Tausende Lehrlinge vom 12-Stunden-Tag betroffen

ÖGJ-Dogan: „Der 12-Stunden-Tag ist auch ein Frontalangriff auf Lehrlinge“

Wien (OTS) - „Die geplante Änderung im Arbeitszeitrecht wird in Zukunft auch über 15.000 Wiener Lehrlinge treffen“, macht Ali Dogan, Vorsitzender der Wiener Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), aufmerksam. „Für jugendliche Lehrlinge gibt es zwar ein spezielles Schutzgesetz, das gilt aber nicht für Lehrlinge ab 18 Jahren. Für diese gilt wie für alle anderen ArbeitnehmerInnen auch das Arbeitszeitgesetz.“ Sollte die Gesetzesänderung wie geplant mit 1.1.2019 in Kraft treten, werden Lehrlinge über 18 Jahre von allen Änderungen (12-Stunden-Tag bzw. 60-Stunden-Woche), die der Initiativantrag vorsieht, betroffen sein.

Jetzt schon nicht freiwillige Überstunden

„Wir wissen aus unserem Lehrlingsmonitor, dass bereits jetzt viele Lehrlinge unfreiwillig Überstunden absolvieren müssen und viele dafür nicht einmal entlohnt werden. Dass für Jugendliche und Lehrlinge unter 18 Jahren Überstunden verboten sind, ändert auch jetzt schon nichts daran, dass sie trotzdem zu Überstunden herangezogen werden. Ein NEIN wird der Chef nicht mehr als einmal akzeptieren“, warnt der Vorsitzende der Wiener Gewerkschaftsjugend.

Lehrlinge nicht als billige Arbeitskräfte ausnutzen

Für die Berechnung der Überstunden muss bei Lehrlingen über 18 nur der niedrigste im Betrieb vereinbarte Facharbeiterlohn oder das niedrigste Angestelltengehalt herangezogen werden. „Dadurch alleine besteht die Gefahr, dass Lehrlinge vermehrt zu Überstunden verpflichtet und als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden, die sich die Betriebe auch noch fördern lassen können“, ist Dogan empört. „Wenn jugendliche Lehrlinge jetzt schon verbotenerweise Überstunden machen müssen, können wir uns ausrechnen, wie es ausschaut, wenn sie freiwillig welche machen sollen!“

Facharbeitermangel

Während sich die Wirtschaft über Facharbeitermangel beschwert, aber immer weniger Lehrlinge ausbildet, versucht die Regierung, die Lehrlingsausbildung auch noch unattraktiv zu machen. „Die Gewerkschaftsjugend kämpft für die Aufwertung und mehr Qualität in der dualen Ausbildung. Die Zusprüche von ÖVP und FPÖ gegenüber Lehrlingen im Wahlkampf sind anscheinend nur leere Worte gewesen. Diese Handlungen sind nicht nur als Angriff gegenüber unseren Lehrlingen zu verstehen, sie zeigt auch die Wertschätzung und Verantwortung dieser Regierung gegenüber jungen ArbeitnehmerInnen.“, betont der Vorsitzende der Wiener Gewerkschaftsjugend.

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