Österreicher sind auf Lebensmittelkrisen überhaupt nicht vorbereitet

Die Epoche des relativen Friedens ist vorbei, ein neues Zeitalter der Unsicherheit ist angebrochen.

Wien (OTS) - (Österreichische Hagelversicherung, 27. Juni 2018): „Der Schutz der Souveränität, also die Unabhängigkeit eines Staates zu sichern, ist neben der Neutralität die wichtigste Aufgabe Österreichs. Wir verlieren aber auf der anderen Seite durch den fortschreitenden Bodenverbrauch zunehmend unsere Ernährungssouveränität. Damit sind wir à la longue nicht mehr im Stande das, was wir für das Leben brauchen, aus eigenen Ressourcen selbst zu erzeugen“, so eröffnete Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung, das sechste Nachhaltigkeitsfrühstück mit General Mag. Othmar Commenda, Chef des Generalstabes des Bundesheeres zum Thema „Nachhaltige Sicherheitspolitik – Ist Österreich in Gefahr?“

„Österreich ist von Konflikten im europäischen Umfeld, Massenmigration, Terrorismus, Cyber-Bedrohungen und Bedrohungen unserer Böden durch Verbauung zunehmend betroffen. Das Bundesheer ist als Verteidiger der Souveränität der Republik Österreich der Garant für das Überleben des Staates. Daher ist eine Investition in unsere Sicherheit heute wichtiger denn je. Nur so ist die militärische Grundbefähigung gesichert“, so der Appell von Commenda an die mehr als 100 Opinion Leader.

Commenda: „Mit immer weniger Böden sind wir unheimlich verwundbar.“

Das in Summe veränderte Bedrohungsszenario erfordert ein sicherheitspolitisches Umdenken. Dabei geht es nicht nur um eine militärische Bedrohung die Versorgungsengpässe herbeiführen könnte. So sind Terrorismus und Cyberattacken auch mögliche Auslöser einer Krise. „Wir sind in diesem Punkt unheimlich verwundbar“, betonte Commenda. Umso wichtiger sei es auch für den Einzelnen, Vorkehrungen zu treffen. Denn ohne Vorräte würde es bei einem Ausfall von Kühlgeräten oder Heizungen schnell zur Krise kommen. Auch Lebensmitteltransporte gäbe es in einem solchen Fall nicht mehr. „Wir müssen die Menschen dafür sensibilisieren, dass es diese Gefahren nicht nur im Fernsehen oder weit weg gibt“, ergänzt Commenda. Ein umfassender, strategisch organisierter Bevölkerungsschutz und die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit von Staat und Gesellschaft gegenüber den real existierenden Gefahren müssen dabei im Vordergrund stehen.

Aber auch die Folgen des Klimawandels, damit verbunden zunehmende Unwetterereignisse und der immense Bodenverbrauch führen verstärkt zu Krisen und Katastrophen außergewöhnlichen Ausmaßes. Was bedeutet das in der Praxis für Österreich? 3,1 Millionen Bürgerinnen und Bürger haben nach drei Tagen ohne Wasser und Strom keine Nahrungsmittelvorräte mehr. „Daher muss auch die Lebensmittelsouveränität im eigenen Land entsprechende Priorität haben. Und das geht nur mit ausreichend Agrarflächen. Alles andere bedeutet Abhängigkeiten“, so Commenda, der auch mit weiteren Flüchtlingswellen rechnet: „Aufgrund der Erderwärmung per se, verbunden mit dem Raubbau an Grund und Boden durch ausländische Investoren ist mit dem Verlust großer Teile des Agrarlandes in Subsahara-Afrika innerhalb der nächsten 15 bis 20 Jahre zu rechnen! Die Konsequenz: Massenmigration und Flucht nach Europa werden weiter zunehmen. Daher ist ein effektiver Grenzschutz unabdingbar!“

Weinberger: „Boden schützen – Abhängigkeiten vermeiden!“

Nachhaltigkeit hat immer dort einen Einfluss, wo ein bestehendes Gleichgewicht zerstört wurde. Das zeigt sich beispielsweise am Ressourcenverbrauch: international, kontinental, aber vor allem national. Weinberger hält fest: „Wir sind hierzulande beim Ressourcenverbrauch Boden Europameister, allerdings im negativen Sinn. Der Kampf um die immer weniger verfügbaren Ressourcen wird in Zukunft weiter zunehmen“, warnt Weinberger.

Wer über Ressourcen wie Böden verfügt, ist in einer besseren Lage als derjenige, der sich Ressourcen beschaffen muss. Das wird zwangsläufig zu machtpolitischen Verschiebungen führen. Profiteure sind jene, die über Ressourcen verfügen. „Es ist daher notwendig beim Bodenverbrauch rasch eine Trendumkehr herbeizuführen. Nur so können wir unseren zukünftigen Generationen einen einzigartigen Lebensraum weitergeben, Abhängigkeiten bei der Lebensmittelversorgung vermeiden, sowie einen Beitrag zu Frieden und Sicherheit leisten“, fassen Weinberger und Commenda zusammen.

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