ein: „Die Apothekerkammer hat hier in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer und der OÖ Gebietskrankenkasse ein vorbildhaftes Modell zur flächendeckenden Grippeimpfung im Land Oberösterreich entwickelt. Die Impfung ist die günstigste Präventionsmaßnahme in der Medizin“, so Veitschegger.

Auf die Bedeutung von Prävention wies auch Dr. Erwin Rebhandl, Allgemeinmediziner und Präsident des Vereins AM Plus, hin: „Gesundheitserhaltende Maßnahmen sollen frühzeitig gesetzt werden. Damit reduzieren wir die Zahl der Neuerkrankungsfälle und vermeiden auch Folgeschäden“, sagte Rebhandl. Oberösterreich leiste laut Rebhandl in Sachen Primärversorgung eine Pionierarbeit. Mittlerweile existieren vier Gesundheitszentren (Primärversorgungseinheit, PVE) im Land. „In einer Primärversorgungseinheit arbeiten verschiedene Gesundheitsberufe zusammen. So kann man die Therapie optimal den Bedürfnissen von Patientinnen und Patienten anpassen, die oft mehrere Krankheiten aufweisen. Die PVEs sind aus meiner Sicht die Zukunft der Primärversorgung“, so Rebhandl, der als Allgemeinmediziner in der PVE Haslach tätig ist.

Interaktive Mess-Straße auch heuer ein Hit

Auch beim diesjährigen Aktionstag Gesundheit war der größte Anziehungspunkt die interaktive Mess-Straße. Alle Interessierten konnten dabei kostenfrei Gesundheitschecks durchführen lassen. Angeboten wurden u. a. ABI-Messung, BIA-Messung (Körperzusammensetzung), Blutdruck-, HbA1c-, Cholesterin-, Gefäßalter-, Herzrhythmus- oder Hämoglobin-Messung sowie Sehtest, Hörtest, Spirometrie, Venenscreening und Bewegungs- und Koordinationstraining.
Am Stand der Oberösterreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (OBGAM) konnten die Besucherinnen und Besucher die Ergebnisse der Messungen mit einem Arzt direkt besprechen.

Onkologie und Herz-Kreislauf als Schwerpunkte

Im Jahr 2020 werden in Oberösterreich 61.000 Menschen mit einer Krebserkrankung leben. Hohe Überlebensraten sind u. a. auch Präventions- und Früherkennungsmaßnahmen zu verdanken. Als wichtiges Bindeglied zwischen niedergelassenen Ärzten, Krankenhäusern und Patienten bieten auch die oberösterreichischen Apotheken einen niederschwelligen und kompetenten Zugang zu den Informationen rund um das Thema Krebs. „Seit knapp zwei Jahren haben über 50 Apothekerinnen und Apotheker eine mehrteilige Ausbildungsreihe absolviert, die in einer einzigartigen Zusammenarbeit mit dem Ordensklinikum Barmherzige Schwestern in Linz entwickelt und umgesetzt wurde. Dieses breit gefächerte Wissen über die Nahtstelle intramural – extramural hinaus wird Betroffenen und Angehörigen von Krebspatienten zweifelsohne zugutekommen. Gerade im onkologischen Bereich gibt es einen sehr hohen Innovationsdruck: Deshalb sind solche Spezialausbildungen für Apothekerinnen und Apotheker besonders interessant“, sagte die Vizepräsidentin der Apothekerkammer Oberösterreich Mag. pharm. Monika Aichberger.

Auch in Sachen Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Oberösterreich ein Vorreiter. Die Gefäßaltermessung hat sich als Erfolgsmodell entpuppt. So wurden seit 2017 mehr als 10.000 Gefäßaltermessungen in 51 oberösterreichischen Apotheken durchgeführt. „In Oberösterreich sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 43 Prozent die häufigste Todesursache. Gleichzeitig könnte man laut Studien optimaler Weise bis zu 90 Prozent dieser Erkrankungen vermeiden, denn viele Betroffene wissen nicht, dass sie Bluthochdruck haben“, sagte der Kardiologe und Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Hypertensiologie Univ.-Doz. OA Dr. Thomas Weber, der das innovative Projekt Gefäßaltermessung der Apothekerkammer Oberösterreich und der Österreichischen Gesellschaft für Hypertensiologie, wissenschaftlich begleitet.

Jeder Dritte chronisch krank

36 Prozent der österreichischen Bevölkerung über 15 Jahre sind chronisch krank – mit schwerwiegenden Folgen. Auch Diabetes war beim diesjährigen Aktionstag Gesundheit ein wichtiges Thema.

„Es besteht ein Zusammenhang zwischen Diabetes und Nierenerkrankungen. Wir wissen, dass viele Diabetiker eine Nierenerkrankung bekommen. Früherkennung ist eine ganz wichtige Maßnahme, insbesondere im Fall von Diabetes. Es gibt bestimmte Tests, mit denen man die Früherkennung für eine Nierenschädigung nachweisen kann, z. B. durch eine einfache Harnuntersuchung. Wenn man zu einer Risikogruppe gehört, aber immer noch gesund ist, ist eine jährliche Untersuchung empfehlenswert. Das sind vor allem Betroffene mit bekanntem Diabetes, bekanntem Bluthochdruck, einem Übergewicht und einer Familienkrankengeschichte von einer Nierenerkrankung“, appellierte Prim. Univ.-Prof. Dr. Erich Pohanka, Vorstand der II. Medizinischen Abteilung am Kepler Universitätsklinikum.

Auch Prim. Univ.-Prof. Dr. Martin Clodi, Facharzt für Innere Medizin am Konventhospital Linz Barmherzige Brüder und Koordinator der Diabetesleitlinien Österreichs, sprach über die Bedeutung von Diabetes-Früherkennung: „Je früher man Diabetes erkennt, desto besser kann man es behandeln. Schäden, die durch Diabetes verursacht werden, reichen von schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt und Herzinsuffizienz bis hin zu Schäden an der Niere, am Auge und am Nervensystem. Jede achte Person in Österreich stirbt eigentlich an den Folgen einer Diabeteserkrankung“, erklärte Clodi. „Diabetes mellitus Typ 2 ist genetisch bedingt. Wir können in der westlichen Welt jedoch sehen, dass die Zahl der Diabetespatienten zunimmt: Ernährung und zu wenig Bewegung befeuern die Erkrankung. Wir beobachten auch, dass Dreißigjährige oder sogar Jugendliche an Diabetes mellitus Typ 2 erkranken, das ist dramatisch“, warnte Prof. Clodi.

Dr. Bettina Klar, die Chefärztin der beruflichen Rehabilitation im Beruflichen Bildungs- und Rehabilitationszentrum (BBRZ), sprach beim diesjährigen Aktionstag Gesundheit OÖ über Gesundheit im Beruf. „Es ist wichtig, in seiner Arbeit Sinn zu finden. Im Falle einer Erkrankung am Arbeitsplatz sollte man sich vor allem rasch Hilfe holen“, appellierte Dr. Klar. „Ich möchte hier insbesondere das Programm fit2work erwähnen. Im Falle der psychischen Erkrankungen, die mittlerweile rund 40 Prozent unserer Fälle ausmachen, sollte man vor allem nicht zu lange warten. Gerade in der psychiatrischen Rehabilitation gibt es Hilfe für Betroffene, um z. B. die individuelle psychische Belastbarkeit zu stärken“, so die Chefärztin der beruflichen Rehabilitation im BBRZ.

Ein Gewinnspiel mit zwei Verlosungsrunden und wertvollen Preisen sowie zahlreiche Beratungsgespräche und Messungen an den Ständen rundeten auch dieses Jahr den Aktionstag Gesundheit OÖ ab.

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