26. Salon A: Österreichische Sozialversicherung – Quo vadis?

Gesellschaft der österreichischen Apotheker gab im Salon A mit Mag. Martin Schaffenrath Einblick in die aktuellen Reformvorhaben der österreichischen Sozialversicherung

Wien (OTS) - Die Gesellschaft der österreichischen Apotheker lud zum mittlerweile 26. Salon A, der unter dem Motto „Österreichische Sozialversicherung – Quo vadis?“ stand. 30 Expertinnen und Experten aus dem Gesundheitswesen konnten in der Wiener Servitengasse von den Salon A-Obfrauen Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr und Mag. pharm. Corinna Prinz-Stremitzer begrüßt werden. Ehrengast des Abends war Mag. Martin Schaffenrath, Vorsitzender-Stellvertreter des Verbandsvorstandes im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.

In seiner Keynote gab Mag. Martin Schaffenrath Einblick in das Zukunftsbild der Sozialversicherung und ging dabei kritisch auf die aktuellen Pläne der Bundesregierung zur Reform der Sozialversicherung ein. Er bekräftigte, dass die Sozialversicherung für die österreichische Bevölkerung ein wesentlicher Bestandteil ihres Lebens ist. Die zentralen Ziele der Sozialversicherung sind insbesondere die im Dezember 2015 begonnene E-Health Ausrollung hin zu einer flächendeckenden Vernetzung, die Einführung der E-Medikation, welche bereits in Vorarlberg, der Steiermark und Kärnten abgeschlossen ist und schrittweise österreichweit weiterhin ausgerollt wird, eine Harmonisierung der Leistungen und weitere Dämpfung der Verwaltungskosten, eine Optimierung des Beitragswesens und als Causa prima die von der Regierung geplante Zusammenlegung der Sozialversicherungsträger.

Schaffenrath bemängelte, dass es sich bei den Vorschlägen der Bundesregierung ausschließlich um eine Strukturreform handelt, bei der derzeit keine Einsparungen erkennbar sind. „Mit dem aktuellen Regierungsprogramm sollen der Sozialversicherung und dem öffentlichen Gesundheitswesen insgesamt drei Milliarden Euro entzogen werden“, kritisiert Schaffenrath. Drängende Gesundheitsfragen wie ein umfassender Nichtraucherschutz, Maßnahmen zur Verbesserung der psychischen Gesundheit, gesunden Ernährung oder die Alkoholproblematik bei Kinder und Jugendlichen bleiben im Regierungsprogramm unbeantwortet. „Die Bundesregierung ist mit ihrem Regierungsprogramm zu echten Reformen, wo es um die Schnittstellen zwischen dem extra- und intramuralen Bereich geht, leider nicht bereit.“

Für die Erarbeitung eines Zukunftsbildes und einer Reform der Sozialversicherung gibt es für den stellvertretenden Vorsitzenden des Verbandsvorstandes im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger fünf Prämissen. So steht der konkrete Nutzen für die Versicherten an oberster Stelle, daran sind auch die Strukturvorschläge der Bundesregierung zu messen. Es braucht klare Versorgungsversprechen und vereinbarte Servicelevels. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Prinzip der Selbstverwaltung, welches unangetastet bleiben muss. Auch der Umstand, dass das Beitragswesen, darin inkludiert auch die Beitragsprüfung, die Kernaufgabe der Selbstverwaltung ist, ist für Schaffenrath unverrückbar.

In der anschließenden Diskussion wurden die Reformpläne der Bundesregierung teils sehr kritisch kommentiert. „Der Bundesregierung geht es nicht um eine bessere Versorgung der Menschen oder um die Attraktivierung des Landarztes, deren Plan ist vielmehr die Zerstörung von Strukturen und das Zurückrängen der Funktionen von Arbeitnehmervertretern“, so die ehemalige Obfrau der Gebietskrankenkasse Steiermark und jetzige Nationalratsabgeordnete Mag. Verena Nussbaum. Der frühere Gesundheitsstaatssekretär und nunmehrige Universitätsrat der MedUni Wien Dr. Reinhart Waneck machte auf den drohenden Ärztemangel aufmerksam und merkte an, dass zahlreiche Ärzte der Etablierung der elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) immer noch skeptisch gegenüberstehen.

„Die Apotheken leisten als Primärversorger großartige Arbeit und werden als Systempartner nicht immer so gewürdigt, wie es sein sollte. In Österreich kann jeder die nächste Apotheke innerhalb von zehn Minuten erreichen. Durch die professionelle Beratung und Begleitung unserer Kundinnen und Kunden in den Apotheken unterstützen wir sie bei der Adhärenz und entlasten so das Gesundheitssystem. Wir Apothekerinnen und Apotheker werden die Reformvorhaben genau mitverfolgen und wachsam bleiben“, betont Salon A-Obfrau Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr abschließend.

Fotos vom Salon A sind abrufbar unter 
http://www.salon-a.at/veranstaltungen.html 

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