• 18.07.2018, 10:09:22
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Königsberger-Ludwig/Schmidt: Kinderbetreuung muss kostenfrei und flexibler werden

Kärntner „Kinder-Stipendium“ könnte auch für NÖ Vorbild sein

Utl.: Kärntner „Kinder-Stipendium“ könnte auch für NÖ Vorbild sein =

St. Pölten (OTS) - Schichtdienst, Wochenendarbeit, Überstunden:
ArbeitnehmerInnen sollen flexibel sein. Wer Kinder hat, kriegt da ein
Problem. Nun wurde von Schwarz-Blau auch noch der Zwölf-Stunden-Tag
durchgepeitscht, gleichzeitig aber die Finanzmittel für die
Kinderbetreuung gekürzt.

„Mir ist es wichtig, dass gute Betreuungsmöglichkeiten angeboten
werden. Denn damit entsteht auch für junge Frauen und Familien die
Freiheit, das zu wählen, was sie für sich persönlich gut finden. Und
als Mutter zweier Kinder und Großmutter weiß ich nur allzu gut, wovon
ich rede, wenn ich bessere und flexiblere
Kinderbetreuungseinrichtungen forcieren möchte“, sagt
Königsberger-Ludwig.

„Kinderbetreuungseinrichtungen haben die Aufgabe, die Eltern bei der
Betreuung ihrer Kinder zu unterstützen, wenn sie arbeiten gehen.
Deswegen müssen Öffnungszeiten auch flexibler werden: Je nach Bedarf
sollen Eltern die Wahlmöglichkeit haben, ob der Kindergarten nur
vormittags oder auch am Nachmittag in Anspruch genommen wird. Jeder
Familie in Niederösterreich muss es möglich sein, Kinder und Beruf zu
vereinbaren“, erklärt die Stv. SPÖ NÖ Landesparteivorsitzende,
Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig. Es gehe einerseits um eine
längere Betreuung der Kinder, aber auch um Angebote zu anderen
Zeiten, sagt Königsberger-Ludwig: „Für Menschen, die im Schichtdienst
arbeiten – im Krankenhaus oder in der Pflege, als PolizistInnen oder
im Einzelhandel – ist es wichtig, dass es auch in sogenannten
Randzeiten Möglichkeiten gibt, die Kinder gut betreut zu wissen.
Außerdem muss die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wo zukünftig
bis zu zwölf Stunden pro Tag gearbeitet werden soll, gewährleistet
sein. Sonst hängt die berufliche Zukunft vieler Familien in der
Luft.“

Der Bedarf an Kinderbetreuungsangeboten steigt. Deshalb sei es an der
Zeit, noch einmal über diese Gelder zu verhandeln, da demnächst
einige wichtige 15a-Vereinbarungen zwischen Bund und Ländern
auslaufen, bei denen auch die Bereiche der Krippen und Kindergärten
mitfinanziert wurden. Königsberger-Ludwig warnt deshalb noch einmal
ausdrücklich vor der Kürzung dieser Gelder: „Für viele Familien und
vor allem Frauen in Niederösterreich könnte dieses geplante Budget
ein riesiges Problem darstellen. Diese müssen sich jetzt schon
maximal flexibel zeigen und an die Öffnungszeiten der
Kinderbetreuungseinrichtungen anpassen.“ Knapp ein Viertel der NÖ
Kinderbetreuungseinrichtungen bzw. ein Drittel der Kindergärten
bieten gar keine Nachmittagsbetreuung an. Zudem sei das
Gratis-Kindergartenjahr nur halbtägig, die Eltern brauchen aber
ganztägige Angebote, erklärt Königsberger-Ludwig: „Deswegen darf
gerade bei der Kinderbetreuung nicht gespart werden, vielmehr muss
ein Ausbau erfolgen! Mit der Kürzung des Budgets ist das so wichtige
Ausbauprogramm gefährdet.“

Zwt.: „Kinder-Stipendium“-Modell als Vorbild für NÖ
Die Realität in Niederösterreich ist derzeit aber nichts für Eltern:
Die Kinderbetreuungseinrichtungen sind zu wenig flexibel, haben zu
kurze Öffnungszeiten – in Niederösterreich haben nur 17,2 Prozent der
Kindergärten nach 17 Uhr geöffnet – und stellen vor allem in den
Ferien und an anderen Schließtagen die Eltern vor große
Herausforderungen. „Niederösterreichische Kindergärten haben im Jahr
31,7 Schließtage, damit liegt unser Bundesland im unteren Mittelfeld.
Im Sommer kommt es oft vor, dass Eltern nicht gemeinsam Urlaub machen
können, weil die Kinderbetreuung aufgeteilt werden muss“, sagt die
SPÖ NÖ Landesfrauenvorsitzende, LAbg. Elvira Schmidt. In der Regel
laufe es darauf hinaus, dass nicht beide Elternteile Vollzeit
arbeiten können – was meistens heißt: Die Frauen arbeiten weniger.
„Für eine Chancengleichheit – dass sowohl Mamas wie Papas arbeiten
können – muss man die sozialen Ungleichheiten bereits im Kindergarten
angehen“, erklärt Schmidt, die die zuständige Landesrätin
Teschl-Hofmeister auffordert, nicht der schwarz-blauen Regierung
zuzuarbeiten, sondern endlich Möglichkeiten für die
niederösterreichischen Familien zu schaffen.

Das Bundesland Kärnten zeige mit seinem „Kinder-Stipendium“ vor, wie
es geht, sagt Schmidt. Hier wurde ein Fördermodell entwickelt, das es
bereits ab Herbst ermöglicht, den durchschnittlichen Elternbeitrag
von öffentlichen Einrichtungen elementarer Bildungseinrichtungen zu
halbieren, ab dem Kindergartenjahr 2019/20 soll der durchschnittliche
Elternbeitrag komplett fallen. „Jedes Kind soll die gleichen Chancen
erhalten – dazu gehört auch, dass der Kindergarten, die erste
Bildungseinrichtung im Leben eines Menschen, kostenfrei angeboten
wird.“ In Kärnten setzen SPÖ und ÖVP dieses Leitprojekt gemeinsam um
– zum Wohle der Eltern und Kinder, weiß Schmidt: „Ich wünsche mir,
dass auch in Niederösterreich die ÖVP endlich erkennt, wie wichtig es
ist, in die Zukunft unserer Kinder zu investieren. Wie wichtig es
ist, nicht nur vom Familienland Niederösterreich zu reden, sondern
das Familienland auch zu leben.“

„Familienfreundlichkeit entwickelt sich immer mehr zum Standort- und
Wettbewerbsfaktor. Flexible Arbeitszeitmodelle erfordern auch
flexible Kinderbetreuung. Deswegen wollen wir niederösterreichischen
SozialdemokratInnen kostenfreie, qualitative Kinderbetreuung auch am
Nachmittag und über das ganze Jahr“, sprechen sich
Königsberger-Ludwig und Schmidt dafür aus, dass das Land NÖ die
Dringlichkeit für den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen
erkennt und mit der Bundesregierung verhandelt, um eine Rücknahme der
Budgetkürzung zu erreichen.

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