„Dschungel“ – spannende „Universum“-Reise in die „grünen Kathedralen“ Südamerikas, Südostasiens und Afrikas

Teil 4 der BBC-Erfolgsserie „Planet Earth – Das Wunder Erde“ am 11. September um 20.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Die vierte, von Emma Napper (deutsche Bearbeitung: Doris Hochmayr) gestaltete Folge der neuen sechsteiligen BBC-Blockbuster-Serie „Planet Earth – Das Wunder Erde“ führt am Dienstag, dem 11. September 2018, um 20.15 Uhr in ORF 2 in die Dschungelgebiete Südamerikas, Südostasiens und Afrikas. Immergrüne Umgebung, das ganze Jahr über etwa 25 Grad, Nahrung und Wasser im Überfluss. Und doch sind die tropischen Regenwälder der Erde kein Garten Eden. Denn der Dschungel ist überfüllt. Mindestens zwei Drittel aller bekannten landlebenden Tier- und Pflanzenarten bewohnen diese „grünen Kathedralen“ – gebaut aus Bäumen, Sträuchern und unzähligen Blühpflanzen. Dabei bedecken Regenwälder nur etwa sechs Prozent der eisfreien Landmasse der Erde. Alle Lebewesen stehen hier in unerbittlicher Konkurrenz zueinander. Wer sich behaupten will, braucht besondere Fähigkeiten. Ob Tarnkünstler, versierter Jäger oder flinker Kletterer, ob Nischenspezialist bei der Futtersuche oder selbst durch Giftstoffe ungenießbar für die zahlreichen Fressfeinde – keine Eigenschaft ist ein Garant dafür, wohlbehalten den Abend zu erleben.

Für die neue BBC-Erfolgsproduktion „Planet Earth“ haben sich mehrere internationale Kamerateams über drei Jahre hindurch auf härteste Herausforderungen eingelassen, um eine geheimnisvolle Welt aus nächster Nähe zu erfassen: Drohnen kamen ebenso zum Einsatz wie Kamerafallen, superstarke Teleobjektive und Hochgeschwindigkeitskameras. Nicht weniger als 117 Drehreisen führten die Teams durch rund 40 Länder, insgesamt absolvierten sie 2.089 Drehtage für die neue Reihe. „Universum“ begibt sich in dieser eindrucksvollen BBC-Dokumentationsreihe auf eine atemberaubende Weltreise, um extreme Lebensräume und ihre Bewohner in ihrer Einzigartigkeit zu dokumentieren. Die Episoden 5 und 6 – „Grasland“ bzw. „Städte“ – stehen am 18. bzw. 25. September auf dem „Universum“-Programm.

Kein Lebensraum an Land beherbergt einen größeren Artenreichtum als der tropische Regenwald. Die weitläufigen Grünoasen sind Orte dramatischer Geschichten und ungewöhnlicher Begegnungen. Ob Tier oder Pflanze, jedes Lebewesen muss in diesem komplizierten Beziehungsgeflecht um seinen Platz kämpfen. Überall lauert Konkurrenz, ganz zu schweigen von den zahllosen Fressfeinden in unmittelbarer Nähe. Die Kunst des Überlebens hat im Laufe der Evolution ganz besondere Lebensformen und Eigenschaften hervorgebracht. Die etwa bleistiftgroßen Flugdrachen in Malaysia verblüffen ihre Angreifer zum Beispiel mit ihrer außergewöhnlichen Fähigkeit zu fliegen. Als einzige Echsenart sind sie imstande, wohlbehalten zum nächsten Baum zu segeln.

Große Raubtiere wie der Jaguar oder der Kaiman liefern sich im brasilianischen Dschungel erbitterte Kämpfe auf Leben und Tod, um ihr eingeschränktes Nahrungsrevier nicht noch weiter teilen zu müssen. Wer nicht groß und kräftig ist, muss gut tarnen und täuschen können. Im grünen Dickicht klettern Reptilien, deren Haut wie die Oberfläche der Baumstämme aussieht, Insekten imitieren die Blattformen ihrer Wirtspflanze oder Glasfrösche sogar das Aussehen ihrer Eiergelege, um Räuber zu verwirren. Die daumennagelgroße Froschart ist ein begnadeter Kampfkünstler und nimmt es sogar mit mehreren Wespen gleichzeitig auf.

Andere Tiere bauen genau auf das Gegenteil: um sich vermehren zu können, setzen sie alles daran aufzufallen. Um im üppigen Regenwald gefunden zu werden, leuchten zahlreiche Pilzarten und Insekten bei Nacht in den schillerndsten Farben und verwandeln den finsteren Wald in eine Feenlandschaft. Bei Tag buhlen knallbunte Paradiesvögel und Papageienarten mit farbenprächtigen Federn, komplizierten Tänzen und lautstarken Rufen um die Gunst der Weibchen. Wie die meisten Arten haben auch sie ein Problem: Sie sind selten. Denn weil sich die Lebewesen des Dschungels so stark spezialisieren müssen, um überleben zu können, gibt es zwar viele verschiedene Geschöpfe, jedoch in geringer Zahl von einer Art. Der Grund für die vielfältige Spezialisierung liegt am Dschungel selbst. Die mächtigen Wälder stehen auf unfruchtbarem Boden. Keine Art kann sich hier durchsetzen und lebt von den spärlichen Nährstoffen, die unmittelbar durch abgestorbene Pflanzenreste oder Tierkadaver in den Boden gelangen. Nichts wird gespeichert, sondern sofort wieder verwertet. Das Lebensumfeld bestimmt also, welche Pflanzen und Tiere in welcher Zahl wo leben können.

Dass die Regenwälder in Äquatornähe trotz Nährstoffmangels das ganze Jahr über grün sind, liegt daran, dass sie sich ihr „eigenes Klima“ schaffen. Die unzähligen Pflanzen speichern Wasser und geben es durch Transpiration wieder ab. Die warmen Temperaturen lassen das Wasser verdunsten. Wolken bilden sich und regnen meist täglich wieder auf den Wald herab – ein permanenter Kreislauf eines klimatisch sich selbst versorgenden Lebensraums. Zur Regenzeit überschwemmen die Wassermengen tiefliegende Gebiete. Große Seen entstehen unter den Baumkronen. Im Dschungel Brasiliens beherbergen diese Gewässer ein außergewöhnliches Geschöpf, das erst 2014 wissenschaftlich beschrieben wurde: den Araguaia-Delfin. Dank Echoortung surft er sicher durch die finsteren, unter Wasser stehenden Baumkronen und Sträucher und jagt nach kleinen Fischen.

Die BBC-Produktion „Plant Earth – Das Wunder Erde: Dschungel“ überrascht mit bisher selten dokumentierten Verhaltensweisen von wenig bekannten Tierarten des Regenwaldes, wie etwa des kampflustigen Glasfroschs in Brasilien oder der Kokosblume, einem Leuchtpilz, in Costa Rica, der paarungswillige Käfer nachts in die Irre führt. Flugaufnahmen und Zeitraffer runden das Porträt der Dschungelgebiete Südamerikas, Südostasiens und Afrikas auf eindrucksvolle Weise bildlich ab.

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