„kulturMontag“: Mythos Romy, Monet in der Albertina, neues Bennett-Album u. v. m.

Außerdem: Doku „Ein Abend mit Romy“, basierend auf bisher unveröffentlichten Tonbandaufnahmen von Alice Schwarzer

Wien (OTS) - Clarissa Stadler präsentiert im „kulturMontag“ am 17. September 2018, um 22.30 Uhr in ORF 2, einen Schwerpunkt zum 80. Geburtstag von Schauspiellegende Romy Schneider (Details zum ORF-Programmschwerpunkt unter presse.ORF.at): Zunächst befasst sich die Sendung mit dem Mythos Romy. Anschließend an das Magazin steht um 23.30 Uhr die neue Dokumentation „Ein Abend mit Romy“ auf dem Programm, die auf bisher unveröffentlichten Tonbandaufnahmen eines intimen Interviews von Alice Schwarzer aus dem Jahr 1976 basiert. Weitere Themen im „kulturMontag“ sind u. a. die große Claude-Monet-Schau in der Albertina, die schon jetzt verspricht, der nächste Blockbuster des Hauses zu werden, sowie das neue Album von Tony Bennett, das der 92-jährige US-Jazzstar und Entertainer gemeinsam mit Jazz-Diva Diana Krall zu Ehren George Gershwins aufgenommen hat.

80. Geburtstag Romy Schneider – Der Mythos lebt

Am 23. September jährt sich Romy Schneiders Geburtstag zum 80. Mal – bis heute ist sie unvergessen. Über ihr Leben scheint alles gesagt, alles geschrieben, alles zutage gefördert. Nicht ganz, wie zwei neue Filme und Bücher zeigen. So erscheint erst jetzt ein Film des deutschen Regisseurs Hans-Jürgen Syberberg, der 1966 die 27-jährige Romy drei Tage lang während eines Skiurlaubs in Kitzbühel mit der Kamera begleitete. Die Veröffentlichung scheiterte einst am Einspruch von Schneiders Ehemann Harry Meyen. Jetzt legt Syberberg seinen Directors Cut vor, parallel dazu gibt es ein Buch. Ebenso erscheint eine Neuauflage von Alice Schwarzers großer Romy-Biografie mit einem aktuellen Vorwort. Dieser liegt ein langes, sehr intimes Interview aus dem Jahr 1976 zugrunde, das die Romy-Vertraute eine Nacht lang mit dem Star in Köln in französischer Sprache führte. Die Tonbandaufnahmen sollten eigentlich geheim bleiben, doch 40 Jahre nach dem Interview entschied sich Schwarzer nun, diese zu veröffentlichen. In der neuen TV-Dokumentation „Ein Abend mit Romy“ von Patrick Jeudy, die ORF 2 zum Abschluss des „kulturMontag“ um 23.30 Uhr zeigt, kommentiert Schwarzer nun die Aufnahmen. Darin kommt u. a. Romys kompliziertes Verhältnis zu ihrer Mutter Magda zur Sprache, deren Naheverhältnis zu den Nazis die Tochter Zeit ihres Lebens schwer belastet haben soll.

Claude Monet – Große Retrospektive in der Albertina

Die Wiener Albertina präsentiert ab 21. September mit einer 100 Gemälde umfassenden Monet-Ausstellung die erste große Retrospektive des „Meisters des Lichts“ seit mehr als 20 Jahren in Österreich. Die Schau mit Leihgaben aus mehr als 40 internationalen Museen und Privatsammlungen spannt den Bogen von seinen ersten vorimpressionistischen Werken bis hin zu den allerletzten Gemälden, die in Claude Monets Garten in Giverny entstanden sind, und verspricht schon jetzt – nach der opulenten Raffael-Schau oder der poppigen Keith Haring-Ausstellung – der nächste Blockbuster des Hauses zu werden. Der „kulturMontag“ gibt erste Einblicke.

Ein Rastloser mit Rhythmus – Tony Bennett und seine Hommage an George Gershwin

Auf sieben Jahrzehnte im Musikgeschäft, mehr als 70 Alben, rund 50 Millionen verkaufte Exemplare und 19 Grammys kann US-Jazzsänger und Entertainer Tony Bennett verweisen. In der jüngeren Vergangenheit feierte der rastlose 92-jährige Superstar mit seinem „Cheek to Cheek“-Album mit Lady Gaga einen Welterfolg. Nun bringt der Repräsentant des Great American Songbook und Verwalter des Erbes von Größen wie Gershwin, Porter, Mancini, Mercer oder Ellington in Kürze gemeinsam mit Jazz-Diva Diana Krall das neue Album „Love is here to stay“ heraus, das den 120. Geburtstag von George Gershwin würdigt.

Neue Dokumentation „Ein Abend mit Romy“ (23.30 Uhr)

Rebellisch und konformistisch, hochbegabt und voller Selbstzweifel:
In der Nacht vom 12. Dezember 1976 stand Romy Schneider der engagiertesten Feministin der damaligen Zeit in einem exklusiven Interview Rede und Antwort. 40 Jahre später stellte Alice Schwarzer ihre Tonbandaufnahmen für Patrick Jeudys Dokumentarfilm zur Verfügung und kommentierte dieses bewegende Gespräch, in dem Romy Schneider ihr schließlich auch die Traumata ihrer Jugend anvertraut. Auf der Suche nach ihrem wahren Selbst öffnet sich Romy Schneider völlig und lässt letztendlich auch ihre tiefe Melancholie und Einsamkeit zutage treten. Ein außergewöhnliches, neues Dokument über die Ikone des europäischen Films.

Alice Schwarzer steckte 1976 gerade in den Vorbereitungen zur Gründung ihres Frauenmagazins „Emma“; die 38-jährige Starschauspielerin Romy Schneider hatte damals in Frankreich schon Erfolgsfilme wie „Der Swimmingpool“, „Die Dinge des Lebens, „César und Rosalie“ und „Das alte Gewehr“ gedreht und im selben Jahr den César als beste Hauptdarstellerin gewonnen. Sie war auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und musste niemandem mehr etwas beweisen. Frisch mit einem neun Jahre jüngeren Mann liiert, Mutter eines kleinen Sohnes aus der Ehe mit dem deutschen Regisseur und Schauspieler Harry Meyen, träumte Romy gerade von einem zweiten Kind. Sie schmiedete Pläne für ihre nächsten Filme und wollte gerne eine eigene Produktionsfirma gründen. Die Schauspielerin, die immer den Bruch und die Flucht wagte, hatte tatsächlich ein tiefes Bedürfnis nach Sicherheit und Kontinuität. Sie war zerrissen, zwischen Berühmtheit und dem Wunsch nach einem gewöhnlichen Leben, zwischen Leidenschaft für die Liebe und Leidenschaft für den Beruf.

Der Film von Patrick Jeudy orientiert sich an der Biografie der Schauspielerin, die 1938 als Rosemarie Magdalena Albach in Wien zur Welt kam: Es geht um die Kindheit vor allem im bayerischen Berchtesgaden, ihre Karriere in Deutschland, den Umzug nach Frankreich, wo sie sich zur Charakterdarstellerin entwickelte, um ihre Beziehungen, zum Beispiel mit dem französischen Schauspieler Alain Delon. Auf den ausgewählten Mitschnitten äußert sich eine melancholisch anmutende 38-Jährige, die über das Älterwerden und ihre Identität nachdenkt.
Der Fokus bleibt stets auf dem Innenleben von Romy Schneider. Es ergibt sich das Bild einer Frau, die vieles gesehen hat, vieles erlitt, die mit ihrer Herkunft haderte, auch, weil sie als in der Öffentlichkeit stehende Person viel Kritik und Häme einstecken musste. Auf der Suche nach ihrem wahren Selbst öffnet sich Romy Schneider im Gespräch mit Alice Schwarzer völlig und gewährt intime Blicke auf eine Persönlichkeit, die von Melancholie und Einsamkeit geprägt ist.

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