Yildirim/Hagsteiner: „Kinderbetreuung ausbauen, nicht abbauen!“

Zweitgrößte Gemeinde Tirols schließt einzige öffentliche Einrichtung für unter Dreijährige

Wien (OTS/SK) - „Bis zu 60 Stunden in der Woche sollen die ÖsterreicherInnen arbeiten, gleichzeitig wird das Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen abgebaut. Das passt nicht zusammen und steht sinnbildlich für die unsoziale Politik dieser Bundesregierung“, sagt die Tiroler SPÖ-Abgeordnete Selma Yildirim. Die Stadt Kufstein hat jüngst ihre einzige öffentliche Krabbelstube geschlossen. ****

In der Pflicht stehe jetzt der Bund: Dieser müsse ausreichend Mittel für den Ausbau der Kinderbetreuung bereitstellen. „Doch aktuell ist das Gegenteil der Fall: Die Familienministerin stellt den Ländern ab 2019 nur mehr 110 Mio. Euro pro Jahr zur Verfügung“, so die SPÖ-Abgeordnete. 90 Mio. Euro waren bereits für das zweite Gratiskindergartenjahr und die Sprachförderung budgetiert. „Die 15a-Förderungen für den Ausbau der Kinderbetreuung werden damit de facto von 52,5 Mio. auf 20 Mio. Euro zusammengestrichen. Die Kürzungen betreffen nun auch die unter Dreijährigen, eine Gruppe, auf die sich die Familienministerin angeblich konzentrieren wollte. Schwarz-Blau geht einen weiteren gesellschaftspolitischen Schritt zurück“, kritisiert Yildirim.

Als Begründung für die Schließung führt die Stadt Kufstein an, es fehle ein pädagogisches Konzept und es gebe keinen Bedarf. SPÖ-Landtagsabgeordnete Claudia Hagsteiner hält dagegen fest: „Es gibt nun in der zweitgrößten Gemeinde Tirols kein öffentliches Kinderbetreuungsangebot für unter Dreijährige mehr. Ein pädagogisches Konzept hätte man liefern können, ohne ein adäquates Ersatzangebot die Einrichtung zu schließen, ist der falsche Weg.“ Bedarfserhebungen seien für die SPÖ-Politikerinnen ohnehin nur ein Vorwand: „Dahinter verstecken sich zu viele EntscheidungsträgerInnen. Die öffentliche Hand muss ein attraktives Angebot an Kinderbetreuung schaffen, die Nachfrage kommt dann von allein. Das haben viele verschiedene Orte bereits vorgemacht.“ In Kufstein würde die Betreuung von unter Dreijährigen nun de facto privatisiert. (Schluss) rm

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