Neues Volksblatt: "Verschleiert" von Harald Engelsberger

Ausgabe vom 10. September 2018

Linz (OTS) - Alleine mit seinem gestrigen Vorstoß, doch eine breite Debatte über ein mögliches Kopftuchverbot auch in den heimischen Volksschulen zu beginnen, hat Bildungsminister Heinz Faßmann die Diskussion auch schon losgetreten. Dabei ist dieser Vorschlag ohnehin nur die logische Konsequenz nach dem Kopftuchverbot in Kindergärten, das an die künftige 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern gekoppelt werden soll. Weil es ja nicht sein kann, dass die mit dem Verschleierungsverbot verknüpften Werte nur ein paar Jahre später keine Gültigkeit mehr haben.
Genauso konsequent ist daher auch des Ministers Überlegung, dass ein entsprechendes Kopftuchverbot selbstverständlich auch Lehrerinnen einzuhalten haben. Wie sonst soll das Thema ernsthaft in der Schule vermittelt werden, wenn die Vorschrift nicht für alle die gleiche Gültigkeit hat. Wir müssen Normen setzen, begründete Faßmann seine Absicht, weil es beim Kopftuch nicht um ein modisches Accessoire gehe, sondern darum, ob man gesellschaftspolitische Errungenschaften infrage stelle.
In OÖ wurde von LH Thomas Stelzer bereits 2016 ein deutlich formulierter Wertekompass für die Schulen präsentiert, der das friedliche Zusammenleben in Zeiten steigender Migration gewährleisten soll – das Kopftuch war einer von mehreren Punkten.
Jede andere Herangehensweise wäre halbherzig und würde eher unter den Begriff Verschleierungstaktik fallen.

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