Neues Volksblatt: "Leistung" (von Markus EBERT)

Ausgabe vom 31. Juli 2018

Linz (OTS) - Ein bisschen widersprüchlich sind sie schon, die Aktivistinnen von Attac und Sozialistischer Jugend, die am Sonntag die ÖVP-Wanderung am Schneeberg für Aktionismus gegen die Arbeitszeitausweitung auf zwölf Stunden täglich genutzt haben. Denn einerseits haben sie offenbar etwas dagegen, dass leistungsbereite Menschen auch tatsächlich etwas leisten dürfen, wenn diese Leistung nachgefragt ist. Andererseits nehmen sie für diesen Protest immerhin eine Wanderung auf sich — leisten also durchaus etwas, um ihren Widerstand zu manifestieren.
Vielleicht wäre es für die Widerständler aber lehrreicher gewesen, am Sonntagvormittag Radio zu hören. Da meinte ein Milchbauer im Ö3-Interview, dass er die Diskussion um den 12-Stunden-Tag nicht verstehe: Erstens habe er ihn als Landwirt, und zweitens dieser auch Vorteile — wenn etwa Pendler statt fünf nur mehr vier Tage in der Woche zum Arbeitsplatz fahren müssten. Offenbar sind leistungsbereite Menschen auch in der Lage, Dinge über den aktionistischen Tellerrand hinaus zu bedenken.
Und vermutlich wird der rote Protest-Nachwuchs auch das Interview nicht kennen, das der oberösterreichische Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger der APA gegeben hat. Der sagt dort einen bemerkenswerten Satz: „Und zum Schluss bin ich der Überzeugung, dass die harten Arbeiter immer die sind, die weiter kommen“. Wie man sieht, muss man sich für Leistung nicht schämen.

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