Oö. Volksblatt: "Zu zentralistisch" (von Harald ENGELSBERGER)

Ausgabe vom 15. September 2018

Linz (OTS) - So löblich es ist, dass die Bundesregierung ihr Wahlversprechen zur Entschlackung der Sozialversicherungsträger jetzt einlöst, so schade ist es um die historische Chance, diesen mutigen Schritt auch gleich mit einem Zeichen zur Dezentralisierung zu verknüpfen. Warum man nicht die Zentrale – oder Direktion oder wie auch immer es heißen wird – der neuen Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) aus Wien in ein anderes Bundesland verlagern will, wie mancherorts erhofft, bleibt leider unbeantwortet.
Zugleich ist es Wasser auf den Mühlen jener, die nicht ganz unbegründet einen zentralistischen Hintergrund vermuten, weil justament wieder einmal alles von Wien aus gesteuert und entschieden werden soll. Aus Wien also, aus jenem Bundesland, das sich in Sachen Verwaltung der Versichertengelder in der Vergangenheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Aus Wien also, in dem mit Geld sehr locker umgegangen wird, wenn es die eigenen Belange betrifft — Stichwort „Krankenhaus Nord“, um nur das jüngste Fiasko zu nennen. Natürlich kann man auch alles zentralistisch entscheiden. Die Sicht der Dinge aus Wien ist jedoch meist eine andere als vor Ort. Man denke als gelernter Oberösterreicher nur an frühere Bundes-Versprechen — etwa an die vierte Donaubrücke in Linz ...

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