VIER PFOTEN: Reine Herkunftskennzeichnung bei Lebensmitteln reicht zur Sicherung von Lebensmittelqualität nicht!

Informelles Agrarministertreffen auf Schloss Hof als Chance

Wien (OTS) - VIER PFOTEN freut sich über das Vorhaben von Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger, sich auf dem informellen Agrarministertreffen für eine Verbesserung der Lebensmittelqualität einzusetzen. Der Vorschlag der Regierung, die Herkunft der Primärlebensmittel in verarbeiteten Produkten zu kennzeichnen, greift aber eindeutig zu kurz, so die Tierschutzorganisation.

„Eine reine Herkunftskennzeichnung, wie es Frankreich macht, reicht weder aus Tierschutzsicht noch aus Sicht der Konsumenten“, erklärt VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Martina Pluda. „Denn sie sagt ja nichts über die Haltungsbedingungen oder über die Bedingungen bei Transport und Schlachtung der Tiere aus. Somit greift das einfach zu kurz.“

VIER PFOTEN fordert eine solche Kennzeichnung der Bedingungen von Haltung, Transport und Schlachtung. Pluda: „Natürlich haben wir in Österreich keine riesigen Agrarfabriken wie etwa in Deutschland, den Niederlanden oder den Ländern Osteuropas. Aber von optimal können wir in Österreich absolut nicht sprechen! Nehmen wir die qualvolle betäubungslose Ferkelkastration, die durchgehende Anbindehaltung bei Rindern oder das Töten der männlichen Küken in der konventionellen Legehennenhaltung. Die bloße Herkunftsangabe „AT“ heißt noch lange nicht, dass wir die Produkte guten Gewissens konsumieren können. Der Konsument hat aber ein Recht darauf, zu erfahren, was er da wirklich eingekauft hat.“ Die vielbeschworene „Qualität aus Österreich“ ist nicht immer Garantie für hohe Tierwohlstandards, so wie es das AMA-Gütesiegel in den Augen vieler Konsumenten suggeriert.

Besonders wichtig ist das laut VIER PFOTEN bei den Eiern und beim verarbeiteten Fleisch. „Für Eier sollte es analog zu den Frischeiern eine Kennzeichnung nicht nur nach Herkunft, sondern auch nach Haltungsform geben. Das ist eine langjährige Forderung von VIER PFOTEN, da sonst importierte Käfigeier überhaupt nicht ausgeschlossen werden können“, sagt Pluda. Jedes zweite in Österreich konsumierte Ei ist verarbeitet und daher nicht gekennzeichnet. „Käfigeier sind seit Langem aus den Supermarktregalen verschwunden, dasselbe wünschen wir uns auch für verarbeitete Produkte“, so Pluda.

Dasselbe lässt sich über Fleisch sagen: Selbstverständlich müssten konsequenterweise die unterschiedlichen Haltungsformen gekennzeichnet werden, ganz nach dem Vorbild der Kennzeichnung des Schaleneis. „Ein ethisch bewusster Verbraucher möchte wissen, wie das Tier gelebt hat“, sagt Pluda.

Frischfleisch, das laut EU-Verordnung nach Herkunft gekennzeichnet werden muss, ist nur ein Teil des tatsächlich konsumierten Fleisches. Immer mehr Menschen essen außer Haus, der Trend zu Fertigprodukten hält an. „Unter diesen Gesichtspunkten geht es völlig an den Bedürfnissen der Konsumenten vorbei, wenn Gastronomie und verarbeitete Produkte ausgenommen sind“, meint Pluda. Alles in allem würden dem Konsumenten nach wie vor wirklich wichtige Informationen vorenthalten.

Am sinnvollsten ist laut VIER PFOTEN natürlich in der Frage der Lebensmittelkennzeichnung eine gesamteuropäische Lösung. „Wir wünschen uns aber, dass Österreich hier gerade als EU-Vorsitzland mit gutem Vorbild voranschreitet“, appelliert Martina Pluda an die Regierung. „Dieses informelle Treffen der EU-Landwirtschaftsminister ist wirklich eine gute Chance.“

Link zur VIER PFOTEN Petition für eine Kennzeichnung verarbeiteter Eier: https://help.four-paws.org/de-AT/mehr-transparenz-bei-lebensmitteln

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