Bildungsexperte schlägt Alarm: "Wirtschaft muss endlich Schulfach werden"

"Die Einführung des Schulfaches Wirtschaft in allen Schulen ist längst überfällig", sagt Bildungs- und Digitalisierungsexperte Dieter Duftner.

Immer wieder erlebe ich Lehrer, die mit denselben Overheadfolien, wie vor 20 Jahren arbeiten. Vielleicht wird dabei sogar noch mit Zinssätzen von sieben Prozent gerechnet. Gerade beim Thema Wirtschaft zeigt sich, dass sich für einige Lehrer die Welt inzwischen zu schnell dreht
Dieter Duftner, Bildungs- und Digitalisierungsexperte
An digitalen Lernmedien gibt es in der Zukunft kein Vorbeikommen mehr. Sie werden in jedem Schulfach ganz neue Möglichkeiten eröffnen
Dieter Duftner, Bildungs- und Digitalisierungsexperte
Was die neueste Studie für Deutschland zeigt, gilt auch für Österreich. Wirtschaft sollte an unseren Schulen ein Hauptfach sein! Wenn Neues hinzukommt, muss Altes oft weichen: Ich stelle daher das Lernen von zuviel theoretischem Grundwissen in der Schule generell in Frage
Dieter Duftner, Bildungs- und Digitalisierungsexperte

Tirol (OTS) - Die Frage, ob junge Menschen in den Schulen genug Wissen über Wirtschaft erhalten, wird seit Jahren diskutiert und bekommt durch Studien immer wieder neue Brisanz. Ein Beispiel ist die Jugendstudie 2018, die vom Bundesverband deutscher Banken durchgeführt wurde: Sie zeigt, dass sich 84 Prozent mehr Vermittlung von Wirtschaftswissen in der Schule wünschen. Zwei Drittel sprechen sich sogar für ein eigenes Schulfach Wirtschaft aus. Hier zur Studie:

https://bankenverband.de/newsroom/meinungsumfragen

"Was die neueste Studie für Deutschland zeigt, gilt auch für Österreich. Wirtschaft sollte an unseren Schulen ein Hauptfach sein! Wenn Neues hinzukommt, muss Altes oft weichen: Ich stelle daher das Lernen von zuviel theoretischem Grundwissen in der Schule generell in Frage", so Bildungs- und Digitalisierungsexperte Dieter Duftner.

Während die Forderung nach mehr Wirtschaftsunterricht an den Schulen immer lauter wird, rücke die dafür notwendige Qualifizierung der Lehrkräfte in den Mittelpunkt. Das Wirtschaftswissen, das Lehrer und Lehrerinnen von den Hochschulen mit an die Schulen bringen, variiere von Bundesland zu Bundesland sowie von Uni zu Uni. "Immer wieder erlebe ich Lehrer, die mit denselben Overheadfolien, wie vor 20 Jahren arbeiten. Vielleicht wird dabei sogar noch mit Zinssätzen von sieben Prozent gerechnet. Gerade beim Thema Wirtschaft zeigt sich, dass sich für einige Lehrer die Welt inzwischen zu schnell dreht", so Duftner.

Wichtig sei es, dass fachlich fundiert ausgebildete Lehrkräfte die Materialien und Praxispartner auswählen. "Wenn in den Schulen Wirtschaft vermittelt wird, dann häufig falsch. Viele Schulbücher sind veraltet und ideologiegetränkt: Kapitalismus, Neoliberalismus und Globalisierung werden verteufelt", erklärt Duftner.

Beim Thema Wirtschaft kommt der Aktualität der Unterrichtsmaterialien eine große Rolle zu. Von der Idee bis zur Drucklegung eines Schulbuches können Monate bzw. Jahre vergehen. Aufgrund der Dynamik von Wirtschaftsprozessen besteht die Gefahr veralteter Inhalte, noch bevor das Buch auf den Markt kommt. "An digitalen Lernmedien gibt es in der Zukunft kein Vorbeikommen mehr. Sie werden in jedem Schulfach ganz neue Möglichkeiten eröffnen", so Duftner.

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