Posch-Gruska leitet Diskussionsprozess zur Zukunft der Kinder- und Jugendwohlfahrt ein

Bundesratspräsidentin lud zu "World Café" ins Parlament

Wien (PK) - Bundesratspräsidentin Inge Posch-Gruska hat als Schwerpunkt ihres halbjährigen Vorsitzes in der Länderkammer das Thema Kinderrechte gewählt. Unter anderem plant sie die Erstellung eines Österreich-Atlas mit Best-Practice-Beispielen für Kindermitbestimmung auf kommunaler Ebene. Besonderes Augenmerk will sie der Kinder- und Jugendwohlfahrt widmen. Mit einem "World Café" wurde dazu heute im Parlament ein breiter Diskussionsprozess gestartet, der seinen Abschluss in einer parlamentarischen Enquete des Bundesrats im November finden soll.

Als Bundesratspräsidentin habe sie es sich zur Aufgabe gemacht, die Kinderrechte in Österreich zu stärken, hielt Posch-Gruska zum Auftakt der Veranstaltung fest. Und zwar nicht nur, indem sie einen Themenschwerpunkt setze. "Ich möchte Nägel mit Köpfen machen und für Kinder und Jugendliche etwas voranbringen."

In diesem Sinn will Posch-Gruska nicht nur einen breiten Diskussionsprozess mit VertreterInnen der Politik, der Verwaltung, der Trägerorganisationen und weiteren FachexpertInnen in Gang bringen, sondern auch in persönlichen Kontakten für eine ordentliche Lösung in Hinblick auf die Zukunft des Kinder- und Jugendwohlfahrtsgesetzes lobbyieren. Aktuell wird ja darüber diskutiert, die Zuständigkeit für die Kinder- und Jugendwohlfahrt zur Gänze den Ländern zu übertragen. Zudem sind laut Posch-Gruska Herausforderungen wie der Umgang mit Jugendlichen über 18 zu lösen.

Im Rahmen des "World Café" in der Hofburg befassten sich heute fünf Arbeitsgruppen mit den Themen Familie, Schule und Ausbildung sowie Digitalisierung und Partizipation. Das Impulsreferat dazu hielt Thomas Buchner, der bei SOS Kinderdorf für den Fachbereich Pädagogik zuständig ist. Er skizzierte aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Digitalisierung, Familien und Lebensformen sowie Ausbildung und Beruf. Herausforderungen gibt es etwa bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und beim Übergang von der Fremdunterbringung in die Selbständigkeit. Am Zweiten Arbeitsmarkt gibt es nicht genug niederschwellige Angebote für Jugendliche, die mehr Unterstützung auf dem Weg in die Beschäftigung brauchen. Fehlende Medienkompetenz ist nicht nur ein Problem von Kindern und Jugendlichen, sondern auch von Fachkräften.

Diskussionsprozess soll auch Kinder und Jugendliche einbeziehen

Im einem weiteren Schritt ist die Einrichtung einer Online-Plattform geplant. Bis 30. September sollen alle Interessierten die Möglichkeit haben, am Diskussionsprozess teilzunehmen. Ein besonderes Anliegen sei ihr, dass sich auch Kinder und Jugendliche an der Online-Diskussion beteiligen können, betonte Posch-Gruska. Grundsätzlich ist der Bundesratspräsidentin die Einbindung von Kindern und Jugendlichen in Entscheidungsprozesse sehr wichtig: "Damit Kinder Demokratie lernen, müssen sie mitbestimmen können."

In der Einladung zum "World Café" wird darauf hingewiesen, dass im Jahr 2016 fast 50.000 Kinder und Jugendliche in Österreich im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe unterstützt wurden. "Sie und ihre Familien stehen meist unter großem Druck. Aus der Spirale aus Überforderung, Angst, Krankheit, Gewalt und oft auch wirtschaftlicher Not können sie sich ohne professionelle Hilfe nicht mehr befreien", wird festgehalten. Die Entwicklung geht laut ExpertInnen in Richtung passgenauer Hilfsangebote die auf die spezifische Situation der jeweiligen Familie bzw. des betroffenen Kindes eingehen. (Schluss) sox/mar/gs

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