Parlamentssanierung: Figurenschmuck wandert in die Werkstätte

44 Attikafiguren werden abgebaut und restauriert – Dachöffnung als nächster Schritt

Wien (PK) -

44 Attikafiguren werden abgebaut und restauriert - Dachöffnung als nächster Schritt

Die Generalsanierung des Parlamentsgebäudes ist nicht zuletzt auch eine große restauratorische Herausforderung. Diese Woche beginnt der Abbau des prächtigen Figurenschmucks auf dem Dach.

Während im Inneren des Hauses die Abbruch-, Demontage- und Rohbauarbeiten zügig voranschreiten, erfolgen im Außenbereich die erforderlichen Maßnahmen im Vorfeld der Baumeisterarbeiten. So müssen die rundherum auf dem Dach platzierten Figuren entfernt werden. Sie ragen über das Gesims hinaus und beeinträchtigen den Einsatzbereich der vier großen Baukräne. Außerdem wird das gesamte Dach - und damit auch der Untergrund der Figuren - neu eingedeckt.

Die Figuren werden in der Restaurierungswerkstätte Zottmann in Wien  eingehend untersucht und gegebenenfalls restauriert. Um eine problemlose Abnahme zu gewährleisten, war der Zustand der Figuren auf Stand- und Transportsicherheit untersucht worden. Vor Abschluss des Sanierungsprojekts werden die Figuren an ihren angestammten Platz zurückkehren. Alle Arbeiten werden vom Bundesdenkmalamt begleitet.

Jede Attikafigur wiegt 1,5 Tonnen

Der Entwurf des Figurenschmucks von Architekt Theophil Hansen stammt aus dem Jahr 1878. Hansen wählte historische und mythologische Figuren und gab ihnen Namen wie Ruhe, Ausdauer, Besonnenheit, Kraft, Mut, Klugheit, Mäßigung, Geduld oder Namen von Berufen wie Jagd, Fischerei, Waldbau, Technik, Kunst.

Die 44 Attikafiguren sind aus Carrara-Marmor bzw. Kalkstein, jeweils 2,7 Meter hoch und wiegen rund 1,5 Tonnen. Dazu kommen Akroterien (First- und Eckpalmetten, Gebäudeschmuck) sowie Greife als Firstbekrönungen aus Terrakotta und Zink-Hohlguss.

Die 1883 begonnene Aufstellung der Figuren musste unterbrochen werden, da damals das Interesse der Bevölkerung überaus groß war. Deshalb wurden die Werke ausgestellt, bevor sie 1887 endgültig auf dem Dach des Parlamentsgebäudes aufgestellt werden konnten.

Beim Wiederaufbau des Hauses nach dem Zweiten Weltkrieg (1945-1955) wurden die Attikafiguren schon einmal abgenommen.

Öffnung des Daches im Laufe des Sommers

Im Rahmen der Vorbereitung zu den Bauarbeiten wurden nach dem Abtransport des Mobilars im Inneren des Gebäudes bereits umfangreiche Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Auch wurden sämtliche Parkett- und Steinböden herausgelöst sowie alle Lampen und Luster abgenommen. Im Nationalratssitzungssaal wurde die Wandvertäfelung Stück für Stück abgebaut, nummeriert und eingelagert. Außerdem wurde die Glaszwischendecke entfernt.

Als nächster großer baulicher Eingriff steht im Laufe des Sommers die Öffnung des Daches über dem Nationalratssitzungssaal an. Über diesen Weg erfolgt in weiterer Folge der gesamte Zu- und Abtransport der Maschinen und des Baumaterials. (Schluss) red

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