„matinee“-Doppel: Bernstein am Feiertag, Wiener Moderne, Tschaikowsky und „Die Kulturwoche“ am Sonntag

Außerdem: „Der Geschmack Europas – Istrien“ und „Auf den Schienen des Doppeladlers“, Teil eins

Wien (OTS) - Ganz in Zeichen Leonard Bernsteins, dessen Geburtstag sich am 25. August zum 100. Mal jährt, steht die Feiertags-„matinee“ zu Mariä Himmelfahrt, am Mittwoch, dem 15. August 2018, mit zwei Sendungen ab 9.05 Uhr in ORF 2: Auf die Dokumentation „West Side Story – Leonard Bernsteins Broadwayhit“ folgt die legendäre Konzertaufzeichnung „Gustav Mahler – Das Lied von der Erde“ (10.00 Uhr) aus Tel Aviv 1972. Die „matinee“ am Sonntag, dem 19. August, stellt um 9.05 Uhr in ORF 2 zunächst mit der Doku „Frauenbilder – Gegenbilder: Die Künstlerinnen der Wiener Moderne“ die zu Unrecht in Vergessenheit geratenen weiblichen Repräsentantinnen der Kunstepoche ins Rampenlicht. Danach widmet sich „Die Akte Tschaikowsky“ (9.50 Uhr) dem Leben und Werk des berühmten russischen Komponisten, dessen Oper „Pique Dame“ derzeit bei den Salzburger Festspielen in einer neuen Inszenierung auf dem Spielplan steht. Den Abschluss bildet „Die Kulturwoche“ (10.45 Uhr) mit aktuellen Berichten und Tipps zum kulturellen Geschehen.
Beide ORF-Kulturvormittage werden von Teresa Vogl präsentiert.

Außerdem stehen am Sonntag, nach der „ZiB“-Ausgabe um 11.00 Uhr, zwei weitere Produktionen der ORF-TV-Kultur in ORF 2 auf dem Programm:
eine weitere Ausgabe der „matinee“-Reihe „Der Geschmack Europas“ (11.05 Uhr), die diesmal nach Istrien führt, gefolgt von der ersten Episode der Doku-Trilogie „Auf den Schienen des Doppeladlers“ (11.35 Uhr), die eine Eisenbahn-Reise durch die Donaumonarchie unternimmt.

Mittwoch, 15. August:

„West Side Story – Leonard Bernstein’s Broadwayhit“ (9.05 Uhr)

Die Dokumentation von Axel Fuhrmann und Axel Brüggemann ergründet anhand der Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des Musicalklassikers „West Side Story“ auch das Leben und Wirken seines Komponisten Leonard Bernstein. Der Film blickt zurück in die USA der 1950er Jahre und zeigt die sozialkritischen und aktuellen Bezüge des Werks, damals und heute. Dabei geht es um den Einfluss der hispanischen Gesellschaft, die Bandenkriege in New York, Jugendkultur und Jugendgewalt. Zu Wort kommen u.a. die Solistinnen der Uraufführung 1957, Carol Lawrence (Maria), Chita Rivera (Anita) und Reri Grist (Consuelo), sowie die Komponisten-Tochter Jamie Bernstein und die Darsteller Eddie Verso und Bert Michaels des Musicalfilms aus dem Jahr 1961.

„Gustav Mahler – Das Lied von der Erde“ (10.00 Uhr)

„Das Lied von der Erde“ komponierte Gustav Mahler 1907 in einer Zeit voller privater Schicksalsschläge. Das Werk steht zwischen Orchester-Liedzyklus und Sinfonie und Mahler selbst meinte, es wäre wohl das Persönlichste, was er bis dato geschrieben hätte.
Leonard Bernstein war ohne Zweifel einer der bedeutendsten Mahler-Dirigenten des 20. Jahrhunderts und prägte wesentlich die Mahler-Rezeption nach dem Zweiten Weltkrieg. 1972 nahm er in Tel Aviv mit dem Israel Philharmonic Orchestra und den Solisten René Kollo und Christa Ludwig „Das Lied von der Erde“ auf. Unter der Regie von Humphrey Burton entstanden eine Einspielung und Fernsehaufzeichnung, die als legendär gelten.

Sonntag, 19. August:

„Frauenbilder – Gegenbilder: Die Künstlerinnen der Wiener Moderne“ (09.05 Uhr)

Die Zeit von 1890 bis 1918 war ein Höhepunkt der österreichischen Kulturgeschichte. Zahlreiche Neuerungen in Kunst, Literatur, Architektur, Musik, Psychologie, Philosophie und Gesellschaft prägten die „Wiener Moderne“. Doch ausschließlich Männer sind im kollektiven Gedächtnis als Wegbereiter der Wiener Moderne eingespeichert: Gustav Klimt, Otto Wagner, Oskar Kokoschka und Egon Schiele. Gerade in dieser Epoche emanzipierten sich aber die Frauen zusehends und waren am Aufbruch in die Moderne beteiligt. Trotz sehr schlechter Rahmenbedingungen für Frauen im Kunstbetrieb konnten sie sich durchsetzen, die meisten von ihnen sind allerdings in Vergessenheit geraten. In dieser anlässlich des Jubiläumsjahrs der Wiener Moderne 2018 entstandenen Dokumentation von Barbara Weissenbeck werden Künstlerinnen wie die Malerinnen Tina Blau, Broncia Koller-Pinell und Olga Wisinger-Florian, die Bildhauerin Teresa Feodorowna Ries oder die Grafikerin Lili Réthi, deren Schicksale und Werke vorgestellt. Zugleich skizziert der Film ein vielschichtiges und ambivalentes Bild der damaligen Gesellschaft.

„Die Akte Tschaikowsky“ (9.50 Uhr)

Mit seinen Balletten „Schwanensee“ und „Nussknacker“, seiner Oper „Eugen Onegin“, den Konzerten und Symphonien hat Piotr Iljitsch Tschaikowsky Welterfolge geschaffen. Russlands wohl berühmtester Komponist wird in seinem Heimatland als Nationalheld gefeiert. Regisseur Ralf Pleger holt Tschaikowskys Leben ins Hier und Heute. Im Zentrum seines Psychogramms stehen das Ringen des Komponisten mit seiner Homosexualität, die schwerwiegenden Folgen seiner psychischen Krise, die Verquickung von Leben und Werk und die rätselhaften Umstände seines Todes. Die aktuelle Brisanz im homophoben Russland rückt ebenso ins Blickfeld wie die – oftmals verkannte – Modernität von Tschaikowskys Musik.
Basis des Films bilden Interviews mit namhaften internationalen Künstlern und Experten, darunter der russische Ballettstar mit österreichischem Pass Vladimir Malakhov, der exzentrische amerikanische Orgelvirtuose Cameron Carpenter und die südafrikanische Choreografin Dada Masilo.

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