Arbeitsmarkt: Arbeitslosigkeit sinkt im Juni um 9,1 Prozent

Weiterhin steigende Beschäftigung: 90.000 Beschäftigte mehr als im Vorjahr

Wien (OTS) - Wie in den Vormonaten setzt sich der positive Trend am Arbeitsmarkt auch Ende Juni 2018 fort. Die Arbeitslosigkeit sinkt bei gleichzeitig steigender Beschäftigung. Ende Juni sind 274.667 Personen (-9,6 Prozent bzw. -29.277 Personen) beim AMS arbeitslos vorgemerkt. Inklusive der Personen, die ein AMS-Schulungsangebot wahrnehmen, beträgt die Zahl der Vorgemerkten 341.024, das bedeutet einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr um -33.949 bzw. -9,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition liegt aktuell bei 6,8 Prozent, das ist ein Rückgang von -0,8 Prozent-Punkten gegenüber dem Juni 2017. (EUROSTAT 4,6 Prozent; -0,9 Prozentpunkte; Stand Mai 2018)****

Bessere Aussichten auch für ältere Arbeitssuchende, Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte

Ende Juni stehen geschätzte 3.774.000 Personen in einem unselbständigen Beschäftigungsverhältnis, das sind um +90.000 bzw. +2,4 Prozent mehr als im Vorjahr. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 konnten bereits 356.508 arbeitssuchende Personen aus AMS Vormerkung ein Dienstverhältnis antreten, davon waren 47.066 jünger als 25 Jahre, und 73.295 Personen 50 Jahre und älter.

Auch die älteren Arbeitssuchenden (-6,2 Prozent) sowie Menschen mit Behinderungen (-6,0 Prozent) profitieren von der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt.

„Wie die Entwicklungen zeigen, steigen aktuell auch die Chancen für ältere Personen ab 50 Jahren wieder in den Arbeitsmarkt einsteigen zu können“, erklärt Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Mag. Beate Hartinger-Klein.

Die Arbeitslosigkeit der Österreicherinnen und Österreicher sinkt Ende Juni überdurchschnittlich um -11,9 Prozent, die der ausländischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger um -4,1 Prozent. In AMS Schulung befinden sich aktuell 66.357 Personen (-4.672 gegenüber Ende Juni 2017), davon entfallen rund 44 Prozent auf Ausländerinnen und Ausländer, von denen wiederum rund 49 Prozent Asylberechtigte oder Personen mit subsidiärem Schutz sind. Bei den Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten erhöhte sich die Zahl der AMS-Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmer um +4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

„Es ist wichtig, Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte entsprechend zu fördern und dass ihnen die Gelegenheit gegeben wird, notwendige Qualifikationen über Schulungen und Kurse zu erwerben“, so Bundesministerin Hartinger-Klein.

Die Nachfrage der Betriebe nach Arbeitskräften zeigt sich auch an der Zahl der gemeldeten, sofort verfügbaren offen Stellen. Ende Juni sind 79.114 Arbeitsplätze, um +18.066 bzw. +29,6 Prozent mehr als im Vorjahr, sofort verfügbar. Während für rund 44 Prozent der arbeitslosen Personen die höchste abgeschlossene Ausbildung die Pflichtschule ist, wird für die gemeldeten, sofort verfügbaren offenen Stellen Ende Juni in nur 38 Prozent der Fälle ein Ausbildungsniveau von höchstens Pflichtschule nachgefragt. Bei den arbeitslosen Ausländerinnen und Ausländern weisen rund 61 Prozent maximal einen Pflichtschulabschluss aus (bei den arbeitslosen Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten rund 67 Prozent).

Alle Bundesländer verzeichnen weiterhin sinkende Arbeitslosigkeit: Die größten Rückgänge gab es – wie im Vormonat – in Tirol (-18,2 Prozent), gefolgt von der Steiermark (-16,3 Prozent) und Oberösterreich (-13,5 Prozent).

Arbeitsmarktentwicklung nach Branchen

In den stark von der Konjunkturentwicklung beeinflussten Branchen nimmt die Arbeitslosigkeit Ende Juni überdurchschnittlich ab: In der Bauwirtschaft sind Ende Juni 2018 -15,8 Prozent weniger Personen arbeitslos vorgemerkt, in der Warenproduktion ging die Zahl der arbeitslos vorgemerkten um -13,6 Prozent zurück. Aber auch die Zahl der Vorgemerkten aus der Arbeitskräfteüberlassung entwickelte sich mit -9,4 Prozent positiv. Auch die AMS-Vorgemerktenzahlen aus der Tourismusbranche (-12,0 Prozent) und dem Handel (-11,3 Prozent) weisen Ende Juni überproportionale Rückgänge auf.

Die positive wirtschaftliche Lage in Verbindung mit der demographischen Entwicklung zeigt sich auch am Lehrstellenmarkt. So ist Ende Juni 2018 ein Lehrstellenüberhang von 26 zu verzeichnen: 4.785 Lehrstellensuchenden (ohne die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der überbetrieblichen Lehrausbildung) um +0,8 Prozent mehr als im Vorjahr stehen 4.811 dem AMS gemeldete betriebliche Lehrstellen zur Verfügung. Es zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede nach Bundesländern: Während insbesondere in Wien weniger Lehrstellen vorhanden sind als Lehrstellensuchende, besteht in Tirol, Salzburg, aber auch Oberösterreich ein deutlicher Lehrstellenüberhang.


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