Bericht der Gates Stiftung stellt fest, dass die demografischen Trends den globalen Fortschritt bedrohen, und fordert eine stärkere Fokussierung auf Gesundheit und Bildung in den ärmsten Ländern

Seattle (ots/PRNewswire) -

Bill und Melinda Gates: Investitionen in junge Menschen können Produktivität und Innovation fördern

Trotz dieser ernüchternden Hochrechnungen äußern Bill und Melinda Gates sich zuversichtlich, dass die wachsende junge Bevölkerung von heute helfen kann, den Fortschritt voranzutreiben. Investitionen in die Gesundheit und Bildung junger Menschen in Afrika könnten Produktivitäts- und Innovationspotenziale erschließen und so eine "dritte Welle" der Armutsminderung bewirken - nach der ersten Welle in China und der zweiten in Indien.

"Daraus kann man eine klare Bilanz ziehen: Um die Situation der Menschen auch weiterhin zu verbessern, ist es unsere Aufgabe, in den am schnellsten wachsenden, ärmsten afrikanischen Ländern Chancen zu schaffen", schreiben Bill und Melinda Gates in der Einleitung zum Bericht. "Das bedeutet, in junge Menschen zu investieren. Genau gesagt, bedeutet das: Investitionen in deren Gesundheit und Bildung."

Goalkeepers: The Stories Behind the Data 2018 (Goalkeepers: die Geschichten hinter den Daten 2018) wurde von Bill and Melinda Gates als Ko-autoren herausgegeben und in Zusammenarbeit mit dem Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) der Universität Washington erstellt. Der Bericht zeigt unter Zugrundelegung neuer Datenprojektionen, dass die Armut sich innerhalb Afrikas auf eine Handvoll Länder konzentriert, die zu den weltweit am schnellsten wachsenden gehören. Bis 2015 werden über 40% der weltweit von extremer Armut betroffenen Menschen in nur zwei Ländern, der Demokratischen Republik Kongo und Nigeria, leben.

In der Vergangenheit trug eine breite junge Bevölkerung dazu bei, das wirtschaftliche Wachstum und die Armutsreduktion voranzutreiben. Der Bericht vertritt die Auffassung, dass in die Leistungsfähigkeit und das Potenzial der Jugend investiert werden sollte, um den Fortschritt auch in Zukunft weiter in Gang zu halten. Anhand von Artikeln diverser Experten und Journalisten setzt sich der Bericht mit vielversprechenden Ansätzen in den Bereichen Gesundheit und Bildung auseinander und zeigt Wege auf, wie junge Menschen helfen könnten, den Kontinent tiefgreifend zu verändern. Dem Bericht zufolge könnten Investitionen in Gesundheit und Bildung - oder "Humankapital" - in Subsahara-Afrika das BIP der Region bis 2015 um mehr als 90 Prozent steigern.

Der Bericht verfolgt jedes Jahr 18 Schlüsselindikatoren aus den Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung - UN Sustainable Development Goals (SDGs), auch als "Globale Ziele" bezeichnet - u.a. Kinder- und Müttersterblichkeit, Wachstumshemmungen, Zugang zu Verhütungsmitteln, HIV, Malaria, extreme Armut, finanzielle Inklusion und Sanitärversorgung. Die IHME-Projektionen bieten drei potenzielle Szenarien für die Indikatoren an: ein besseres und ein schlechteres Szenario basierend auf einem beschleunigten oder verringerten Fortschrittstempo und Hochrechnungen ausgehend von den aktuellen Trends. Der diesjährige Bericht setzt sich mit vier Themen eingehender auseinander:

  • Das Kapitel über Familienplanung enthält einen Essay von Alex Ezeh, Visiting Fellow beim Center for Global Development. Dieser konzentriert sich auf die Überlegung, wie wichtig es ist, Frauen zur Ausübung ihres grundlegenden Rechts zu ermächtigen, selbst darüber zu bestimmen, wie viele Kinder sie wann mit wem haben wollen. Daten der Vereinten Nationen zufolge - so Ezah - wird damit gerechnet, dass die Bevölkerung Afrikas sich bis 2050 verdoppelt, und bis 2100 könnte sie sich nochmals verdoppeln. Wenn jede Frau in Subsahara-Afrika die Möglichkeit hätte, nur so viele Kinder zu bekommen, wie von ihr gewünscht, könnte der zu erwartende Bevölkerungsanstieg sich um bis zu 30 Prozent verringern, von 4 Milliarden auf 2,8 Milliarden. Und das Wichtigste: Dies würde es mehr Mädchen und Frauen ermöglichen, ihren Horizont zu erweitern, länger zur Schule zu gehen, später Kinder zu bekommen, als Erwachsene mehr zu verdienen und mehr in ihre Kinder zu investieren. Das Kapitel befasst sich auch damit, wie ein neuartiges Familienplanungsprogramm in Kenia jungen Frauen Zugang zu Verhütungsmitteln verschafft.
  • Das Kapitel über HIV enthält Modellberechnungen des Imperial College London, wie die HIV-Epidemie in Simbabwe im Jahr 2050 und somit die Zukunft dieses Landes insgesamt aussehen könnte. Der hohe Anteil junger Menschen in diesem Land birgt das Potenzial, das wirtschaftliche Wachstum voranzutreiben - vorausgesetzt, sie bleiben gesund. Mehr als die Hälfte aller Simbabwer ist unter 25 Jahre alt und erreicht somit das Alter, in dem das Infektionsrisiko am höchsten ist. Wenn Simbabwe in den nächsten fünf Jahren verstärkt auf die aktuell verfügbaren Präventionsinstrumente setzen würde, könnte sich die Zahl der Neuinfektionen unter den 15- bis 29-Jährigen in einem Jahrzehnt um ein Drittel verringern. Die Einführung neuer Präventionsinstrumente bis 2030, u.a. eines hoch wirksamen Impfstoffs, könnte die Zahl der Neuerkrankungen weiter reduzieren, auf ca. 400 pro Jahr. Insgesamt könnten durch all diese Maßnahmen bis zu 364.000 neu HIV-Fälle unter den jungen Menschen vermieden werden.
  • Das Kapitel über Bildung enthält einen Aufsatz von Ashish Dhawan, Vorsitzender der Central Square Foundation in Indien. Obwohl in den Ländern mit niedrigem Einkommen (low income) oder niedrigem mittlerem Einkommen (lower middle income) mehr junge Menschen denn je eine Schule besuchen, lernen viele nicht das, was sie für den Erfolg benötigen. Die Strategie zur Verbesserung der schulischen Bildungsergebnisse ist leider nicht so nicht so klar wie die Strategie für einen verbesserten Zugang zur Schule. Das Kapitel beleuchtet den Erfolg Vietnams bei der Erzielung systemweiter Verbesserungen. Vietnams BIP pro Kopf ist zwar nur geringfügig höher als das von Indien, aber die Altersgruppe der 15-Jährigen in Vietnam schneidet bei internationalen Tests besser ab als die Schüler aus reichen Ländern wie die Vereinigten Staaten und Großbritannien.
  • Das Kapitel über Landwirtschaft enthält eine Analyse von James Thurlow, Senior Research Fellow am International Food Policy Research Institute, der die These vertritt, dass Ghana durch eine Verdoppelung der landwirtschaftlichen Produktivität die Armut halbieren, Hunderttausende von Arbeitsplätzen schaffen und das wirtschaftliche Wachstum deutlich steigern könnte. In einem Artikel eines lokalen Journalisten wird die Reise einer Tomate von einem Feld im ländlichen Burkina Faso bis auf einen Teller in Ghana verfolgt und gezeigt, wie viele Arbeitsplätze sie auf ihrem Weg schafft.

Bill und Melinda Gates werden den Goalkeepers Datenbericht bis 2030 jedes Jahr herausbringen, immer rechtzeitig zur jährlichen Zusammenkunft der "World Leaders" in New York anlässlich der VN-Vollversammlung. Der Bericht soll bewährte Praktiken beleuchten und dazu beitragen, dass die Gates Stiftung sowie deren Partner und Führungspersönlichkeiten überall in der Welt ihrer Rechenschaftspflicht nachkommen. Er soll nicht nur dokumentieren, was funktioniert, sondern auch wo die Defizite liegen.

Parallel zum Erscheinen des Berichts sind Bill und Melinda Gates erneut Ko-organisatoren des Goalkeepers Events in New York während der VN-Vollversammlung. Am 26. September werden dynamische junge Führungspersönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Technologie, der Medien- und Unterhaltungsbranche und dem Nonprofit-Bereich über Innovationen und Ansätze zur Verwirklichung der Globalen Ziele diskutieren. Unter den Teilnehmern sind junge Führungspersönlichkeiten wie David Sengeh, Chief Innovation Officer für die Regierung von Sierra Leone; die indische Juristin, Sozialaktivistin und Gründerin von SheSays, Trisha Shetty; der kenianische Musiker und Aktivist King Kaka; ebenso auch die indischsprachige Poetry-Slammerin Aranya Johar. Weitere Redner sind: Graça Machel, Aktivistin und Mitbegründerin des Graça Machel Trust, die sich weltweit für die Rechte von Frauen und Kindern engagiert; Richard Curtis, Autor, Campaigner und Mitbegründer von Project Everyone; und Stephen Fry, Schauspieler, Autor und Moderator. Auf der Bühne zu sehen sein werden u.a. der britische Singer-Songwriter Ed Sheeran und der Brooklyn Youth Chorus. Weitere Redner werden demnächst bekanntgegeben.

Am 25. September, d.h. am Vorabend des am nächsten Tag stattfindenden Goalkeepers Events, werden die Goalkeepers Global Goals Awards präsentiert, ebenfalls ko-organisiert von Bill und Melinda Gates. Die in Zusammenarbeit mit der Bill & Melinda Gates Stiftung und UNICEF vergebenen Preise würdigen herausragende Leistungen im Bereich der Jugendarbeit weltweit, mit direktem Bezug zu den 17 Globalen Zielen. Die vier Preiskategorien sind: Progress Award, Changemaker Award, Campaign Award und Global Goalkeeper Award.

Hinweise für Redakteure/Herausgeber

Über die Bill & Melinda Gates Stiftung

Geleitet von der Überzeugung, dass jedes Leben den gleichen Wert hat, bemüht sich die Bill & Melinda Gates Stiftung, allen Menschen zu helfen, ein gesundes und produktives Leben zu führen. In den Entwicklungsländern konzentriert sich die Stiftung darauf, die Gesundheit der Menschen zu verbessern und ihnen die Chance zu geben, sich aus Hunger und extremer Armut zu befreien. In den Vereinigten Staaten engagiert sie sich dafür, dass alle Menschen - besonders die Einkommensschwächsten - Zugang zu den Chancen bekommen, die sie brauchen, um in der Schule und im Leben erfolgreich zu sein. Die Stiftung hat ihren Sitz in Seattle und wird geleitet von Sue Desmond-Hellmann (CEO) und William H. Gates Sr. (Co-Chair) unter der Führung von Bill und Melinda Gates und Warren Buffett.

Über Goalkeepers

Goalkeepers ist die Kampagne der Stiftung, um den Fortschritt hin zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung, englisch: Sustainable Development Goals (oder Globale Ziele), zu beschleunigen. Wir wollen die Geschichten und Daten, die hinter den Globalen Zielen stehen, durch Veranstaltungen und durch einen jährlichen Bericht publik machen und hoffen, auf diese Weise eine neue Generation von Führungspersönlichkeiten zu inspirieren - "Goalkeepers", die das Fortschrittsbewusstsein fördern, von ihren Führungen Rechenschaft fordern und das Engagement zur Verwirklichung der Globalen Ziele vorantreiben.

Über die Globalen Ziele

Am 25. September 2015 verpflichteten sich 193 Staats- und Regierungschefs am Sitz der Vereinten Nationen in New York auf die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, englisch: Sustainable Development Goals (oder Globale Ziele). Es handelt sich um eine Reihe ehrgeiziger Ziele und Unterziele, mithilfe derer bis 2030 drei ganz außerordentliche Dinge vollbracht werden sollen: Armut beenden, Ungleichheit und Ungerechtigkeit bekämpfen, den Klimawandel stoppen.

Rückfragen & Kontakt:

media@gatesfoundation.orgLink zum Bericht: gatesfoundation.org/goalkeepers/report

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