„kulturMontag“ über „Wanderlust“, Harald Schmidt bei Festwochen Gmunden und „Beatrice Cenci“ bei den Bregenzer Festspielen

Außerdem am 16. Juli: Dokureihe „CineKino“ über Filmkunst aus Frankreich

Wien (OTS) - Der von Clarissa Stadler moderierte „kulturMontag“ präsentiert am 16. Juli 2018 um 22.25 Uhr in ORF 2 eine spannende Themenpalette: Von Caspar David Friedrich bis Björk – das Wandern ist des Künstlers Lust. Die Berliner Nationalgalerie widmet Gipfelstürmern und Landschaftsmalern ihre fulminante Sommerschau „Wanderlust“. Dass der Mensch gehen müsse, um denken zu können, davon war Thomas Bernhard überzeugt. Der ausgewiesene Bernhard-Fan Harald Schmidt diskutiert bei den Salzkammergut Festwochen Gmunden mit Franz Schuh über die Meisterschaft der Komik und die Kunst des Aufhörens und sinniert in Ohlsdorf mit Clarissa Stadler über den polarisierenden Skandalautor, dessen Stück „Heldenplatz“ vor 30 Jahren uraufgeführt wurde. Außerdem berichtet der „kulturMontag“ über die österreichische Erstaufführung der Oper „Beatrice Cenci“ von Berthold Goldschmidt bei den Bregenzer Festspielen.
Anschließend an das Magazin geht es in einer weiteren Folge der zehnteiligen Dokumentarfilmreihe „CineKino“ (23.25 Uhr) um Filmkunst aus Frankreich.

Das Wandern ist des Künstlers Lust – Zurück zur Natur

Angesichts der zunehmenden Hektik in Alltag und Beruf setzen immer mehr Menschen auf das Erlebnis in der Natur, die Erfahrung von Ruhe – und nicht zuletzt die Begegnung mit sich selbst. Die Lust am Wandern ist plötzlich wieder zeitgeistig. Dass die Wortkreation „Wanderlust“ eigentlich schon aus der Romantik stammt, macht der deutsche Maler Caspar David Friedrich mit seinem berühmten Bild „Wanderer über dem Nebelmeer“ deutlich. Unter dem Titel „Wanderlust“ zeigt die Alte Nationalgalerie in Berlin erstmals eine fulminante Sonderausstellung, die das Motiv des Wanderns in der Malerei von der Romantik über die klassische Moderne bis in die Gegenwart beleuchtet. Nach der Losung von Jean-Jacques Rousseau „Zurück zur Natur“ erobern bis heute Künstler Freiräume in Himmelsnähe. Über die neue Lust an der Naturverbundenheit hat der „kulturMontag“ den Schriftsteller Iliya Trojanow, den Maler Herbert Brandl und die Medienkünstlerin Julie Monaco befragt.

Im Land der Spießer – Showlegende Harald Schmidt bei den Festwochen in Gmunden

Wegen seines oft respektlosen und zynischen Humors erhielt Harald Schmidt in den Medien den Spitznamen „Dirty Harry“, denn sein tabuloser Umgang mit seinen Spaßopfern brachte ihm auch einige Klagen ein. Seine Liebe zum Theater machte er in der legendären „Harald-Schmidt-Show“ oft und gerne deutlich. Oder aber es zog ihn zurück zu seinen Anfängen, auf die Theaterbühnen, wo er unter anderem Erfolge mit Samuel Becketts „Warten auf Godot“ in Bochum feierte. Mit seiner Thomas-Bernhard-Persiflage „Claus Peymann kauft sich keine Hose, geht aber mit essen“ eroberte der TV-Zyniker sogar das berühmte Brecht-Theater am Berliner Schiffbauerdamm. Für Schmidt ist der polarisierende Skandalautor ein österreichisches Phänomen, der mit Stücken wie „Heldenplatz“ seine theatralischen Frontalangriffe auf seine österreichischen Landsleute unternommen hat. Zum 30-Jahr-Jubiläum von „Heldenplatz“ haben die Salzkammergut Festwochen Gmunden den wortmächtigen Übertreibungskünstler als Stargast in die oberösterreichische Provinz eingeladen. Franz Schuh diskutiert mit Harald Schmidt über die Meisterschaft der Komik und die Kunst des Aufhörens. Mit Clarissa Stadler begibt sich der TV-Ruheständler auf die Spuren seines österreichischen Lieblings-Dramatikers nach Ohlsdorf und sinniert in bester Bernhardscher Manier über den viel gerühmten wie gescholtenen Jahrhundertschriftsteller und die unbändige Lust an der direkten Provokation.

Kirche, Korruption & andere Konflikte – „Beatrice Cenci“ bei den Bregenzer Festspielen

Mit der österreichischen Erstaufführung der Oper „Beatrice Cenci“ von Berthold Goldschmidt (Premierenvorstellung: 18. Juli, live um 19.00 Uhr, Ö1; weiters 19. August, 21.20 Uhr, ORF III) werden am 18. Juli die Bregenzer Festspiele eröffnet. Der Komponist galt als große Hoffnung der deutschen Musikszene. 1933 später setzten die Nationalsozialisten seiner Karriere ein jähes Ende. Erst wenige Jahre vor seinem Tod wurde er wiederentdeckt, seine berühmteste Oper „Der gewaltige Hahnrei“ ebenso wieder aufgeführt wie sein zweites Bühnenwerk aus der Taufe gehoben: die 1949 entstandene Oper „Beatrice Cenci“, die allerdings erst 1988 in London konzertant und 1994 szenisch in Magdeburg uraufgeführt wurde. Nun kommt das Werk rund um die Geschichte der Tochter des Adeligen Francesco Cenci in der Inszenierung von Johannes Erath als „Hausoper“ zu den Bregenzer Festspielen. Beatrice, die tatsächlich im 16. Jahrhundert gelebt hat, plant die Ermordung ihres grausamen Vaters und bezahlt dafür selbst mit ihrem Leben. Der Vatikan streicht das Vermögen der Familie ein. Kritik allein an der katholischen Kirche stehe in Eraths Inszenierung jedoch nicht im Vordergrund, denn korrupte Systeme fänden sich in allen Gesellschaftsbereichen. Ein packender, düsterer und glühender Stoff und eine dramatische Komposition, die in Bregenz wiederentdeckt werden kann.

Dokumentation „CineKino – Frankreich“ (23.25 Uhr)

Frankreich und das Kino, das ist eine traditionsreiche und leidenschaftliche Liebesgeschichte, von der seit jeher entscheidende Impulse für das europäische Filmschaffen ausgehen. Eine weitere Folge der internationalen TV-Reihe „CineKino“ präsentiert mit Filmausschnitten, Interviews mit Filmschaffenden und Archivmaterial einen lebendigen Eindruck der Besonderheiten des Filmlandes Frankreich – von der Erfindung des Kinos durch die Brüder Lumière bis zu dessen technischer Erneuerung durch Jean-Pierre Jeunets Welterfolg „Die fabelhafte Welt der Amélie“. „CineKino“ beleuchtet außerdem die Gründung der ersten Filmhochschule Frankreichs, der IDHEC, die berühmte Regisseure wie Louis Malle, Alain Resnais, François Ozon oder Volker Schlöndorff hervorbrachte. Und selbstverständlich dürfen in der „CineKino“-Frankreich-Ausgabe die Schauspielerlegenden Catherine Deneuve, Gérard Depardieu und Pierre Richard nicht fehlen.

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