Am 1. Oktober startet das „Don’t smoke“-Volksbegehren

LR Königsberger-Ludwig: Ausbau des Nichtraucherschutzes

St. Pölten (OTS/NLK) - Anlässlich der am Montag, 1. Oktober, startenden Eintragungswoche des von der Ärztekammer und der Krebshilfe initiierten „Don’t smoke“-Volksbegehrens rief Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig am heutigen Donnerstag in St. Pölten nicht nur zur Unterstützung des Volksbegehrens auf, sondern informierte gemeinsam mit Mag. Jan Pazourek, dem Generaldirektor der NÖ Gebietskrankenkasse (NÖGKK), und MMag. Sophie Meingassner, der Leiterin des „Rauchfrei Telefons“, auch über Zahlen, Daten und Fakten zum Rauchen und dessen Folgen in Niederösterreich.

Das Interesse an einem Ausbau des Nichtraucherschutzes sei in Niederösterreich sehr hoch, sagte dabei die Landesrätin und verwies auf eine IFES-Studie aus dem Jahr 2015: „25 Prozent aller Niederösterreicher rauchen, 60 Prozent aller Raucher haben schon zumindest einmal versucht aufzuhören, zwei Drittel aller Niederösterreicher messen dem Nichtraucherschutz eine hohe Bedeutung zu, 80 Prozent befürworten eine rauchfreie Gastronomie“.
Eine weitere Studie unter Schülern habe gezeigt, dass sich 42 Prozent durch das Rauchen belästigt fühlten und für 90 Prozent der Nichtraucherschutz wichtig sei. „Das Einstiegsalter liegt mittlerweile bei 12 Jahren, wobei die Tendenz weiter fallend ist, 15 Prozent beginnen bereits unter 15 Jahren. Hier spielt die Prävention eine ganz wichtige Rolle: Gar nicht erst zu beginnen, ist der beste Schutz“, so Königsberger-Ludwig.

An entsprechenden Maßnahmen nannte die Gesundheitslandesrätin insbesondere die Fachstelle für Suchtprävention, die mit einer Dotation von 2,6 Millionen Euro Projekte an Schulen, Workshops etc. durchführe, sowie das „Rauchfrei Telefon“ der NÖGKK, mit dem Niederösterreich eine Vorreiterrolle unter allen Bundesländern innehabe. „Ein entsprechendes Gesetz wäre auch hier, vor allem im Bereich der rauchfreien Gastronomie, wichtig gewesen. Leider gibt es auch keine Lösung für den Nichtraucherschutz von Lehrlingen in der Gastronomie. Hier ist jede Stunde eine zu viel“, betonte Königsberger-Ludwig.

Pazourek präsentierte weitere Fakten: Demnach bezeichneten sich 26,5 Prozent der Männer und 22,1 Prozent der Frauen als regelmäßige Raucher, wobei dieser Anteil in Österreich stabil auf hohem Niveau bleibe. Rauchende Männer hätten eine um 7,5, Frauen eine um 6,3 Jahre kürzere Lebenserwartung. Rund 13.000 Todesfälle pro Jahr stünden in Österreich unmittelbar mit dem Rauchen in Zusammenhang, rund 230 davon durch Passivrauchen. „Die Todesfälle durch Rauchen sind mit 16 Prozent der Verstorbenen eines Jahres gleichzusetzen. Umgerechnet bedeutet das, dass in Österreich alle 41 Minuten ein Mensch an den Folgen des Rauchens stirbt“, so der NÖGKK-Generaldirektor.

Eine IHS-Studie über die volkswirtschaftlichen Kosten habe laut Pazourek Gesamtkosten von 2,4 Milliarden Euro pro Jahr ergeben:
„Allein die direkten medizinischen Kosten belaufen sich auf 630,5 Millionen Euro, die nicht medizinischen auf rund 200 Millionen Euro. Erstellt man eine fiktive Gegenrechnung mit den Einnahmen der Tabaksteuer und der nicht auszuzahlenden Pension für früher gestorbene Raucher ergibt sich noch immer ein Nettoeffekt von rund 700 Millionen Euro pro Jahr“. In Bezug auf die von 35 europäischen Ländern unterzeichnete „Tobacco Control Convention“ liege Österreich seit Jahren an letzter Stelle: „Österreich hat den Ruf, der Aschenbecher Europas zu sein“, meinte Pazourek abschließend.

Für das von allen Sozialversicherungsträgern und Bundesländern finanzierte „Rauchfrei Telefon“, neben dem ambulanten Programm „Rauchfrei in fünf Wochen“ die zentrale Initiative der NÖGKK, hielt Meingassner fest, dass es seit der Einführung der Warnbilder inklusive Nennung der Kontaktdaten des „Rauchfrei Telefons“ auf Tabakwaren im Jahr 2016 vier Mal so viele Anrufe gebe: „Es gibt rund 30 bis 40 Kontakte pro Tag bzw. rund 7.000 pro Jahr. Die zuletzt 2015 erhobene Erfolgsrate liegt nach einem Jahr bei 30 Prozent“.

Nähere Informationen beim Büro LR Königsberger-Ludwig unter 02742/9005-12576, Mag. Dr. Anton Heinzl, und e-mail anton.heinzl@noel.gv.at bzw. beim „Rauchfrei Telefon“ unter 0800/810013 und www.rauchfrei.at.

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