Gesundheitsversorgung Salzburg 2025

Mehr als 22 zusätzliche Arztstellen und 5 Primärversorgungseinrichtungen

Salzburg (OTS) - Salzburg wird sich bis 2025 stark verändern. Die Bevölkerungszahl wird steigen, das Durchschnittsalter ebenfalls. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden in den nächsten Jahren fünf Primärversorgungseinrichtungen im Bundesland geschaffen mit 15 neuen Stellen für Allgemeinmediziner. Zusätzlich wird das Facharzt-Angebot ausgebaut und die Zusammenarbeit zwischen Spitälern und dem niedergelassenen Bereich optimaler abgestimmt. Abgebildet sind diese Vorhaben im Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG). Ziel ist eine flächendeckende, regional ausgewogene Versorgung, die den Bedarf der Salzburgerinnen und Salzburger auch in Zukunft deckt.

Schnelle und ganzheitliche Betreuung in fünf Primärversorgungseinrichtungen

Personen ab 65 Jahren frequentieren den Hausarzt im Altersvergleich am Häufigsten. Genau diese Gruppe wird in den nächsten Jahren enorm wachsen und bis 2025 ca. 20 % der Salzburger Bevölkerung stellen. Es liegt somit auf der Hand, den Bereich der Allgemeinmedizin mit 15 neuen Stellen auszubauen und damit neue Formen der Zusammenarbeit zu ermöglichen. Das wird im Sinne des §2 Primärversorgungsgesetzes in Form von Primärversorgungseinrichtungen erfolgen, wie es sie im Bundesland Salzburg bis dato noch nicht gibt. Fünf solche Einrichtungen sind geplant, drei in der Versorgungsregion Nord (Anm.: Salzburg Stadt, Flachgau, Tennengau), die bis 2025 am stärksten wachsen wird. Zwei weitere sind in der Versorgungsregion Süd vorgesehen.

Primärversorgungseinrichtungen bündeln verschiedene Versorgungsleistungen möglichst an einem Ort und bieten eine Menge an Vorteilen. Kurze Wartezeiten und Behandlungswege für Patientinnen und Patienten, lange Öffnungszeiten (Montag bis Freitag von 7:00 bis 19:00 Uhr) und koordinierte Angebote durch die Integration anderer Gesundheitsberufe. Somit werden die Spitalsambulanzen weiter entlastet und der Druck auf die ambulante Facharztversorgung reduziert. Das Konzept von Primärversorgungseinrichtungen ist außerdem ein Arbeitsorganisationsmodell der Zukunft für junge Ärztinnen und Ärzte. Eine bessere Balance von Familie und Beruf, ein attraktives und umfassendes Tätigkeitsfeld sowie die Arbeit im Team mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Gesundheitsbereich stehen ganz oben auf deren Wunschliste.

Allgemeinmedizin und neue Formen der Zusammenarbeit stärken

Landeshauptmann-Stv. Mag. Dr. Christian Stöckl dazu: „Bei den Analysen wurden veränderte Bedürfnisse sowie demografische und regionale Entwicklungen berücksichtigt. Der Regionale Strukturplan Gesundheit (RSG) für den niedergelassenen Bereich ist der Maßstab für die in allen Regionen Salzburgs notwendigen Veränderungen und Anpassungen in der Gesundheitsversorgung. Die klare Handlungsempfehlung liegt in der umfassenden Grundversorgung durch Allgemeinmediziner in Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen in guter zeitlicher Verfügbarkeit und Wohnortnähe. Dadurch wird auch die Allgemeinmedizin gestärkt und es werden neue Formen der Zusammenarbeit ermöglicht. Unser erklärtes Ziel ist es, die Primärversorgung zu stärken und die Spitäler nach dem Prinzip ‚ambulant statt stationär‘ zu entlasten. Durch die exakte Planung und die engere Zusammenarbeit zwischen unseren Krankenhäusern und dem niedergelassenen Bereich wird eine bessere Abstimmung erreicht und umgesetzt. Ein großer Vorteil ist zudem, dass in Zukunft die langwierigen und immer wieder bekämpften Bedarfsprüfungsverfahren für Ambulatorien hinfällig werden, da auch dieser Bereich im RSG geregelt ist. Der RSG ist eine fundierte und von Experten erarbeitete Grundlage, um die bestmögliche medizinische Versorgung für alle Salzburgerinnen und Salzburger in allen Regionen auch in der Zukunft zu sichern.“

Bedarfsorientiertes fachärztliches Angebot

Österreichweit hat Salzburg – nach Wien – das zweitdichteste fachärztliche Versorgungsnetz. Dennoch ist in einigen Bereichen ein Ausbau notwendig um den veränderten Anforderungen gerecht zu werden. Ein wachsender Bedarf ist in der Inneren Medizin zu erwarten, dem mit zwei neuen Stellen entsprochen wird. Zusätzlich ist je eine neue Facharztstelle im Bereich der Augenheilkunde, in der Neurologie sowie in der Kinder- und Jugendheilkunde geplant. Die psychiatrische Versorgung wird außerdem in den ländlichen Regionen weiter ausgebaut. 1,5 zusätzliche Facharztstellen Psychiatrie sowie eine im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie sind geplant.

Ausbau Ambulanzen und verstärkte Zusammenarbeit

Eine Schlüsselrolle in der integrierten regionalen Versorgung spielt die Kooperation von Spitälern mit dem niedergelassenen Bereich sowie mit anderen Gesundheitsberufen. Die gemeinsame Nutzung bestehender Ressourcen und die Vermeidung paralleler Angebote sind wesentliche Faktoren einer effizienten, zukunftsorientierten Versorgung. Bis 2025 beschäftigen sich Arbeitsgruppen intensiv damit, welche Behandlungen vorrangig im niedergelassenen Bereich bzw. ausschließlich im Spital angeboten werden sollen.

Obmann Andreas Huss zu den Ausbauplänen: „Die Analyse der aktuellen Situation hat uns gezeigt, dass die Salzburgerinnen und Salzburger im österreichweiten Vergleich gut versorgt sind. Doch der Bedarf und die daraus resultierenden Bedürfnisse werden sich in den nächsten Jahren wandeln. Es ist unsere Pflicht rechtzeitig vorzusorgen um für die Zukunft optimal gerüstet zu sein. Selbstverständlich werden auch die Erfahrungen der niedergelassenen Ärzteschaft in die Planung mit einfließen. Die entsprechenden Gespräche mit der Ärztekammer laufen bereits. Besonders wichtig ist es uns, dass in einigen Fachgebieten – wie zum Beispiel in der Psychiatrie – ein regional ungleiches Versorgungsniveau ausgeglichen wird. Wir planen im Bereich der Inneren Medizin, wo ebenfalls aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung mit einem Zuwachs an Patientinnen und Patienten zu rechnen sein wird, sogar zwei zusätzliche Facharztstellen. Ob all das in der geplanten Form umsetzbar ist, wird natürlich stark von den aktuellen Reformplänen und der neuen Organisation der Krankenversicherungen abhängen. Wir wissen nicht, welche Mittel uns künftig zur Verfügung stehen werden und wie wir diese einsetzen dürfen.“

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle der SGKK
Mag. Susanne Reif-Peterlik
0662 8889 – 1050
susanne.reif-peterlik@sgkk.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SGE0001