Unzureichende Kinderbetreuung im Sommer: Rund 40 Prozent der Gemeinden haben kein Angebot

Linz (OTS) - Vielen oberösterreichischen Familien stehen schwierige Wochen bevor: Wohin mit den Kindern in den großen Ferien? Oberösterreichs Krabbelstuben, Kindergärten und Horte fallen bei den Schließtagen im Bundesländervergleich negativ auf. Nicht nur im Sommer, das ganze Jahr über leiden Familien in Oberösterreich unter zu wenig Betreuungsplätzen und zu starren Öffnungszeiten, die nicht zu den Arbeitszeiten in den Betrieben passen. „Vor diesem Hintergrund den Zwölf-Stunden-Tag einführen zu wollen, ist ein Schlag ins Gesicht aller berufstätigen Eltern“, kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

 

Viele Eltern kämpfen nicht nur in den großen Ferien mit zu vielen Schließtagen in den Kinderbetreuungseinrichtungen. In Oberösterreich sind es laut Statistik Austria im Durchschnitt rund 28 Schließtage pro Jahr. Der bundesweite Schnitt liegt hier bei nur 21 Tagen. Am häufigsten zu haben die Horte: Sie haben in Oberösterreich an rund 32 Tagen geschlossen, österreichweit sind es nur rund 24 Tage. Besonders schwierig ist die Situation während der großen Ferien im Juli und August: Laut dem Kinderbetreuungsatlas der Arbeiterkammer hatten im vergangenen Sommer fast 42 Prozent der 442 oberösterreichischen Gemeinden keine Sommerbetreuung für Kindergartenkinder. „Kein Wunder, dass viele berufstätige Eltern nicht wissen, wie sie gerade in den großen Sommerferien die Kinderbetreuung managen sollen, haben doch die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nur fünf Wochen Urlaub pro Jahr“, so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

 

Generell sind die oberösterreichischen Eltern mit den Kinderbetreuungsangeboten in ihren Gemeinden sehr unzufrieden. Nicht nur im Sommer, sondern das ganze Jahr über. Eine AK-Befragung unter Eltern von unter-dreijährigen Kindern ergab: Jede/Jeder Dritte ist mit der Ferienbetreuung unzufrieden und 20 Prozent sind mit den täglichen Öffnungszeiten und mit den Öffnungszeiten an Zwickeltagen unzufrieden. AK-Vizepräsidentin Elfriede Schober: „Die meisten Eltern wünschen sich längere und flexiblere Öffnungszeiten.“ Ab Herbst ist zu erwarten, dass sich die Situation noch zuspitzt: Durch die Einführung der Nachmittagsgebühren im Kindergarten werden viele Gemeinden ihr Angebot zurückfahren. „Wir rechnen mit einem weiteren Einbruch in der Nachmittagsbetreuung, weil viele Gruppen wegen der hohen Gebühren nicht mehr zustande kommen“, so Schober.

 

Für AK-Präsident Kalliauer ist klar: Die Defizite in der Kinderbetreuung gehören endlich beseitigt, denn sie gehen voll auf Kosten der Familien – vor allem berufstätige Mütter leiden unter der Situation. Kommt dann auch noch der Zwölf-Stunden-Tag, wird es für viele Familien noch aussichtsloser, Kinder und Beruf zu vereinbaren. „Denn wie oft der Chef wirklich Verständnis hat, wenn Beschäftigte die 11. und 12. Arbeitsstunde ablehnen, weil sie ihre Kinder vom Kindergarten abholen müssen, ist mehr als fraglich“, so Kalliauer.

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