• 23.08.2018, 08:55:05
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  • OTS0017

Masern: Österreichische Ärztekammer alarmiert über massiven Anstieg

Appell an Patienten und Ärzte: Impfstatus regelmäßig überprüfen

Utl.: Appell an Patienten und Ärzte: Impfstatus regelmäßig
überprüfen =

Wien (OTS) - Alarmiert zeigte sich der Präsident der Österreichischen
Ärztekammer(ÖÄK), Thomas Szekeres, über den massiven Anstieg an
Masernerkrankungen. Gemeinsam mit dem ÖÄK-Impfreferat appelliert er
an Patienten und Ärzte, den Impfstatus routinemäßig zu kontrollieren
und etwaige Impflücken umgehend zu schließen.

Dass sich die Zahl der Masernfälle 2017 im Vergleich zum Jahr davor
mehr als verdreifacht habe und Österreich damit dem WHO-Ziel der
Masernelimination nicht nur nicht näher gekommen sei, sondern sogar
zurückgeworfen wurde, sei ein Alarmzeichen, so der ÖÄK-Präsident. In
einer generellen Impfpflicht sehe er jedoch keine Lösung des
Problems, dies würde die Bevölkerung als Zwangsmaßnahme verstehen.
Der aktuelle Vorschlag der Volksanwaltschaft, Impfungen an die
Auszahlung von Sozialleistungen im Rahmen des Mutter-Kind-Passes zu
knüpfen, sei hingegen eine Überlegung wert.

Da es die größten Impflücken – neben den Kindern – in der Gruppe der
jungen Erwachsenen gebe, werde man jedoch nicht umhinkommen, alle
Anstrengungen zur Aufklärung der Bevölkerung weiter zu forcieren. Die
Ärztinnen und Ärzte würden ihrer Pflicht entsprechend bestmöglich
dazu beitragen.

Impfskepsis

Dass eine Masernerkrankung die Abwehrkräfte stärke, sei ein
„gefährliches Märchen“, so der Impfreferent der Österreichischen
Ärztekammer, Hans Jürgen Dornbusch von der Medizinuniversität Graz.
Vielmehr sei zweifelsfrei belegt, dass Masern häufig schwer und
manchmal sogar tödlich verlaufen und dass Erkrankte noch bis zu zwei
Jahre lang unter einem deutlich geschwächten Immunsystem litten.

Zum Thema Impfskepsis hielt der Leiter des ÖÄK-Impfreferats,
Kinderarzt Rudolf Schmitzberger, fest: „Die Anzahl an überzeugten
Impfgegnern ist überschaubar. Die größte Herausforderung stellt die
große Gruppe jener Eltern dar, die eigentlich das Beste für ihr Kind
wollen, aber durch Falschinformationen vor allem in den sozialen
Medien zu ,Impfzweiflern‘ werden.“

Auch mediale Diskussionen, in denen ein impfskeptischer „Experte“
einem Impfbefürworter gegenübergestellt wird, trügen zur Verzerrung
des Bildes bei, ergänzte ÖÄK-Impfreferent Dornbusch. „Verunsicherte
Bürger gewinnen so den völlig falschen Eindruck, die medizinische
Wissenschaft wäre beim Thema Impfen in zwei gleich große Lager
geteilt. Tatsächlich ist Impfen eine der wirksamsten
Vorbeugemaßnahmen, die die Medizin anzubieten hat.“

Impfen ist sicher

Misstrauen gegenüber offiziellen Impfempfehlungen sei absolut
unangebracht, betonen die Impfexperten der Österreichischen
Ärztekammer. Internationalen Standards entsprechend werden auch in
Österreich die Impfempfehlungen von einem unabhängigen Nationalen
Impfgremium erarbeitet. Der Österreichische Impfplan werde von dieser
Expertenkommission gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium
alljährlich auf Basis aktuellster wissenschaftlicher Daten
überarbeitet.

„Jede Impfung, die dieses Gremium empfiehlt, hat eine absolut
sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung durchlaufen. Die Österreicherinnen
und Österreicher können sich darauf verlassen, dass bei empfohlenen
Impfungen eventuelle Risiken so verschwindend gering sind, dass sie
in keinem Verhältnis zum Schaden stehen, den eine durch die Impfung
verhinderbare Erkrankung verursacht“, betonte ÖÄK-Impfreferent
Dornbusch. (ar)

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