NÖ Sozialpartner mit Vorzeigeprojekt: LehrerInnen-Ausbildung goes digital

Master-Lehrgang für Berufsorientierung an der Pädagogischen Hochschule NÖ wird um neue Expertise erweitert/Zusätzlich Forschungszentrum am Standort etabliert

St. Pölten (OTS) - Startschuss für ein neues Vorzeigeprojekt in der LehrerInnen-Ausbildung. Im Master-Lehrgang für Berufsorientierung, der von den Sozialpartnern Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer ins Leben gerufen wurde, wird der Fokus auf die digitale Berufswelt noch weiter vertieft: Zusätzlich zum Master-Lehrgang wurde am Standort ein Forschungszentrum für Berufsorientierung und Berufsbildung etabliert. „Wir leisten damit einen enormen Beitrag, damit Schülerinnen und Schüler jene beruflichen Laufbahnen einschlagen, die punktgenau zu ihren Stärken und Interessen passen“, so AK Niederösterreich-Präsident Markus Wieser und WK Niederösterreich-Präsidentin Sonja Zwazl.

Über 200 Lehrberufe, dutzende weiterführende Schulen und Lehrgänge verschiedenster Fachrichtungen: Die Palette an Möglichkeiten nach der Pflichtschule ist enorm. Umso wichtiger ist es daher, dass schon während der Schulzeit die vielfältigen Möglichkeiten der Berufswelt aufgezeigt werden. Vor drei Jahren haben die NÖ Sozialpartner Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer daher einen Masterlehrgang an der PH NÖ ins Leben gerufen, der sich nun fix am Standort etabliert hat. Das garantiert, dass die ausgebildeten Lehrkräfte ihre SchülerInnen bestmöglich auf die Zukunft vorbereiten können. 75 Lehrerinnen und Lehrer absolvieren diesen Master-Lehrgang bereits. Dieser Lehrgang ist österreichweit einzigartig. Es gibt keine vergleichbare Ausbildung in Österreich, wo Pädagoginnen und Pädagogen derart hochwertig für die Berufsorientierung geschult werden.

Schwerpunkt Digitalisierung an der PH NÖ

Mit dem neuen Unterrichtsjahr wird der Lehrgang um den Schwerpunkt „Digitale Berufswelt“ erweitert. Wie wirkt sich die Digitalisierung auf die einzelnen Berufsbilder aus? Welche Herausforderungen und Chancen bringt das für die einzelnen Berufe? All diese Fragen werden bestmöglich in den Master-Lehrgang für Berufsorientierung integriert. Am Standort der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich hat sich zudem ein von der PH NÖ geführtes „Zentrum für Berufsorientierung und Berufsbildung“ etabliert.

Für die niederösterreichische Sozialpartnerschaft hat eine rechtzeitige Berufsorientierung oberste Priorität: „Wir können es uns nicht leisten, auf die persönlichen Stärken und Talente eines jeden Einzelnen zu verzichten“, sagt AK-Präsident Markus Wieser. „Durch rechtzeitige und professionelle Berufsorientierung entsteht eine Win-Win-Situation. Es werden die Ausfall-Raten in weiterführenden Schulen oder der Lehrlings-Ausbildung reduziert. Die Unternehmen können mit motivierten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rechnen“, so Wieser.

„Mit dem Lehrgang haben LehrerInnen österreichweit einzigartig die Chance, sich Berufsorientierungs-Expertise auf Masterebene anzueignen - hochqualifiziert und mit höchstem, von den Sozialpartnern eingebrachten Bezug zur beruflichen Praxis“, betont WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl. „Der Bezug der Schule zur Welt der Wirtschaft wird gestärkt, die Schülerinnen und Schüler werden verstärkt auf das Berufsleben und die Praxis in den Unternehmen vorbereitet. Davon profitieren die Jugendlichen, unsere Unternehmen und der gesamte Wirtschaftsstandort Niederösterreich.“

Sozialpartner-Forderung nach Pflichtfach Berufsorientierung

Wieser und Zwazl fordern eine verpflichtende Umsetzung von Berufsorientierung ab der 7. Schulstufe in allen Schultypen als eigenen Gegenstand. Bereits jetzt setzen Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer viele Maßnahmen gemeinsam um: Regionale Drehscheiben zur Vernetzung von Betrieben und SchülerInnen, Gratis-Nachhilfe in Polytechnischen Schulen sowie Vorträge in den Klassen. Die Arbeiterkammer veranstaltet die große Berufsinfo-Messe „Zukunft. Arbeit. Leben“ und bietet verschiedene Workshops und zielgerichtete Maßnahmen der Jugendmarke „AK Young“ an. Die Wirtschaftskammer unterstützt Jugendliche darüber hinaus mit Initiativen wie dem gemeinsam mit dem Land umgesetzten NÖ Begabungskompass, der Berufs-Plattform www.lehre-respekt.at, dem WKNÖ-Schul-Besuchsprogramm oder eigenen Lehrstellenberatern. „Wir lassen junge Menschen bei so wichtigen Fragen der persönlichen Zukunft nicht alleine und stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite“, betonen Zwazl und Wieser.

Bund soll erfolgreichen Kurs der NÖ Sozialpartner übernehmen

Dazu kommen weitere Maßnahmen der Sozialpartner, die österreichweit Beachtung finden, so etwa die Initiative „Let’s Walz“. Dabei wird Lehrlingen kostenlos ein mehrwöchiger Auslandsaufenthalt in einem Betrieb ermöglicht, wo sie enorm viel Erfahrung sammeln. „Auch diese NÖ-Sozialpartner-Initiative ist österreichweit vorbildlich. Es wäre ein gutes und richtiges Zeichen, wenn der Bund die Kosten für Auslandspraktika für Lehrlinge zur Gänze übernehmen würde“, so Wieser und Zwazl. „Das Erfolgsprojekt Berufsorientierung an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich in Baden ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was alles möglich ist, wenn man sich auf Augenhöhe begegnet und gemeinsam handelt.“

Begegnungen mit der Arbeitswelt beeinflussen Zukunftsentscheidung der SchülerInnen

Norbert Kraker, Vizerektor der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich betont: „Im März 2016 wurde der erste und österreichweit einzigartige Masterlehrgang Berufsorientierung gestartet. Den Schulen stehen durch diese Zusatz-Ausbildung hochqualifizierte PädagogInnen zur Verfügung, die nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ihre SchülerInnen unterrichten.“

Die PH NÖ hat am Zentrum für Berufsorientierung und Berufsbildung erforscht, welche Einflussgrößen für die Entscheidung des weiteren Bildungs- und Berufsweges bei 14-jährigen NMS-SchülerInnen besonders relevant sind. Kraker: „Die „Player“ bezüglich der Zukunftsentscheidung der Jugendlichen sind die Eltern und Jugendlichen. Authentische Begegnungen mit der Arbeitswelt im Sinne von berufspraktischen Tagen beeinflussen die Zukunftsentscheidung. Zudem ist eine möglichst individuelle Gestaltung des Berufsorientierungs-Unterrichts gefragt.“ Kraker abschließend: „Die PH NÖ stellt ihre Expertise im Zentrum für Berufsorientierung und Berufsbildung gerne für eine österreichweite Ausrollung zur Verfügung.“

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Pressesprecher des Präsidenten
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