GLOBAL 2000 zur neuen EU-Plastikstrategie: Ein gutes Signal aber jetzt muss die Arbeit beginnen

Nun müssen schleunig Maßnahmen folgen, die Europas Plastik-Fußabdruck drastisch reduzieren

Die heutige Abstimmung ist ein wichtiges symbolisches Signal gegen unsere Wegwerfkultur und ein Bekenntnis, um gegen die Plastikverschmutzung vorzugehen. Es ist aber bereits hoch an der Zeit, nun auch konkrete Maßnahmen zu setzen, die Europas Plastik-Fußabdruck reduzieren.
Lisa Kernegger, Ökologin bei GLOBAL 2000
Positiv ist zu bewerten, dass das Parlament heute eingeräumt hat, dass biologisch abbaubare Kunststoffe keine Wunderwaffe gegen Umweltverschmutzung sind und keine Entschuldigung dafür sein können, weiterhin kurzlebige Wegwerfprodukte in diesen Mengen zu verwenden. Echte Lösungen können nur solche Maßnahmen sein, die unseren Plastikverbrauch drastisch reduzieren.
Lisa Kernegger, Ökologin bei GLOBAL 2000

Wien/Straßburg (OTS) - Heute wurde im europäischen Parlament in Straßburg über die Europäische Plastikstrategie abgestimmt. Das EU-Parlament hat in der heutigen Abstimmung die Pläne der Europäischen Kommission zur Verringerung der Umweltverschmutzung durch Plastik gestärkt, indem sie die im Rahmen des Kreislaufwirtschaftspakets im Jänner 2018 vorgelegte Europäische Plastikstrategie beschlossen hat.

„Die heutige Abstimmung ist ein wichtiges symbolisches Signal gegen unsere Wegwerfkultur und ein Bekenntnis, um gegen die Plastikverschmutzung vorzugehen. Es ist aber bereits hoch an der Zeit, nun auch konkrete Maßnahmen zu setzen, die Europas Plastik-Fußabdruck reduzieren.“, so Lisa Kernegger, Ökologin bei GLOBAL 2000.

Ein erster Schritt in die richtige Richtung

Das Europäische Parlament fordert nun eine Reihe zusätzlicher Maßnahmen, die über die ursprünglichen Vorschläge der Kommission hinausgehen, darunter:

* ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetika, Körperpflegeprodukten, Wasch- und Reinigungsmitteln bis 2020 und konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung anderer Mikroplastikeintragsquellen in die Natur.

* ein vollständiges Verbot von oxo-abbaubaren Plastik (eine Quelle der Mikroplastik-Verschmutzung) bis 2020.

* die Reduktion von gefährlichen Stoffen in Plastik, um recyceltes Plastik frei von Schadstoffen zu halten.

Kritisch sieht GLOBAL 2000 allerdings, dass es das Europäische Parlament versäumt hat, Maßnahmen zur Bekämpfung der weitverbreiteten Umwelt-Verschmutzung durch die Kunststoffpellets der Plastik-Industrie zu schaffen. Auch stärkere wirtschaftliche Anreize zur allgemeinem Reduzierung der Plastikproduktion und des Plastikverbrauchs werden nicht unterstützt.

Das Wichtigste fehlt noch: Die konkreten Maßnahmen

"Positiv ist zu bewerten, dass das Parlament heute eingeräumt hat, dass biologisch abbaubare Kunststoffe keine Wunderwaffe gegen Umweltverschmutzung sind und keine Entschuldigung dafür sein können, weiterhin kurzlebige Wegwerfprodukte in diesen Mengen zu verwenden. Echte Lösungen können nur solche Maßnahmen sein, die unseren Plastikverbrauch drastisch reduzieren." so Kernegger weiter.

Da die Plastikstrategie noch keine direkten rechtlichen Auswirkungen hat, ist die entscheidende Frage nun, wie diese Bekenntnisse nun umgesetzt werden. Schon Ende Oktober wird die „Richtlinie zur Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt“ im Europäischen Parlament abgestimmt. Hier hat das Europäische Parlament die Chance, eine gute Richtlinie mitzugestalten, die der Umweltverschmutzung durch Plastik effektiv entgegenwirkt.


Die GLOBAL 2000-Petition „Es reicht! Schluss mit Wegwerfplastik“:
https://www.global2000.at/es-reicht-schluss-mit-wegwerfplastik


Rückfragen & Kontakt:

Lisa Kernegger, GLOBAL 2000 Ökologin
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Michael Lachsteiner, GLOBAL 2000 Pressesprecher
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