Alle 41 Minuten stirbt ein Mensch durch Auswirkungen des Tabakrauchs

Deutliche Mehrheit für Rauchverbot in Lokalen

St. Pölten, (OTS) - Es gäbe kaum andere Maßnahmen, deren medizinischer Nutzen wissenschaftlich so klar belegt sei wie der NichtraucherInnenschutz, betonte NÖ Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig heute, Donnerstag, im Rahmen eines gemeinsamen Pressegesprächs mit dem Generaldirektor der NÖ Gebietskrankenkasse (NÖGKK), Mag. Jan Pazourek, sowie der Leiterin des Rauchfrei Telefons, MMag. Sophie Meingassner, anlässlich des Starts der Eintragungswoche für das „Don't smoke“-Volksbegehren am 1. Oktober.

„25 Prozent der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher rauchen, 20 Prozent täglich, wobei die Bereitschaft, mit dem Rauchen aufzuhören, eine hohe ist. Das durchschnittliche Erstkonsumalter liegt bei rund 12 Jahren. Buben beginnen um ein halbes Jahr früher als Mädchen zu rauchen“, gab Königsberger-Ludwig zu Beginn einige Zahlen zum Thema Rauchen in Niederösterreich bekannt.

Für rund zwei Drittel besitze zudem der Ausbau des NichtraucherInnenschutzes hohe Relevanz. Die Errichtung von rauchfreien Zonen werde dabei als wichtigste Maßnahme für einen Rauchstopp bezeichnet. Bei einer repräsentativen GfK-Umfrage haben zuletzt sogar 63 Prozent in Niederösterreich eine rauchfreie Gastronomie befürwortet. Im Durchschnitt liege die Zustimmung für ein Rauchverbot in Lokalen österreichweit bei 70 Prozent, führte Königsberger-Ludwig aus.

Jeder erwachsene Mensch könne selbstverständlich selbst entscheiden, ob er rauchen möchte, merkte Königsberger-Ludwig an. Unbestritten müsse hingegen bleiben, dass es jene zu schützen gelte, die nicht selbst darüber entscheiden könnten, ob sie sich den blauen Dunst aussetzen und dabei gesundheitliche Schäden erleiden wollen. „Dass Beschäftigte und insbesondere Lehrlinge im Gastgewerbe weiterhin in Raucherräumen arbeiten und Passivrauch ausgesetzt werden, ist inakzeptabel. Auch sie haben das Recht auf NichtraucherInnenschutz und damit auf einen gesunden Arbeitsplatz“, unterstrich Königsberger-Ludwig.

Eine aktuelle Studie aus der Steiermark habe zudem ergeben, dass durch ein Rauchverbot in der Gastronomie pro Jahr 1.500 Krankenhausaufnahmen von Kindern und Jugendlichen vermieden werden könnten. Unter die vermeidbaren Gesundheitsprobleme fielen besonders Lungenentzündungen, Frühgeburten und Asthmaanfälle, erklärte Königsberger-Ludwig.

„Rauchen gefährdet die Gesundheit! Wir müssen alles tun, um das menschliche Leid und den volkswirtschaftlichen Schaden, den der Tabakkonsum verursacht, zu minimieren“, sagte Jan Pazourek. „Alle 41 Minuten stirbt in Österreich ein Mensch durch Auswirkungen des Tabakrauchs. Die heimische Volkswirtschaft kostet das Milliarden; allein die medizinischen Kosten belaufen sich auf 630,5 Millionen Euro“, zitierte Pazourek aus der aktuellen, im Auftrag der NÖGKK erstellten IHS-Studie.

„Rauchverbote in der Gastronomie sind eine effektive Maßnahme, um das Rauchen insgesamt einzudämmen. Das zeigen uns viele Staaten erfolgreich vor. Österreich darf in Sachen Nichtraucherschutz kein rückständiges Land bleiben. Die Menschen in unserem Land haben durch die Teilnahme am ,Don't smoke‘-Volksbegehren in der kommenden Woche die Möglichkeit, ein Voting für ihre Gesundheit abzugeben“, appellierte Pazourek in der Pressekonferenz.

„In unserer täglichen Arbeit merken wir, wie groß der Einfluss sozialer Faktoren auf das Rauchverhalten der Betroffenen ist“, sagte Meingassner. „Je normaler es ist, in der Umgebung nicht zu rauchen, desto leichter ist es für die Menschen, auch rauchfrei zu bleiben. Viele Länder haben bereits reagiert und wirksame Maßnahmen im Sinne einer rauchfreien Norm gesetzt und den Schutz vor Passivrauch ausgebaut. Österreich hinkt da noch hinterher“, bemerkte die Gesundheitspsychologin der NÖGKK. „In den meisten Fällen ist das Rauchen eine chronische Suchterkrankung. Die individuellen Aspekte der körperlichen und psychischen Abhängigkeit muss jede Raucherin und jeder Raucher selber überwinden. Dabei kann das Rauchfrei Telefon bei der NÖ Gebietskrankenkasse erfolgreich unterstützen.“

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