Sandler zu OÖ: Schwarz-Blau betreibt Chancenraub – „Das wird sich volkswirtschaftlich und gesellschaftspolitisch rächen“

Bildungsgerechtigkeit und Vereinbarkeit von Beruf und Familie leiden massiv unter unsozialer Politik

Wien (OTS/SK) - Die aktuellen Zahlen aus Oberösterreich zeigen, dass seit Einführung der unsozialen Kindegartengebühren 1.806 Kinder von der (Nachmittags-)Betreuung abgemeldet wurden. „Insgesamt sind es rund 20 Prozent, die abgemeldet wurden oder seltener kommen. Und die zuständige Landesrätin Hablerlander sieht keinen Handlungsbedarf! Damit sind sehr wohl alle unsere Befürchtungen wahr geworden“, betont SPÖ-Familiensprecherin Birgit Sandler. Der Kindergarten sei die erste Bildungseinrichtung. „Ziel muss es sein, bereits dort den Grundstein für einen erfolgreichen Bildungsweg zu legen und dafür zu sorgen, dass wirklich alle Kinder die Chance zum Bildungsaufstieg erhalten“, so Sandler. „Bildung wird in Österreich nach wie vor vererbt. Eine qualitative ganztägige Kinderbetreuung ist ein wesentlicher Faktor für mehr Bildungsgerechtigkeit, für gelingende Integration und für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, stellt Sandler klar. „Was Schwarz-Blau hier betreibt, ist Chancenraub. Kinder aus ärmeren Familien und Frauen haben mal wieder das Nachsehen. Das ist nicht nur sozial ungerecht, sondern auch volkwirtschaftlich kompletter Unsinn“, sagt Sandler. ****

„Viele Familien können sich die Kindergartengebühren einfach nicht leisten“, sagt Sandler. Betroffen sind vor allem Kinder aus ärmeren und bildungsfernen Familien, die vom Kindergarten am meisten profitieren. „Und deren Mütter können ohne entsprechendes Betreuungsangebot wiederum keiner Vollzeitarbeit nachgehen und damit für ein höheres Familieneinkommen sorgen – ein Teufelskreis!“, warnt Sandler. „Die Kindergartengebühren zeigen ganz klar, dass Schwarz-Blau gar kein Interesse an Chancengleichheit hat. Kinder aus ärmeren Familien sind weniger wert und Frauen sollen offenbar zurück an den Herd“, betont Sandler. Frauen haben es jetzt schon schwerer am Arbeitsmarkt. Mit dem arbeitnehmerInnenfeindlichen 12-Stunden-Tag wird sich die Situation für sie noch weiter verschärfen. „Weniger Frauen am Arbeitsmarkt plus Bildungshürden für Kinder aus sozial schwachen Familien: Das rächt sich wirtschafts- und gesellschaftspolitisch in einem Land, dessen größte Ressource gut ausgebildete Fachkräfte sind.“

Die SPÖ gehe daher genau den umgekehrten Weg. „Eltern müssen zeitlich und finanziell entlastet werden“, fordert Sandler. Nach Wien ist auch Kärnten auf dem Weg zum beitragsfreien Kindergarten. Die SPÖ hat außerdem ein Entlastungspaket vorgeschlagen, das u.a. beitragsfreie Ganztagsschulen, kostenfreie Nachhilfeangebote und eine Verdoppelung des Schulstartgeldes beinhaltet. (Schluss) sc/up

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