Sicherheit für Wien. BürgerInnen unterschätzen viele Gefahren

Wien (OTS) - Wien wächst, die Alters- und gesellschaftliche Struktur verändert sich. „Um die Sicherheit in unserer Stadt möglichst hoch zu halten, braucht es eine größere Disziplin der Wiener Bevölkerung in den Wohngebäuden und einige Maßnahmen in Alt- und Neubauten", appelliert Christian Leiner, Innungsmeister der Wiener Rauchfangkehrer bei der Pressekonferenz am 6. September in Wien. Denn der Rauch ist giftiger geworden und 2/3 der Brandopfer sterben an Rauchgasvergiftung. Leiner fordert daher verpflichtend Brandmelder im Altbau, denn diese sind bisher nur im Neubau vorgeschrieben. Nach einigen Jahren mit stark rückläufigen CO – Unfällen, wird seit 2017 wieder ein Anstieg verzeichnet, denn das jährliche Geräteservice wird nur mangelhaft oder gar nicht durchgeführt. 

Rauch ist giftiger geworden, 2/3 der Opfer sterben an Rauchgasvergiftungen 

„Durch neue Baustoffe und mehr Einsatz von Kunststoffen ist der Rauch giftiger geworden und verbreitet sich dichter. So sind Betroffene sehr rasch orientierungs- und chancenlos.“, so Leiner. Etwa zwei Drittel der Brandopfer sterben an einer Rauchgasvergiftung. Brandmelder, die ein akustisches Warnsignal auslösen, sind in nur in Neubauten und Aufenthaltsräumen Pflicht. 

Verpflichtende Brandmelder auch in Altbauten wichtig

Leiner: „Die Regelung für eine verpflichtende Nachrüstung von Brandmeldern für Altbauten kann über eine Novelle der Bauordnung erfolgen. Wir empfehlen diese auch in Schlafzimmern und Fluren einzubauen. Die Brandursachen sind oft tückisch, da es nur zu einem Schwelbrand kommt, der zu einer starken Rauchentwicklung und während des Schlafes zum Tod durch Ersticken führt.“ 

Wachsende Stadt, älter werdende und sich verändernde Gesellschaft

Leiner: „Wohnungen werden kleiner, teurer und auch überfüllter. Wir erleben häufiger sehr dicht belegte Wohnungen.“ Dazu kommt, je kleiner die Wohnung umso mehr Verlagerung in die öffentlichen Teile eines Wohngebäudes wie Stiegenhaus Keller, Dachböden und Innenhöfe. Oft fehlt hier diszipliniertes Verhalten um Gefahren abzuwenden. Besonders ältere, gebrechliche Personen, die schlechter sehen oder hören und oft nicht schnell genug sind um einem Feuer zu entfliehen, werden oft Opfer von Bränden. Beispielsweise sind Menschen, die mit sozialen Normen schwer umgehen können, stärker gefährdet – sei es aus sprachlichen Gründen oder aus mangelndem Verständnis für die Sinnhaftigkeit einer Regelung. Auch in Haushalten mit sehr kleinen Haushaltsbudgets, die sich keine neuen Geräte oder Installationen von Profis leisten können, verringert sich die Sicherheit. 

Brandbeschleuniger im Keller und am Dachboden

„Rund zehn Prozent der Brände entstehen im Keller oder auf dem Dachboden“, resümiert Leiner und appelliert dringend diese regelmäßig zu entrümpeln. Vergessene, alte Textilien, Möbel, Lacke oder Farben können schnell zu Brandursachen oder -beschleunigern werden.

Falle Stiegenhaus: Fluchtweg oft versperrt

Häufig sind Papier- und Müllcontainer mitten im Stiegenhaus abgestellt. Damit sind sie eine Gefahrenquelle als Brandherd, Anziehung für Brandstifter und verstellen den Fluchtweg. Auch abgestellte Kinderwägen, Fahrräder, Pflanzen und vieles mehr verstellen den Weg für Rettungskräfte und Flüchtende und können zumindest zu Stolperfallen werden. Feuerpolizeiliche Kontrollen, welche von Rauchfangkehrern an allgemeinen Teilen des Hauses durchgeführt werden, sollen das verhindern: Abgestellte Gegenstände werden mit einer grünen Banderole beklebt und fordern damit die Entfernung auf. Passiert das nicht, erfolgt eine Meldung an das Magistrat der Stadt Wien.  

Mangelndes Service der Heizgeräte: CO-Unfälle steigen wieder an 

Mit Einführung der jährlichen Luftverbundüberprüfung im Rahmen der Hauptkehrung (2012) reduzierten sich Kohlenmonoxid – Unfälle und Todesopfer um 85 Prozent. „Leider werden die Menschen wieder nachlässig, wenn weniger Dramatisches passiert. So wird die Sicherheitsvorsorge wie die Gerätewartung, gar nicht, verspätet oder nur mangelhaft, teilweise sogar von unseriösen Billigstanbietern durchgeführt“, resümiert Leiner. 2017 mussten mit 7.895 Anlagen, um etwa 25 Prozent mehr als im Vorjahr, wegen „Gefahr im Verzug“ gesperrt werden. Etwa 2/3 dieser defekten Anlagen wurden wegen erhöhter CO – Werte gesperrt. Auch die Anzahl der CO – Unfälle stieg um 17 Prozent gegenüber 2016 und es gab wieder ein Todesopfer. 

Digitalisierung für Rauchfangkehrer auf Tour

Die Einrichtung eines Serviceportals ermöglicht die Auftragsverwaltung, den Austausch von Mängelmeldungen sowie den Schriftverkehr zwischen Auftraggebern und -nehmern. Dazu werden die Wiener Rauchfangkehrer für ihre Touren laufend mit Tablets ausgestattet. Für 2019 ist die nächste Online-Lösung zur Abwicklung der Zahlungsmodalitäten geplant. Damit wird die Zahlung mittels Bankomatkarte und eine Online - Dokumentation aller Arbeitsschritte möglich.

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Landesinnung Wien der Rauchfangkehrer
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