Tiroler Tageszeitung, Leitartikel, Ausgabe vom 11. September 2018. Von SERDAR SAHIN. "Die UNO verschwendet Ressourcen".

Innsbruck (OTS) - Die Einschätzung der neuen UNO-Menschenrechtskommissarin, dass Geflüchtete in Österreich nicht ganz sicher seien, ist völlig realitätsfremd. Sie will Teams hierherschicken, die das überprüfen sollen. Das Geld dafür kann sie sich sparen.

Die neue Menschenrechtskommissarin der Vereinten Nationen, Michelle Bachelet, glaubt also, dass Geflüchtete in Österreich nicht gut genug geschützt werden. Sie will, dass UNO-Teams das vor Ort – also hierzulande – überprüfen. Was genau untersucht werden soll, ist unklar. Das weiß Bachelet offensichtlich selbst nicht. In ihrem Redetext heißt es knapp: In Österreich sollen „jüngste Entwicklungen auf diesem Gebiet“ bewertet werden. Hat sie vielleicht Australia mit Austria verwechselt? Wie sonst kann man sich diese völlig haltlose Einschätzung erklären?
Österreich hat einen der höchsten Standards in dem Bereich. Geflüchtete werden sehr gut betreut – durch staatliche Einrichtungen und humanitäre Organisationen. Sie müssen in Österreich nicht um ihr Leben fürchten, bekommen eine Unterkunft, Taschengeld und ihre Kinder dürfen in Schulen, die zu den besten der Welt gehören. Klar gibt es immer Luft nach oben, natürlich kann man immer alles besser machen. Aber, dass Geflüchtete hier nicht sicher sein sollen, wie Bachelet impliziert, ist hanebüchen. Das UNO-Vorhaben wäre Verschwendung von Ressourcen, die die Organisation aber dringend woanders braucht.
Es gibt genug andere Länder, die ihrer Aufmerksamkeit bedürfen. Die Lage der Ausländer in den arabischen Staaten hat sie mit keinem Wort erwähnt. Ach, stimmt, bis auf einige wenige arabische Länder nehmen die ja gar keine Schutzsuchenden auf. Da gibt es natürlich auch nichts zu kritisieren.
Bachelet stellte Österreich in ihrer Rede auf eine Stufe mit Italien und Deutschland. Weder werden hierzulande Migranten öffentlich attackiert (so wie das in Italien passiert ist), noch „veranstaltet“ ein rechter Mob „Hetzjagden“ auf Ausländer, so wie die deutsche Kanzlerin Angela Merkel die Ausschreitungen in Chemnitz genannt hat. Dass Bachelet dann auch noch im selben Atemzug mit Österreich die chinesische Führung im Umgang mit ihrer uigurischen Minderheit anprangert, lässt das Fass überlaufen. Das ist völlig realitätsfremd. Als ob das alles nicht schon verwirrend genug wäre, weist das heimische Außenministerium darauf hin, dass die Äußerungen Bachelets zu Österreich „so nicht“ gefallen seien. Österreich sei bei der Rede zwar erwähnt worden, die Ankündigung, ein Team zu entsenden, befinde sich allerdings nur im online abrufbaren Redetext.
Na, dann ist ja alles gut.

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