Rotes Kreuz zum Welttag der Humanitären Hilfe: Mehr Menschen in Not

Zivilisten und Helfer dürfen in bewaffneten Konflikten nicht als Zielscheibe missbraucht werden

Wien (OTS) - „Noch nie waren so viele Menschen in Not wie heute“, sagt Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer anlässlich des Welttags der Humanitären Hilfe am 19. August. Laut Schätzungen der UNO sind 2018 mehr als 128,8 Millionen Menschen weltweit auf Schutz und akute Nothilfe angewiesen. Hilfe, die durch bewaffnete Konflikte besonders erschwert wird. 

Konflikte werden häufiger in Städten ausgetragen, was das Leid der Bevölkerung erhöht. Dabei geraten immer mehr Menschen zwischen die Fronten. „Angriffe auf Zivilisten und Helfer sind ein schwerer Verstoß gegen die Menschlichkeit und das Völkerrecht“, sagt Schöpfer. Trauriges Beispiel ist der Angriff auf einen Schulbus im Jemen vergangene Woche mit 51 Toten, darunter 40 Kinder. Kein Einzelfall. Im Vorjahr starben täglich 45 Zivilisten durch den Einsatz von explosiven Waffen, wie Granaten oder Bomben. In Syrien ist durch den Krieg jede dritte Schule geschlossen. Jede Woche wurde in den vergangen zwei Jahren eine medizinische Einrichtung oder deren Mitarbeiter angegriffen.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass Helfer und Zivilisten von Konfliktparteien als Zielscheibe missbraucht werden. Die internationale Staatengemeinschaft ist hier gefordert, dafür zu sorgen, dass das Völkerrecht eingehalten wird. Darauf macht auch eine Kampagne des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz aufmerksam. Um Menschen zu helfen, riskieren Mitarbeiter von Hilfsorganisationen oft ihr eigenes Leben. Sie brauchen Schutz und einen uneingeschränkten Zugang zu Menschen in Not“, forderte der Rotkreuz-Präsident. Alleine im Vorjahr wurden 139 Mitarbeiter von Hilfsorganisationen getötet, im ersten Halbjahr 2018 waren es 68, so Angaben der UNO.

„Hilfe kennt keine Grenzen“, sagt Präsident Schöpfer. Im Vorjahr hat das Österreichische Rote Kreuz mehr als 24 Millionen Euro für Hilfsprojekte in der Internationalen Zusammenarbeit aufgewendet und 56 Delegierte in 21 Länder entsendet. Zum Beispiel nach Cox’s Bazar in Bangladesch, dem größten Flüchtlingslager der Welt. Dort leben mehr als eine Million Menschen auf engstem Raum in notdürftig befestigten Hütten. Sie flohen vor Gewalt in Myanmar. Die Situation im Camp wird verschärft durch sintflutartige Regenfälle in der jetzt herrschenden Monsunzeit. Die Menschen brauchen Nahrung, sauberes Wasser, medizinische Versorgung. Unterstützung kommt auch von Delegierten des Österreichischen Roten Kreuzes, die unter anderem bei der Wasseraufbereitung und der Hilfsgüterverteilung tätig sind.

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Video aus der Kampagne des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz

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