Neue Gentechnik-Verfahren – Neue Debatte?

Schiltern/Wien (OTS) - Am 25. Juli 2018 wird eine EuGH-Entscheidung erwartet, die die Zukunft der Gentechnik in Europa eventuell nachhaltig verändern wird.

CRISPR/Cas, Zinkfinger-Nukleasen, TALEN, oder Oligonukleotid-gerichtete Mutagenese. Seit einigen Jahren kommen neue Gentechnik-Verfahren zum Einsatz, die neue Möglichkeiten zur Veränderung des Erbguts eröffnen. Die neue Generation der Gentechnik macht es möglich, an vorbestimmten Orten in das Erbgut einzugreifen. Bestimmte natürliche Eigenschaften einer Pflanze sollen mithilfe dieser Techniken gezielt stillgelegt, verändert oder eingebaut werden.

Studien belegen Risiken

„So präzise und sicher, wie von den Saatgut-Konzernen propagiert, sind die neuen Gentechnik-Verfahren leider nicht. Sie bringen wie ihre Vorgänger technische Probleme und Unsicherheiten mit sich“, erklärte Tina Rametsteiner, Politische Referentin beim Verein ARCHE NOAH. Es liegen bereits einige Studien vor, die belegen, dass Verfahren wie zB CRISPR/Cas zu ungewollten Veränderungen in der DNA führen können und die Entstehung von neuen, resistenten Krankheitserregern oder Krebs, befördern. „Geht es nach den Saatgut-Konzernen, sollen die genmanipulierten Pflanzen so schnell wie möglich – ohne die für Gentechnik vorgeschriebenen Risikobewertungen, Sicherheitsmaß-nahmen und Kennzeichnungspflichten – in Europa angebaut und vermarktet werden. Das ist verantwortungslos“, mahnte Tina Rametsteiner.

Entscheidung des EuGH steht kurz bevor

Der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) wird am 25. Juli darüber entscheiden, ob dieses Vorgehen zulässig ist. Im Detail geht es um die Frage, ob die sogenannten Mutagenese-Verfahren in den Anwendungsbereich des EU-Gentechnik-Rechts fallen. Klar ist schon jetzt: Die Gentechnik-Debatte wird damit nicht beendet, sondern eröffnet. Der Verein ARCHE NOAH hat dazu eine klare Position: „Die neuen Gentechnik-Verfahren müssen den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen für Gentechnik unterliegen. Nur so kann die verpflichtende Risikoabschätzung für Umwelt und Gesundheit, die Wahlfreiheit der KonsumentInnen und die Erhaltung der biologischen Vielfalt weiterhin gewährleistet werden“, betonte Markus Amann, Geschäftsführer des Vereins ARCHE NOAH.

Rückfragen & Kontakt:

Verein ARCHE NOAH, Gesellschaft zur Erhaltung und Verbreitung der Kulturpflanzenvielfalt
Mag. Tina Rametsteiner, E.MA, Politische Referentin
+43 (0) 676 9318180
tina.rametsteiner@arche-noah.at
www.arche-noah.at

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