KEBÖ-Jahrestagung 2018: Zukunft der Erwachsenenbildung und Vorsitzwechsel

Digitalisierung braucht Weiterbildung. Erwachsenenbildung leistet unverzichtbare Beiträge. WIFI übergibt KEBÖ-Vorsitz.

Wien (OTS) - In der Rolle als Vorsitzende der Konferenz für Erwachsenenbildung (KEBÖ) lud das WIFI Österreich am 19. September 2018 zur Jahrestagung in die Sky Lounge der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Unter dem Titel „Lernwelt 4.0. Medien. Kompetenz.“ widmete sich das Programm der Zukunft der Erwachsenenbildung in einer zunehmend digitalisieren Welt. „Weiterbildung ist heute einer der maßgeblichen Wettbewerbsfaktoren der Wirtschaft und der Schlüssel, um den Wandel in der digitalen Welt erfolgreich zu meistern“, unterstrich Mag. Markus Raml, Kurator des WIFI Österreich, in seiner Eröffnungsrede den wichtigen Beitrag der Erwachsenenbildung zur Nutzung der Chancen im Rahmen der Digitalisierung.

Sektionschef DI Mag. Dr. Christian Dorninger vom Bildungsministerium verwies in seiner Begrüßungsrede auf den Masterplan der Regierung für die Digitalisierung im Bildungswesen. „Darin finden sich einige Punkte, die, wie ich glaube, in der Erwachsenenbildung Hoffnung machen. Etwa die altersadäquate Förderung von digitalen Kompetenzen oder die verlässliche Vermittlung digitaler Fertigkeiten und Kompetenzen für alle.“

Menschen sind Maschinen überlegen

Wie es das Gehirn schafft, Informationen zu organisieren, zu Wissen zu verarbeiten und so auf neue Ideen zu kommen, veranschaulichte der Hirnforscher und Autor Dr. Henning Beck. Seine Keynote lieferte den Beweis dafür, dass künstliche Intelligenz das analoge, kreative Denken des Menschen in absehbarer Zeit nicht ersetzen wird. „Informationen sind heute permanent verfügbar. Wir dürfen Informationen aber nicht mit Wissen verwechseln.“ Computer rechnen mit Algorithmen. Menschen hingegen denken in Konzepten und stellen Informationen in einen neuen Kontext. Mit dieser mentalen Geheimwaffe seien wir Menschen den Maschinen überlegen. Dass Menschen anders ticken als Maschinen, machte Beck anhand einiger Beispiele für das Publikum begreifbar. „Neues Schaffen funktioniert nur, wenn man sich nicht auf das Niveau einer unkreativen Maschine begibt“, so Beck. Zum Stichwort „Lebenslanges Lernen“ meinte Beck: „Wir sind immer auf der Suche nach etwas Neuem. Das Wesen guter Wissensvermittlung ist, Menschen bei dieser Neugierde zu packen. Die Fähigkeit, Begeisterung zu wecken, ist viel wichtiger als die Information an sich.“

KEBÖ-Verbände stärken digitale Kompetenzen

Wo und wie in der Erwachsenenbildung die Gestaltung des Miteinanders zwischen Mensch und Maschine bereits stattfindet, machte ein „Best of“ von Projekten aller zehn KEBÖ-Verbände sichtbar. Von der LernApp „Mathe 2 go“ des BFI über Tabletkurse für Seniorinnen und Senioren des FORUM bis hin zur Online-Lernstärkenanalyse des WIFI wurde die Vielfalt des Angebots zur Entwicklung digitaler Kompetenzen vor den Vorhang geholt. „Diese Projekte zeigen, dass wir analoges und digitales Lernen verschränken und als Stätten des sozialen Lernens die Menschen miteinander vernetzen und in Austausch bringen“, betonte die KEBÖ-Vorsitzende Mag. Alice Fleischer vom WIFI Österreich. Um Menschen weiterhin fit für die digitale Welt zu machen, brauche es gebündelte Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Erwachsenenbildung. Fleischer hob weiters die wichtige Rolle der Erwachsenenbildung als zeitlich längsten Lebens- und Bildungsabschnitt hervor, dem die KEBÖ-Verbände österreichweit mit jährlich 233.000 Veranstaltungen für 4,4 Millionen Teilnehmer/innen Rechnung tragen.

Staffelübergabe: KEBÖ-Vorsitz wechselt zu BFI

Die Übergabe des Staffelholzes durch Alice Fleischer an den Geschäftsführer des Berufsförderungsinstituts (BFI), Dr. Michael Sturm, symbolisierte das offizielle Ende des zweijährigen KEBÖ-Vorsitzes des WIFI und den Beginn einer neuen Ära: Zwei Jahre lang wird nun das BFI den Vorsitz der KEBÖ innehaben. „Der KEBÖ gelingt es, die Rahmenbedingungen so zu beeinflussen, dass Erwachsenenbildung in Österreich funktioniert. Das ist keine Selbstverständlichkeit“, sagte Sturm und schloss sich seiner Vorgängerin mit der Einforderung der Verantwortung des Bundes für die Aufgaben der Erwachsenenbildung an.

Die Jahrestagung schloss mit einer Diskussion zum Thema „Souveräner Umgang mit Inhalten aus dem Netz und für das Netz“. Die Juristin und WKO-Datenschutzexpertin Mag. Ursula Illibauer, die Sozialwissenschafterin Dr. Martina Kainz, die Medienpädagogin Sonja Messner, MA und Nana Siebert, stellvertretende Chefredakteurin von Der Standard, tauschten sich zu kritischer Medienkompetenz, Fake-News sowie rechtlichen und gesundheitlichen Aspekten im Umgang mit digitalen Medien aus. Parallel dazu konnte sich das Publikum über ein digitales Tool via Smartphone interaktiv einbringen.

Die KEBÖ

Die 1972 gegründete Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) ist die Arbeitsplattform der im Erwachsenenbildungs-Förderungsgesetz von 1973 anerkannten Österreichischen Erwachsenenbildungsverbände. Die in der KEBÖ vertretenen Bundes-Verbände sind autonom, nicht gewinnorientiert und leisten österreichweit kontinuierliche und planmäßige Bildungsarbeit. Der Vorsitz wechselt nach einem Rotationsprinzip, Vorsitzende für die Periode 2018 bis 2020 ist Dr. Michael Sturm vom BFI.

Die Mitglieder der KEBÖ sind: ARGE Bildungshäuser Österreich (ARGE BHÖ), Berufsförderungsinstitut (BFI), Büchereiverband Österreichs (BVÖ), Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich (FORUM), Ländliches Fortbildungsinstitut (LFI), Ring Österreichischer Bildungswerke (RÖBW), Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung, Verband Österreichischer Volkshochschulen (VÖV), Volkswirtschaftliche Gesellschaft Österreich (VWGÖ), Wirtschaftsförderungsinstitut der Wirtschaftskammer Österreich (WIFI)

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Rückfragen & Kontakt:

Mag. Alice Fleischer
Vorsitzende der KEBÖ 2016-2018
E-Mail: alice.fleischer@wko.at
Tel.: 0590900-3031
www.erwachsenenbildung.at/keboe
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