Doppelte Makler-Provision kassiert: AK holt Mieterin 660 Euro zurück

AK-Wieser: „Vorgaben für die Verrechnung sind gesetzlich klar geregelt“ / Bei dreijähriger Befristung nur eine Monatsmiete erlaubt

St. Pölten (OTS) - Mit der Verrechnung der zulässigen Provisionen hat es ein Wohnungsmakler aus dem Bezirk Tulln nicht ganz so genau genommen. Er verrechnete einer jungen Frau, die eine neue Bleibe gesucht hat, die doppelte Summe. Erst drei Jahre später wurde sie auf Unstimmigkeiten aufmerksam und wandte sich an die Arbeiterkammer Niederösterreich. Mit Hilfe der AK-Experten erhielt die 31-Jährige schließlich die zu viel bezahlten 660 Euro retour. „Es ist gesetzlich klar geregelt, wann wie viel Makler-Provision zu bezahlen ist“, so AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB Niederösterreich-Vorsitzender Markus Wieser.

Drei Jahre ist es her, dass Marion E. aus dem Bezirk Tulln sich nach einem neuen Zuhause umsah. Eine Anzeige im Internet weckte ihr Interesse: „Ich habe mich mit dem Makler in Verbindung gesetzt und die Wohnung besichtigt. Alles passte – Lage, Größe, Preis“, erzählt die 31-Jährige. Sie unterschrieb den Vorvertrag, alles war in trockenen Tüchern. Die auf drei Jahre befristet gemietete Wohnung wurde ihr neuer Lebensmittelpunkt. Der Makler forderte zwei Monatsmieten Provision, die sie sofort überwies. „Dass zwei Monatsmieten Provision anfallen, habe ich nicht infrage gestellt“, sagt sie.  Erst Jahre später stolperte die Gärtnerin über Informationen, was tatsächlich an Provisionen zu bezahlen ist, und wendet sich daraufhin an die Arbeiterkammer. Die Experten der AK-Wohnrechtsberatung intervenieren beim Makler und fordern das zu viel bezahlte Geld zurück. Mit Erfolg: 660 Euro landen auf dem Konto der jungen Frau.

„Wenn man in eine neue Wohnung zieht, ist die Kostenbelastung mit Kaution, Ablöse, Einrichtung ohnehin bereits sehr hoch“, so Wieser. In dieser Situation fällt es noch mehr ins Gewicht, wenn Provisionen zu Unrecht verrechnet werden. Dabei ist die Gesetzeslage klar: Bei einem auf bis zu drei Jahre befristeten Mietvertrag darf der Makler lediglich eine Monatsmiete Provision kassieren. Bei Mietverträgen mit Befristung von mehr als drei Jahren und unbefristeten Verträgen sind zwei Monatsmieten fällig. Entscheidet man sich, eine Wohnung zu kaufen, sind bei einem Kaufpreis von mehr als 50.000 Euro drei Prozent des Wertes an Provision zu bezahlen.

Rückfragen & Kontakt:

AK Niederösterreich Öffentlichkeitsarbeit, Chef/in vom Dienst,
Tel.: 057171-21900.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKN0001