Live im mumok: Künstler_innen mit „Doppelleben“

4 Konzertabende mit: Hermann Nitsch, Emily Sundblad und Hampus Lindwall, Hanne Darboven gespielt von Michael Duch und Essachai Vow

Wir sind stolz, dass wir Hermann Nitsch, einen der Hauptvertreter des Wiener Aktionismus, für seinen ersten musikalischen Liveauftritt im mumok gewinnen konnten. Die mumok Sammlung beherbergt einige seiner bedeutendsten Werke. Umso schöner ist es, ihn hier auch live erleben zu können
Karola Kraus, Direktorin des mumok

Wien (OTS) - Nach drei Konzerten vor dem Sommer ist die Ausstellung Doppelleben. Bildende Künstler_innen machen Musik im Herbst 2018 Anlass und Rahmen für vier weitere Konzertabende:

Der Reigen beginnt am 4.Oktober mit Hermann Nitschs erstem Live-Konzert im mumok. Nitsch, einer der Hauptvertreter des Wiener Aktionismus, der einen Kernbestand der mumok Sammlung darstellt, feierte unlängst seinen 80. Geburtstag. Das mumok würdigt ihn mit diesem Abend.

Musik gehörte von Anfang an zum Konzept von Nitschs Orgien Mysterien Theater. Sie ist Element seiner Aktionen, besteht aber auch als eigenständige Form innerhalb seines Oeuvres. Der Künstler komponiert Stücke für Orchester, Orgel (Harmonium) und Streichquartett, die er teilweise selbst dirigiert oder als Solist auf Orgel oder Harmonium aufführt. Am 4. Oktober improvisiert Nitsch exklusiv im mumok auf einer Johannesorgel, einem elektronischen Instrument von herausragender Klangqualität. "Wir sind stolz, dass wir Hermann Nitsch, einen der Hauptvertreter des Wiener Aktionismus, für seinen ersten musikalischen Liveauftritt im mumok gewinnen konnten. Die mumok Sammlung beherbergt einige seiner bedeutendsten Werke. Umso schöner ist es, ihn hier auch live erleben zu können," freut sich Karola Kraus, Direktorin des mumok.

Am 6. Oktober wird im Rahmen der Langen Nacht der Museen im mumok der norwegische Kontrabassist und Musikprofessor Michael Duch Hanne Darbovens minimalistisch-serielle Kompositionen aufführen, ­eine musikalische Spezialität und interpretatorische Meisterleistung. Als Methoden der Realitätsaneignung beschäftigte sich Hanne Darboven (1941-2009) in bildender Kunst wie Musik mit Systemen der Ordnung, Strukturierung und damit auch Bewusstmachung von Zeitabläufen. Unter Verwendung von Kalenderdaten entwickelte sie nach individuellen mathematischen Prinzipien numerische Notationssysteme für Zeitabläufe, die sie in ihren umfangreichen Arbeiten auch mit Bildern verknüpfte. In Töne übertragen, werden solche Zahlenfolgen zu einem Hörerlebnis, das Zeit in besonderer Weise als Kontinuum und Feld sinnlich erfahrbar macht, durch die lange Dauer der Stücke und deren seriell-repetitiven Aufbau gleichzeitig aber auch das Zeitgefühl dehnt, ja sogar ausschaltet.

Essachai Vow, die Band der beiden bildenden Künstler Christian Kosmas Mayer und Alexander Wolff, entlehnte ihren Namen dem Begriff für "Hunger" in der fiktiven Steinzeitsprache, die Anthony Burgess für den Film Quest for Fire (Am Anfang war das Feuer von Jean-Jacques Annaud, 1981) erfand. Bei ihrem Auftritt am 11. Oktober spielen die beiden Künstler vorwiegend instrumentale Songs, in denen sie Einflüsse von Jazz, Dreampop, Krautrock und experimenteller Musik zu einem eigenständigen, komplexen und atmosphärischen Sound verarbeiten.

Die Konzertreihe endet am 25. Oktober mit einer Komposition für Orgel und Gesang, die auf Wunsch der Schwedisch/US-amerikanischen Künstlerin und Musikerin Emily Sundblad zusammen mit dem herausragenden schwedischen Organisten Hampus Lindwall in der Wiener Jesuitenkirche stattfindet.

Musik ist für Sundblad Teil ihres häufigen Interagierens mit anderen Künstler_innen beziehungsweise der Arbeit im Kollektiv. Als bildende Künstlerin tritt sie seit 2004 mit John Kelsey unter dem Pseudonym Reena Spaulings auf. Unter diesem Namen erschaffen die beiden nicht nur künstlerische Arbeiten; er steht auch für einen von ihnen zusammen mit weiteren Künstler_innen (darunter Jutta Koether, Rita Ackermann und Ei Arakawa) betriebenen Projektraum in Downtown New York. Als Sängerin reinterpretiert Sundblad sehr oft bekannte Songs und schafft musikalische Collagen, die die Tradition der Musik als Form kollektiven Erlebens und damit sozialer Praxis aufgreifen und erneuern.

Link zum digitalen Katalog mit ausführlicheren Infos zu den Künstler_innen: https://doppelleben.mumok.at/de/

Konzerttickets: Sämtliche Konzerte können mit dem jeweils tagesaktuellen mumok Ticket gratis besucht werden. Weiters können Tickets über Wien Ticket bzw. am Abend des 25. Oktober auch an der Abendkasse in der Jesuitenkirche erworben werden.  

Live im mumok: Hermann Nitsch

Datum: 04.10.2018, 19:00 Uhr

Ort: mumok
Museumsplatz 1, 1070 Wien, Österreich

Live im mumok: Hanne Darboven (gespielt von Michael Duch im Rahmen der Langen Nacht der Museen)

Datum: 06.10.2018, 22:00 Uhr

Ort: mumok
Museumsplatz 1, 1070 Wien, Österreich

Live im mumok: Essachai Vow (Christian Kosmas Mayer und Alexander Wolff)

Datum: 11.10.2018, 19:30 Uhr

Ort: mumok
Museumsplatz 1, 1070 Wien, Österreich

Live in der Jesuitenkirche: Emily Sundblad und Hampus Lindwall

Datum: 25.10.2018, 19:30 Uhr

Ort: Jesuitenkirche
Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 1, 1010 Wien, Österreich

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mumok - Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien
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