APCC-Bericht: WWF fordert Stopp umweltschädlicher Subventionen

Politik muss handeln: Ausstieg aus fossilen Energien beschleunigen, umweltschädliche Subventionen und Experimente stoppen

Wien, am 13. September 2018 (OTS) - Der heute präsentierte „APCC Special Report Gesundheit, Demographie und Klimawandel“ verdeutlicht, dass die Folgen der Klimakrise schon heute weltweit spürbar sind. Auch für Österreich bedeutet dies, dass schon ein moderater Temperaturanstieg mit einer erhöhten Sterblichkeitsrate verbunden ist. Der WWF fordert aufgrund dieser alarmierenden Ergebnisse deutliche politische Konsequenzen: „Der Ausstieg aus fossilen Energien muss auf allen Ebenen beschleunigt werden. Umweltschädliche Subventionen müssen rasch auslaufen. Eine Öko-Steuerreform wäre wichtiger denn je“, fordert WWF Klimasprecherin Lisa Plattner anlässlich des alarmierenden Sachstandberichts aus der Wissenschaft. „Es ist völlig absurd, dass Österreich jährlich bis zu fünf Milliarden Euro für kontraproduktive Relikte wie zum Beispiel das Dieselprivileg verschwendet anstatt dieses Geld für mehr Klimaschutz zu investieren. Als ob es das Pariser Klimaschutzabkommen nie gegeben hätte. Auch Experimente wie Tempo 140 bringen uns nicht weiter, stattdessen braucht es eine Offensive für öffentliche Verkehrsmittel und nachhaltige Mobilität“, sagt Plattner. Wie der Sachstandsbericht einmal mehr festhält, spielt der Verkehrssektor sowohl für das Klima als auch für die Gesundheit eine zentrale Rolle. „Seit 1990 sind die Emissionen um 60 Prozent gestiegen. Hier braucht es dringend eine Trendwende“, fordert Plattner. „Die Bekämpfung der Klimakrise muss bei den Ursachen ansetzen und darf sich nicht nur auf die ebenfalls notwendigen Anpassungsmaßnahmen beschränken“, zieht Plattner eine weitere Schlussfolgerung aus dem APCC-Bericht.

Der WWF Österreich appelliert zudem an die Bundesregierung, die zweite Hälfte ihrer EU-Ratspräsidentschaft für eine echte Klimaschutz-Offensive zu nützen. „Wer aus innenpolitischen Gründen eindimensional fast nur über Asyl und Migration redet, wird auch bei Klima und Umwelt keine großen Durchbrüche schaffen. Das gilt umso mehr, weil die weltweite Klimakrise immer mehr Menschen in die Flucht treibt“, fordert Plattner eine andere Prioritätensetzung ein. Aufgaben gibt es mehr als genug: Derzeit wird zum Beispiel auf EU-Ebene verhandelt, ob klimaschädliche Emissionen im Verkehr deutlich gesenkt werden und Milliardensubventionen für Kohlekraftwerke auslaufen. Wie die APCC-Studie zeigt, haben wirksame Klimaschutzmaßnahmen unmittelbar positive Auswirkungen auf Luftqualität und Gesundheit. „Dafür muss sich Österreich mit aller Kraft einsetzen. Die Gesundheit der Menschen ist wichtiger als die Profitwünsche der Fossil-Lobbys“, bekräftigt Plattner.

Der Sachstandsbericht verdeutlicht auch die steigende Bedeutung einer klimafreundlichen Ernährung. „Bei der Ernährung hat die Reduktion des Fleischkonsums die größten positiven Effekte für Klima und Gesundheit. Eine stärkere pflanzliche Ernährungsweise könnte die globale Mortalitätsrate spürbar senken und die ernährungsbezogenen Treibhausgase dramatisch reduzieren“, zitiert WWF Klimasprecherin Plattner eine weitere zentrale Botschaft des APCC-Berichts.

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