Neues Volksblatt: "Gender Gap" (von Markus EBERT)

Ausgabe vom 8. August 2018

Linz (OTS) - Alljährlich macht der sogenannte Gender Gap den Verantwortlichen an den Medizin-Unis beziehungsweise der Linzer Medizin-Fakultät Sorge: Zum Aufnahmetest für das Medizinstudium treten nämlich prozentuell jeweils mehr Frauen als Männer an (heuer waren es 62 Prozent Frauen), den Test bestanden haben aber nur 57 Prozent der Frauen.
Das ist interessant, aber wirkliche Sorgen sollte etwas anderes bereiten: Die Erfolgsquote der Studienwerberinnen steigt — von 52 Prozent im Jahr 2015 auf 57 Prozent im heurigen Jahr.
Wenn immer mehr Ärztinnen ausgebildet werden, hat das natürlich Auswirkungen auf das Gesundheitssystem. Jetzt zieht es schon Männer aufgrund des Arbeitsanfalls immer seltener als Allgemeinmediziner aufs Land — warum sollte Landarzt dann eine Option für Frauen sein, die vielleicht einige Jahre aufgrund der Familiensituation keine Vollzeitbeschäftigung wollen? Wobei das mit der Vollzeitbeschäftigung natürlich auf Ärztinnen im Spitalsbereich zutrifft.
Mit anderen Worten: Es wird zwar die gewünschte Kopfzahl an Medizinern in Österreich ausgebildet (daraus bemisst sich ja die Zahl der Anfängerplätze), aber ob aufgrund des Gender Gaps bei den Ausgebildeten damit auch die Gesundheitsversorgung zu hundert Prozent abgedeckt werden kann, ist fraglich. Bleibt nur zu hoffen, dass es für diese Problematik in Politik, Ärztekammer und Krankenkassen das richtige Rezept gibt.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001