Felssturzsicherung an der L 88 in Böhlerwerk

LR Schleritzko: Sorgt für mehr Sicherheit

St. Pölten (OTS/NLK) - Die Landesstraße L 88 stellt die direkte Verbindung zwischen Seitenstetten und dem Ybbstal, Waidhofen an der Ybbs bzw. Sonntagberg dar. Am 6. Juni 2017 ereignete sich an der L 88 bei Kilometer 26 in Böhlerwerk ein Felssturz, wobei die an die Straße angrenzende Busbucht der Marktgemeinde Sonntagberg zur Gänze etwa 10 Meter auf die unterhalb der L 88 befindliche Zufahrt zum Kraftwerk der Firma Voestalpine abstürzte. Unmittelbar nach dem Ereignis musste aus Sicherheitsgründen die L 88 gesperrt werden. Durch den geologischen Dienst des Landes Niederösterreich wurde die Standsicherheit der Straße und der angrenzenden Wohnhäuser beurteilt. Vom NÖ Straßendienst wurde in weiterer Folge Dr. Schober bzw. Dr. Furtmüller (technisches Büro für Geologie) für eine geologische Begutachtung und Ausarbeitung eines Sanierungskonzeptes beauftragt.

Als Sofortmaßnahme entfernten Spezialisten des NÖ Straßendienstes den vorhandenen Bewuchs in den Anschlussbereichen. Die unmittelbar neben der Abbruchkante vorhandene Gasleitung wurde über die gesamte Bauloslänge durch die EVN an den gegenüberliegenden Fahrbahnrand verlegt. Nach Durchführung dieser Sofortmaßnahmen konnte die L 88 in Einbahnführung für den Verkehr wieder freigegeben werden. Zur Sicherung der L 88 wurde, entsprechend dem geologischen Sanierungskonzept, die vorhandene Abbruchkante durch Absprengen von Überhängen und absturzgefährdeten Blöcken profiliert. Danach wurde die Böschung beräumt und vier Ankerreihen höhenmäßig versetzt hergestellt. Die Ankerlängen betragen zwischen vier Meter und acht Meter, wobei der vertikale Abstand 2,5 Meter und der horizontale Abstand der einzelnen Anker mit 3 Metern ausgeführt wurde. Nach Herstellung der Ankerungen wurde die gesamte Abtragsfläche mit zwei Lagen Bewehrungsmatten abgedeckt und mit Spritzbeton versiegelt.

Nach durchgeführter Straßensicherung wurde als Absturzsicherung ein bewehrter und geankerter Randbalken errichtet und darauf die Leitschiene mit Handlauf montiert. Danach stellt die Straßenmeisterei Waidhofen an der Ybbs die Fahrbahnentwässerung sowie die Fahrbahn neu her.

Die Spreng- und Hangsicherungsarbeiten sowie die Herstellung des Randbalkens erfolgten durch die Firma Bau- und Sprengtechnik Josef Kaim aus Klosterneuburg. Die Asphaltierungsarbeiten wurden durch die Firma Hasenöhrl aus St. Pantaleon und die Leitschienenmontage durch die Firma Steiner aus Waidhofen an der Ybbs ausgeführt. Das Wegschaffen des Sprengmateriales erfolgte durch die Firma Schneckenreither aus Hilm. Die Gesamtbauzeit erstreckte sich vom 27. November 2017 bis zum 20. Juni 2018. Die Gesamtbaukosten für die Sanierungsarbeiten der Felsböschung und Fahrbahninstandsetzung der L 88 von rund 850.000 Euro werden zur Gänze vom Land Niederösterreich getragen.

„Mit dieser Felssicherung wird die Verkehrssicherheit für die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer der Landesstraße L 88 wesentlich erhöht“, betonte Mobilitäts-Landesrat Ludwig Schleritzko kürzlich bei der Baufertigstellung.

Das Felssturzmaterial (ca. 2.500 Kubikmeter) und das bei den Sprengungen angefallene Material (ca. 2.000 Kubikmeter) wurde durch die Gemeinde Sonntagberg gebrochen und weggeschafft, und die Kosten dafür werden ebenfalls von der Gemeinde Sonntagberg getragen. Für die Sanierung der Zufahrtsstraße zum Kraftwerk sowie der beschädigten Ufermauer kommt die Firma Voestalpine zur Gänze auf.

Die Marktgemeinde Sonntagberg hat gemeinsam mit dem NÖ Straßendienst die unmittelbar betroffenen Anrainer über die Baumaßnahmen und Verkehrsbehinderungen informiert, sodass es zu keinen Beschwerden gekommen ist. Während der kritischen Bauphasen wurden Schwingungsmessungen durchgeführt und dokumentiert.

Nähere Informationen: Amt der NÖ Landesregierung, NÖ Straßendienst, Gerhard Fichtinger, Telefon 02742/9005-60141, e-mail gerhard.fichtinger@noel.gv.at.

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