Bundesjugendvertretung: Ausbau der Kinderbetreuung sicherstellen!

Die BJV appelliert an Bund und Länder, Verhandlungen im Sinne der Kinder zu führen.

Wien (OTS) - Anlässlich der aktuellen Bund-Länder-Verhandlungen betont die Bundesjugendvertretung (BJV) den zentralen Stellenwert von Kinderbetreuungseinrichtungen. „Wir hören zwar immer wieder politische Lippenbekenntnisse zum Ausbau der Kinderbetreuung, die aktuell angekündigten Budgeteinsparungen lassen aber das Gegenteil befürchten. Wir appellieren daher an Bund und Länder, dass es bei ihren Verhandlungen zu einer Lösung im Sinne von Kindern kommt. Für Familien in ganz Österreich sollten ausreichend qualitativ hochwertige Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung stehen“, so BJV-Vorsitzende Martina Tiwald. 

Die BJV verweist darauf, dass ein Ausbau der Kinderbetreuung nach wie vor notwendig ist, um tatsächlich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sicherzustellen – gerade auch hinsichtlich der soeben beschlossenen Arbeitszeitflexibilisierung: „Laut Statistik Austria sind 30 Prozent der Kindergärten, Krippen und Horte bereits für die derzeitige Regelarbeitszeit von 8 Stunden nicht ausreichend geöffnet. Auch was die Schließtage betrifft, findet man quer durch Österreich unterschiedliche Bedingungen vor, was Eltern vor große Herausforderungen stellt. Wir fordern daher die Politik auf, an einem Strang zu ziehen und hier Lösungen zu schaffen“, zeigt Tiwald auf. 

BJV-Vorsitzender Derai Al Nuaimi betont, dass Kindergärten zentrale Bildungseinrichtungen sind und einen wesentlichen Beitrag zur Integration leisten: „Es ist notwendig, dass ausreichend finanzielle Mittel für die sprachliche Frühförderung zur Verfügung gestellt werden, da auch die Regierung ausreichende Deutschkenntnisse vor Schuleintritt als wichtigen Faktor voraussetzt.“ 

Außerdem kritisiert der Vorsitzende, dass das Thema Kinderbetreuung mit der Debatte um ein Kopftuchverbot vermischt wird: „Es ist völlig inakzeptabel, dass diese Themen miteinander verknüpft werden. Die Leidtragenden sind Kinder und ihre Familien.“ Abschließend betont Al Nuaimi: „Es darf keine Politik auf dem Rücken von Kindern gemacht werden. Wir lehnen es ab, dass die Förderung von Kinderbetreuungsplätzen von einem Kopftuchverbot bei Kindern abhängig gemacht wird.“

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