Coface: Risikosignale werden im zweiten Quartal lauter

Länder- und Branchenbewertungen weltweit - 2. Quartal 2018

Die vielen Risikosignale werden im zweiten Quartal 2018 lauter und erinnern an die Situation in den Jahren 2012/2013
Dr. Michael Tawrowsky, Country Manager Coface Austria
Dennoch sind die Anzeichen signifikant, dass der Höhepunkt des Wirtschaftswachstums erreicht ist
Dr. Michael Tawrowsky, Country Manager Coface Austria
Die Vorzeichen eines Handelskrieges zu Beginn des Jahres sind inzwischen real geworden
Dr. Michael Tawrowsky, Country Manager Coface Austria

Wien/Paris (OTS) - Die vielen Risikosignale werden im zweiten Quartal 2018 lauter und erinnern an die Situation in den Jahren 2012/2013“, erklärt Michael Tawrowsky Country Manager von Coface in Österreich anlässlich der aktuellen Länder- und Branchenbewertung. 

Die Risse in der Eurozone, der zunehmende Protektionismus, höhere Ölpreise, Kapitalabflüsse aus größeren Emerging Countries und ein gebremster Welthandel“ zählt Tawrowsky die aktuellen Warnsignale auf und betont gleichzeitig: „Das Ausmaß ist allerdings nicht ganz vergleichbar.“ So liege etwa der Ölpreis derzeit mit 75 USD deutlich unter den 110 USD von 2012. „Dennoch sind die Anzeichen signifikant, dass der Höhepunkt des Wirtschaftswachstums erreicht ist“, unterstreicht Tawrowsky. Die Zuversicht aufgrund des steigenden Protektionismus ist bereits mit Jahresbeginn gesunken. Nun schwächt sich das Wachstum tatsächlich ab. Coface erwartet für die Industrieländer 2,2 Prozent in diesem und 2 Prozent im nächsten Jahr und für die Eurozone 2,1 Prozent 2018 und 1,8 Prozent 2019 Wachstum.  

In den Industrieländern steigt das Kreditrisiko. Besonders auffällig: Coface hat die Länderbewertung Italiens in A4 herabgestuft. Dort werden nach den jüngsten Analysen die überschuldeten Unternehmen von möglichen härteren Kreditkonditionen betroffen sein. Eine Ausnahme bilden derzeit die USA. Dort hat sich das Wachstum noch nicht verlangsamt. Für die USA lautet die Coface-Prognose 2,7 Prozent in diesem Jahr. Der Vergleichswert von 2017 ist 2,3 Prozent. 

Handelsstreit belastet bereits erste Branchen: IKT in China und Metall in Kanada

Die Vorzeichen eines Handelskrieges zu Beginn des Jahres sind inzwischen real geworden“, unterstreicht Tawrowsky. Die protektionistische US-Politik betrifft bei den chinesischen Exporten auch viele IKT-Produkte "Made in China 2025", so dass Coface die Branche in dem Land in die Kategorie „hohes Risiko“ herabgestuft hat. Unter den Ländern, denen die USA-Zölle auf Stahl und Aluminium auferlegt hat, ist Kanada wohl am stärksten betroffen, denn 87 Prozent der Stahlproduktion geht in die Vereinigten Staaten. Der Metallsektor Kanadas wurde daher in „sehr hohes Risiko“ herabgestuft. Im Gegenzug stieg der Metallsektor der USA in „mittleres Risiko“ auf.  

Unterschiedliche Auswirkungen des Ölpreises

Die gestiegenen Ölpreise wirken sich naturgemäß unterschiedlich auf Länder aus. Die exportierenden Nationen profitieren davon. Dazu gehören der Oman, dessen Länderbewertung sich in B verbessert hat, und Malaysia, das mit A3 bewertet ist. Dagegen geraten die Handelsbilanzen der importierenden Länder unter Druck. Verstärkend wirkt das nachlassende Interesse bei internationalen Investoren – auch dies ist eine Parallele zu dem Jahr 2013. Aufgrund dieser Faktoren bei gleichzeitig steigenden Importen sowie der internationalen Verwerfungen hat Coface eine Reihe von Ländern herabgestuft: Argentinien, Türkei und Sri Lanka (jetzt alle in C), sowie Indien (jetzt B). In anderen Emerging Countries belastet der Währungsdruck vor allem Branchen, die auf den Import von Teilen und Anlagen angewiesen sind, um die Produktion im Inland aufrecht zu erhalten. Dies betrifft bereits den Bausektor in Argentinien, den Coface nun in der Kategorie „hohes Risiko“ sieht, sowie den Einzelhandel in Argentinien und in der Türkei, die in „sehr hohes Risiko“ herabgestuft wurden. 

Den Ölpreis erwartet Coface bei 70 bis 75 US-Dollar bis Ende dieses Jahres. Zum Durchschnittspreis 2017 wäre das eine Steigerung um 30 Prozent. In diesem Kontext sind die Erwartungen an den Energiesektor eher positiv. In fünf Ländern wurden die Risikobewertungen der Branchen daher verbessert: USA („niedriges Risiko“), Kanada, Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien und Frankreich (alle „mittleres Risiko“). 

----
Die Coface-Länderbewertungen (160 Länder) erfolgen auf einer achtstufigen Skala, aufsteigend nach dem Risiko: A1 (sehr niedrig), A2 (niedrig), A3 (noch gering), A4 (noch akzeptabel), B (nimmt spürbar zu), C (hoch), D (sehr hoch) und E (extrem).

Die Coface-Branchenbewertungen (13 Sektoren in sechs geografischen Regionen und 24 Ländern, die fast 85 Proznet des globalen BIP ausmachen) umfassen vier Stufen: niedriges Risiko, mittleres Risiko, hohes Risiko, sehr hohes Risiko. 

Aktuelle Länder- und Branchenbewertung 2. Quartal 2018


Coface: for trade – Gemeinsam Geschäfte entwickeln  

Mit 70 Jahren Erfahrung und dem dichtesten internationalen Netzwerk ist Coface ein bedeutender Kreditversicherer, Partner im Risikomanagement von Unternehmen und in der globalen Wirtschaft. Mit dem Anspruch, der agilste Kreditversicherer weltweit zu werden, unterstützt Coface 50.000 Kunden dabei, Geschäfte aufzubauen und dynamisch zu entwickeln. Die Produkte und Dienstleistungen schützen Unternehmen im nationalen und internationalen Business und helfen ihnen, Kreditentscheidungen zu treffen. 2017 hatte Coface rund 4.100 Mitarbeiter in 100 Ländern und erzielte einen Umsatz von 1,4 Mrd. Euro.

Barometer Länder- und Branchenbewertung (in engl. Sprache)
Hier downloaden

Rückfragen & Kontakt:

Coface, Niederlassung Austria
Mag. (FH) Verena SCHWARZ
Communications Manager
T. +43 (1) 515 54-540
verena.schwarz@coface.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | COF0001