Liste Pilz fordert schnelles EU-Verbot von Glyphosat

600 freiwillig glyphosatfreie Gemeinden beweisen, dass es Alternativen gibt

Wien (OTS) - Seit Montag läuft die Zeugeneinvernahme des ersten US-Prozesses, der feststellen soll, ob Glyphosat krebserregend ist. Etwa 4.000 weitere sollen folgen. Der zuständige Richter stellte fest, dass es genug Beweise gäbe, dass der Fall von Geschworenen gehört werden müsse. "Obwohl die WHO das Unkrautvernichtungsmittel bereits 2015 als wahrscheinlich krebserregend eingestuft hat, wurde Glyphosat im Dezember 2017 für weitere fünf Jahre in der EU zugelassen. Die Interessen der Agrochemie-Lobby dürfen nicht weiterhin wichtiger sein, als die Gesundheit der Bevölkerung“, betont Daniela Holzinger-Vogtenhuber, Gesundheitssprecherin der Liste Pilz. „Spätestens jetzt, wo sich die Verdachtsmomente häufen, dass Glyphosat tatsächlich krebserregend ist, müssen wir handeln und ein möglichst zeitnahes Verbot durchsetzen. Wenn dies auf EU-Ebene nicht möglich ist, müssen wir es zumindest in Österreich umsetzen.“

Nicht nur die Auswirkungen von Glyphosat auf die Gesundheit sind äußerst bedenklich, sondern das Pestizid steht auch in Verbindung mit Umweltschäden. „Das Mittel gefährdet die biologische Artenvielfalt und die Pflanzenvielfalt auf dem Acker. Man darf in diesem Fall nicht kurzsichtig denken“, bekräftigt Martha Bißmann, Umweltsprecherin der Liste Pilz. „Es gibt bereits genug Alternativen zu Glyphosat, wie die 600 schon freiwillig glyphosatfreien Gemeinden in Österreich beweisen." Wenn Glyphosat weiterhin verwendet wird, riskieren wir, dass das natürliche Gleichgewicht der Umwelt nachhaltig zerstört wird. Es wäre tragisch, wenn wir in Zukunft unsere Feldfrüchte mit Drohnen bestäuben müssten, weil wir die natürlichen Pollinatoren ausgerottet haben.

Die Liste Pilz wird sich aufgrund der neuen Verdachtsmomente, dass Glyphosat krebserregend ist, verstärkt für ein Verbot in Österreich, aber auch auf EU-Ebene einsetzen. „In der politischen Diskussion zu Glyphosat läuft leider schon länger einiges falsch. Eigentlich sollte ein Mittel erst gar nicht zugelassen werden, bis eindeutig bewiesen werden kann, dass es nicht gesundheits- und umweltschädigend ist. Nachdem sich die Beweise mittlerweile verdichten, dass die Zulassung bereits zu nachhaltigen Schäden für die Gesundheit und die Umwelt geführt hat, treten wir verstärkt für ein Verbot ein“, unterstreichen Bißmann und Holzinger-Vogtenhuber.

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