„Orientierung“ am 15. Juli: Weil Abschiebung droht – „Kirchenasyl“ für Lehrling aus Pakistan

Außerdem: „Grenzgänger“ zwischen Religionen – Heinz Nußbaumer wird 75

Wien (OTS) - Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 15. Juli 2018, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Weil Abschiebung droht: „Kirchenasyl“ für Lehrling aus Pakistan

Das „politisch-humanitäre Schachspiel“ zwischen der Erzdiözese Salzburg und dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) um den 23-jährigen pakistanischen Flüchtling Ali Wajid, der in sein Herkunftsland abgeschoben werden soll, will nicht enden. „Sollte die Polizei morgen kommen, um Ali zu holen, würden wir sicher nicht gegen das Gesetz handeln, aber in dem Fall würden wir zeigen, dass alle unsere Bemühungen – sowohl die humanitären als auch die zugunsten des Staates – zu kurz gegriffen haben“, meint der Generalvikar der Erzdiözese Salzburg, Roland Rasser. Unter dem Schutz der Erzdiözese, die dem jungen Kellnerlehrling „Kirchenasyl“ gewährt hat, steht Ali Wajid seit Anfang Juli. Im Kloster Sankt Peter ist er untergebracht. Bereits zweimal innerhalb der vergangenen Tage hat das BFA Ali Wajid aufgefordert, innerhalb von 72 Stunden im Anhaltezentrum Schwechat einzutreffen. Von dort aus würde er dann wohl nach Pakistan abgeschoben werden. Eine rechtliche Grundlage hat das Kirchenasyl in Österreich nicht. Doch über viele Jahrhunderte gehörte es zur kirchlichen Tradition, Menschen in Not Schutz – und eben auch – Asyl zu gewähren. Genau da würde sich der Flüchtlingsbeauftragte der Erzdiözese Salzburg, Pfarrer Alois Dürlinger, auch ein Entgegenkommen der Politik wünschen. Vor allem aus politischen Kreisen, die sich als „christlich“ bezeichnen. Viel Hoffnung scheint er freilich nicht zu haben: „Wo christlich draufsteht, muss christlich drin sein. Da sind wir, leider Gottes, weit davon entfernt.“ Ein Bericht von Zoran Dobrić.

Griechenland: Steyler Missionsschwestern im Einsatz für Flüchtlinge

Bei einer internationalen Versammlung der Steyler Missionsschwestern, die im Oktober 2016 im indischen Bangalore stattfand, stellte eine der – wie sie sich auch nennen – „Dienerinnen des Heiligen Geistes“ ihren europäischen Mitschwestern eine gewichtige Frage: „Warum sind wir eigentlich nicht in Griechenland?“ Der Impuls wurde rasch aufgegriffen. Im Mai des Vorjahres hat ein kleines Team von Steyler Missionarinnen in Athen Quartier bezogen und arbeitet dort mit dem Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS) eng zusammen. „Wir fühlen uns von Gott gerufen, an die Ränder Europas zu gehen“, sagt die Leiterin der Ordensprovinz Spanien und Portugal, Schwester Maria José Rebelo. Die „Orientierung“ hat das Schwesternteam, zu dem auch die Steirerin Ada Lick gehört, in Athen besucht. Ein Bericht von Christian Rathner.

Leben in Afrika: Ordensfrau Goretta Biberauer in Kenia

Schwester Goretta Biberauer ist Mitglied im Orden der „Missionsschwestern vom Kostbaren Blut“, auch „Wernberger Schwestern“ genannt. 1957 kam sie nach Kenia, wo sie über viele Jahre als Krankenschwester und Hebamme gearbeitet hat. Jetzt, mit 85, denkt sie nicht daran, nach Österreich zurückzukehren. Schwester Goretta war in ihrem Berufsleben auch Ambulanz-Fahrerin: In Notfällen musste sie Patientinnen und Patienten von ihrer Gesundheitsstation in ein Spital bringen. So wurde sie zu einer wichtigen Projektpartnerin der MIVA Austria, die Fahrzeuge für Mission und Entwicklung finanziert. Ein Bericht von Christian Rathner.

„Grenzgänger“ zwischen Religionen: Heinz Nußbaumer wird 75

„Der Verlust von religiöser Tiefe könnte sich als die größte Schwäche Europas erweisen“, zieht Heinz Nußbaumer anlässlich seines bevorstehenden 75. Geburtstags ein persönliches Resümee. Der langjährige Außenpolitikjournalist der Tageszeitung „Kurier“, Pressesprecher der Bundespräsidenten Kurt Waldheim und Thomas Klestil, Gastgeber der ORF-Diskussionsreihe „philosophicum“ sowie heutiger Herausgeber der Wochenzeitung „Die Furche“ war oft dabei, wenn Zeitgeschichte geschrieben wurde. Seine Reisen kreuz und quer über den Globus, Begegnungen mit Politikern – von Bill Clinton bis Muammar al-Gaddafi – ermöglichten ihm rare Einblicke. Sein journalistisches Interesse führte ihn oft auch über Religionsgrenzen hinweg. Heinz Nußbaumer sucht bis heute das Gespräch mit dem Buddhismus, dem Islam und vor allem mit der christlichen Orthodoxie. Sein Bestseller „Der Mönch in mir“ gibt Zeugnis von seinem tiefen Verständnis für das mönchische Leben auf dem Berg Athos. Er selbst ist im katholischen Glauben beheimatet. Sein großes Vorbild: Kardinal Franz König. Ein „Orientierung“-Team hat den – auch mit bald 75 Jahren – höchst aktiven Publizisten einen Tag lang v. a. an „Stätten des religiösen Diskurses“ begleitet. Ein Bericht von Nina Oezelt und Marcus Marschalek.

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