„Orientierung“ über den slowakischen „Wallfahrtsort“ Dechtice, Twitter-Verbot für koptische Mönche und die Wallfahrt nach Mekka

Außerdem am 16. September: Theologe J. B. Metz im Porträt

Wien (OTS) - Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 16. September 2018, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Ein zweites Medjugorje? Slowakischer „Wallfahrtsort“ Dechtice

Ähnlich wie in Medjugorje soll vor 24 Jahren in der slowakischen Ortschaft Dechtice die Muttergottes Maria sieben Kindern erschienen sein. Die „Erscheinungen“ – sowohl in Bosnien-Herzegowina als auch in der Slowakei – sind vom Vatikan bis heute nicht anerkannt. Dennoch finden einmal im Monat „private Wallfahrten“ nach Dechtice statt. Viele Gläubige aus der Slowakei, aus Tschechien, Ungarn, Polen und auch aus Österreich suchen dort Hilfe. Anders als in Medjugorje gibt es in Dechtice, einem etwa 140 Kilometer östlich von Wien gelegenen Ort, fast keine Infrastruktur für die Pilger. Die meisten Bewohner von Dechtice sind dem Geschehen gegenüber skeptisch bis kritisch eingestellt. Auch der örtliche Pfarrer will mit den sogenannten „Erscheinungen“ und den Pilgerfahrten nichts zu tun haben. Und der Bürgermeister zeigt sich im „Orientierung“-Interview verärgert über den unerwünschten Ansturm. Bericht: Martin Motylewicz.

Ein strenger Papst: Twitter-Verbot für koptische Mönche

Kein Twitter und kein Facebook mehr: Koptisch-orthodoxe Mönche und Nonnen müssen ihre Internetkonten schließen. Zudem werden Klosterbesuche von Gästen eingeschränkt. Klöster dürfen nur noch mit Genehmigung verlassen werden und Medienauftritte sind verboten. Mit insgesamt zwölf Anordnungen, die im August in Kraft getreten sind, will Kopten-Papst Tawadros II. einen Reformprozess des monastischen Lebens anstoßen. Damit sollen „unnütze Debatten“ unterbunden und die „Ruhe des monastischen Lebens“ gestärkt werden. Kurz vor Inkrafttreten der Anordnungen hat ein „Orientierung“-Team das koptisch-orthodoxe Kloster St. Antonius im niederösterreichischen Obersiebenbrunn besucht und dort seltene Einblicke erhalten. Bericht:
Marcus Marschalek, Hekmat Ibrahim.

Wallfahrt nach Mekka: Muslimische Pilgerreise der Superlative

Einmal im Leben sollte jeder gläubige Muslim auf Pilgerfahrt nach Mekka gehen. Der Haddsch, wie dieses Pilgern genannt wird, ist neben dem Glaubensbekenntnis, dem Gebet, dem Fasten im Ramadan und dem Entrichten der Armutsteuer Zakat eine der fünf Säulen des Islam. Mehr als zwei Millionen Musliminnen und Muslime waren es jeweils in den vergangenen Jahren, die diese oft weite Reise angetreten haben. Für die saudischen Behörden ist es – Jahr für Jahr – eine enorme logistische Herausforderung. Und nicht immer war man dem Andrang gewachsen: Massenpanik führte schon mehrmals zu Katastrophen. Dieses Jahr hat erstmals auch ein ORF-Team einen Haddsch begleitet – und berichtet von einzelnen Stationen der Pilgerfahrt: von der Umrundung der Kaaba, dem Besuch des Berges Arafat und dem Steinigen des Teufels in der Ebene von Mina. Bericht: Karim El-Gawhary.

Gott nach Auschwitz: Zum 90. Geburtstag des Theologen J. B. Metz

Das Programm der sogenannten „Neuen Politischen Theologie“ ist untrennbar mit seinem Namen verbunden: Johann Baptist Metz. Erschüttert von den Leiderfahrungen des Zweiten Weltkriegs, v. a. der Shoa, kreisen seine theologischen Entwürfe besonders um die Theodizee, d. h. um die Frage, ob bzw. wie man angesichts des Leides in der Welt noch von einem guten und barmherzigen Gott sprechen kann. Metz versucht dabei, die Geschichte der Menschheit nicht aus dem Blickwinkel der Sieger, sondern von den Verlierern her zu lesen und zu verstehen: von den Leidenden, den Wehrlosen, den Opfern von Krieg und Unterdrückung. Die „warnende Stimme“ dieser Menschen, so Johann Baptist Metz, dürfe nicht überhört werden und schon gar nicht in Vergessenheit geraten. Geprägt hat der katholische Theologe auch den Begriff „gefährliche Erinnerung“: eine Erinnerung, die aus dem banalen Realismus reißt und für kurze Augenblicke das bequem Arrangierte „hart und grell beleuchtet“. Metz gilt als einer der profiliertesten Theologen des 20. Jahrhunderts. Die Spuren seiner Theologie lassen sich bis in die lateinamerikanische Befreiungstheologie verfolgen. Interviews hat Johann Baptist Metz in jüngster Zeit nur noch sehr selten gegeben. Heute lebt er – am 5. August 90 Jahre alt geworden – eher zurückgezogen in Münster. Bericht: Marcus Marschalek, Philipp Supper.

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