UNICEF: Weltweit ist die Hälfte aller Jugendlichen Gewalt in der Schule ausgesetzt

Physische Gewalt und Mobbing erschweren die Schulbildung von 150 Millionen 13-15-Jährigen weltweit

Bildung ist der Schlüssel zum Aufbau friedlicher Gesellschaften, und doch ist die Schule selbst für Millionen von Kindern auf der ganzen Welt kein sicherer Ort
UNICEF Exekutivdirektorin Henrietta Fore

New York/Wien (OTS) - Die Hälfte der Schülerinnen und Schüler im Alter von 13 bis 15 Jahren weltweit berichtet von Gewalt unter Gleichaltrigen in der Schule, so ein neuer Bericht, der heute von UNICEF veröffentlicht wurde. Die Gewalterfahrungen betreffen 150 Millionen Kinder dieser Altersgruppe. Diese Angaben sind gemessen an der Zahl der Kinder, die in den letzten Monaten gemobbt wurde oder in eine körperliche Auseinandersetzung verwickelt waren. Aus dem Bericht geht hervor, dass Gewalt unter Gleichaltrigen in der Schule zum Alltag junger Menschen auf der ganzen Welt gehört. Gewalt beeinflusst das Lernen und Wohlergehen der Schülerinnen und Schüler in reichen und armen Ländern gleichermaßen. 

Bildung ist der Schlüssel zum Aufbau friedlicher Gesellschaften, und doch ist die Schule selbst für Millionen von Kindern auf der ganzen Welt kein sicherer Ort“, so UNICEF Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Jeden Tag sind die Schülerinnen und Schüler vielfältigen Gefahren ausgesetzt, darunter gewaltsame Konflikte, dem Druck, sich Banden anzuschließen, Mobbing – sowohl persönlich als auch online, gewalttätige Disziplinierung, sexuelle Belästigung und Waffengewalt. Kurzfristig wirkt sich dies auf das Lernverhalten aus, langfristig kann es zu Depressionen, Ängsten und sogar Selbstmord führen. Gewalt ist eine unvergessliche Lektion, die kein Kind lernen darf.“ 

An Everyday Lesson: #ENDviolence in Schools skizziert eine Vielzahl von Formen, wie Schülerinnen und Schüler mit Gewalt in und um das Klassenzimmer konfrontiert werden. Die neuesten verfügbaren Daten von UNICEF zeigen:

  • Weltweit erlebt etwas mehr als jeder dritte Schüler im Alter von 13 bis 15 Jahren Mobbing, und ungefähr der gleiche Anteil ist an physischen Auseinandersetzungen beteiligt.
  • In Österreich sind 35% der Schüler von Mobbing betroffen, während 31% im letzten Jahr in einen gewaltsamen Konflikt involviert waren (Stand 2014).
  • 3 von 10 Schülern in 39 Industrieländern geben zu, Gleichaltrige zu mobben.
  • Während Mädchen und Buben gleichermaßen von Mobbing bedroht sind, sind Mädchen eher Opfer psychologischer Formen von Mobbing und Buben eher von körperlicher Gewalt und Drohungen.
  • Fast 720 Millionen Kinder im schulpflichtigen Alter leben in Ländern, in denen körperliche Bestrafung in der Schule nicht vollständig verboten ist.
  • Dazu kommen externe Gewaltfaktoren: Im Jahr 2017 gab es 396 dokumentierte, verifizierte Angriffe auf Schulen in der Demokratischen Republik Kongo, 26 auf Schulen im Südsudan, 67 Angriffe in Syrien und 20 Angriffe im Jemen.

Der Bericht stellt fest, dass Waffengewalt an Schulen weiterhin Menschenleben fordert und dass in einer zunehmend digitalen Welt gewalttätige, verletzende und demütigende Inhalte mit nur einem Tastendruck verbreitet werden.  

Der Report wird im Rahmen der globalen UNICEF-Kampagne #ENDviolence veröffentlicht. Mehr zu „Schluss mit Gewalt gegen Kinder!“: https://www.ots.at/redirect/unicef2

Um Gewalt an Schulen ein Ende zu setzen, fordern UNICEF und seine Partner dringende Maßnahmen in folgenden Bereichen: 

  • Umsetzung von Richtlinien und Gesetzen zum Schutz von Schülerinnen und Schülern vor Gewalt an Schulen.
  • Stärkung der Präventionsmaßnahmen in den Schulen.
  • Gemeinschaften und Einzelpersonen auffordern, sich den Schülerinnen und Schülern anzuschließen, wenn sie über Gewalt sprechen und die Atmosphäre der Klassenzimmer und Gemeinschaften verändern wollen.
  • Effektivere und gezieltere Investitionen in bewährte Lösungen, die Schülerinnen und Schülern sowie schulischen Einrichtungen ermöglichen, sicher zu bleiben.
  • Bessere, segmentierte Daten über Gewalt gegen Kinder in Schulen erheben und dokumentieren.
  • UNICEF ermutigt junge Menschen auf der ganzen Welt, ihre Stimme zu #ENDviolence in Schulen zu erheben und sich darüber auszutauschen, wie sie zusammenarbeiten und welche Lösungen sie für #ENDviolence in Schulen ein für alle Mal anwenden. Erfahren Sie mehr unter https://www.unicef.org/endviolence/ 

UNICEF Österreich veröffentlicht im September 2018 das Unterrichtspaket „Sicheres Lernen“. Weitere Informationen: www.unicef.at.

Zum aktuellen Report An Everyday Lesson: #ENDviolence in Schools: 

Die Schätzungen basieren auf Daten der Global School-based Student Health Surveys (GSHS) und Health behaviour in School-aged Children (HBSC), die zwischen 2003 und 2015 erhoben wurden.

DOWNLOAD: UNICEF-Bericht sowie kostenloses Fotomaterial für Redaktionen: https://weshare.unicef.org/Package/2AMZIFVO8O8O

Rückfragen & Kontakt:

UNICEF Österreich, Corinna Geißler, geissler@unicef.at, +43 1 879 21 91-65

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