OeNB prognostiziert 2,2 % Inflation für 2018 und rechnet erst danach mit leichter Abschwächung

Wien (OTS) - Die österreichische HVPI-Inflationsrate betrug im Jahr 2017 2,2 %. Laut aktueller Prognose der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) wird die Inflationsrate im Jahr 2018 ebenfalls bei 2,2 % zu liegen kommen und sich in den beiden Folgejahren auf 2,0 % und auf 1,9 % leicht abschwächen. Für diesen Rückgang sind vor allem der im späteren Prognosehorizont erwartete Rückgang der Rohstoffpreise und das Auslaufen der vergangenen Nahrungsmittelpreissteigerungen verantwortlich. Die guten Wachstumsaussichten führen hingegen zu anhaltend hohen bzw. steigenden Inflationsraten bei Industriegütern ohne Energie und bei Dienstleistungen. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) wird daher im Prognosezeitraum auf über 2,0 % steigen.

Österreichische HVPI-Inflationsrate bewegt sich nahe der 2-Prozent-Marke
Die österreichische HVPI-Inflationsrate wie auch die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) veränderten sich seit Jahresbeginn 2018 nur wenig und bewegten sich um die 2-Prozent-Marke. Die Gesamtinflationsrate stieg von 1,9 % im Jänner und Februar 2018 geringfügig auf 2,0 % in den beiden Folgemonaten und legte im Mai noch ein wenig auf 2,1 % zu. Der leichte Anstieg geht in erster Linie auf die ölpreisbedingte Zunahme der Energiepreise zurück, während ein Rückgang der Inflationsraten von Industriegütern ohne Energie und von Nahrungsmitteln dämpfend auf die Gesamtinflationsrate wirkte. Die Kerninflationsrate ging hingegen aufgrund des Inflationsrückgangs bei Industriegütern ohne Energie von 2,1 % im April auf 1,8 % im Mai 2018 zurück.

OeNB erwartet Inflation von 2,2 % für 2018, gefolgt von einem Rückgang auf 2,0 % und 1,9 % in den folgenden Jahren
Die OeNB erwartet in ihrer neuesten Prognose vom Juni 2018 für das Jahr 2018 eine HVPI-Inflationsrate von 2,2 % sowie einen leichten Rückgang auf 2,0 % und 1,9 % in den Jahren 2019 und 2020. Für den Rückgang in den beiden Folgejahren ist die erwartete Inflationsentwicklung von Energieprodukten und Nahrungsmitteln verantwortlich, die maßgeblich durch die Rohstoffpreisannahmen bestimmt ist. Im Gegensatz dazu wird die gute konjunkturelle Lage sowie die erwartete Beschleunigung des Lohnstückkostenwachstums steigende bzw. anhaltend hohe Teuerungsraten bei Dienstleistungen und Industriegütern ohne Energie nach sich ziehen. Dadurch wird die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) von 2,0 % im Jahr 2018 auf 2,2 % in den Jahren 2019 und 2020 steigen.

Binnenwirtschaftliche Faktoren dominieren die Inflationsentwicklung in Österreich seit 2015
In einer Schwerpunktanalyse untersucht die OeNB die relative Bedeutung heimischer und außenwirtschaftlicher Faktoren für die österreichische Inflationsentwicklung in den letzten Jahren. In den Jahren rückläufiger Inflation von 2011 bis 2014 waren heimische (z. B. die Kapazitätsauslastung, Lohnstückkosten, Inflationserwartungen) und außenwirtschaftliche Einflussgrößen (z. B. Rohstoffpreise, Wechselkurse, Importpreise) für den fallenden Trend der Inflationsentwicklung in etwa gleichbedeutend. Ab 2015 kam ein deutlich stärkerer Aufwärtsdruck auf die Verbraucherpreise von binnenwirtschaftlichen Faktoren, die somit für den in diesem Zeitraum beobachteten Inflationsanstieg hauptverantwortlich zeichnen.

„Inflation aktuell“ ist ein vierteljährlich erscheinender Bericht der Oesterreichischen Nationalbank zur Inflation in Österreich. Darin wird die Inflationsentwicklung der letzten Monate analysiert, die Inflationsprognose der OeNB vorgestellt sowie auf aktuelle Schwerpunktthemen eingegangen:
https://www.oenb.at/Publikationen/Volkswirtschaft/inflation-aktuell.h
tml

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