Holzinger zu 12h-Arbeitstag: Lassen Sie die ArbeitnehmerInnen entscheiden!

AK-Mitglieder sollen über den 12h-Arbeitstag abstimmen dürfen und die Regierung das Ergebnis als bindend akzeptieren

Wien (OTS) - „Die Regierung zieht eine Schneise neoliberaler Verwüstung durch unser Sozialsystem. Steuergeschenke und Freischein zum Sozialbetrug für die Reichen, Kürzungen, Überwachung und nun auch 12h-Zwangsarbeitstage für den Rest“, fasst Daniela Holzinger, Sozialsprecherin der Liste Pilz, die aktuelle Situation zusammen.

Das wirklich Interessante dabei sei ihrer Ansicht nach aber nicht, wie brutal die ÖVP im Interesse der obersten fünf Prozent dieses Landes Politik gegen den Rest der Bevölkerung betreibe oder auch wie rasch Straches „Soziale Heimatpartei“ ins Lager der „Asozialen Konzernpartei“ wechselte – beides sei in den Augen der Sozialsprecherin durchaus vorhersehbar gewesen.

Die Überraschung läge ihrer Ansicht vielmehr in der handwerklich phänomenalen Arbeit der Regierungs-Propagandisten: „Nehmen wir beispielsweise den kuriosen Werbespot der WKÖ her. Wenn man sich dieses zweifelhafte Machwerk ansieht, kommt man fast zu dem Schluss, dass es beim 12h-Zwangsarbeitstag um Freizeit, Spaß und Lebensfreude ginge. Das Gegenteil aber ist der Fall. Und die Menschen werden das auch spätestens dann merken, wenn sie 12 Stunden am Tag und bis zu 60 Stunden pro Woche in der Arbeit verbringen – also eben nicht am Strand oder im Schlauchboot.“

Freizeit und Familienzeit würden damit wieder zum Privileg der Oberschicht und ihrer Interessensvertreter in ÖVP, FPÖ, IV und WKO.
Trotz allem aber räumt Holzinger ein, der Regierung womöglich auch Unrecht zu tun und eventuell vieles „zu Schwarz-Blau zu sehen“: „Vielleicht liege ich mit meiner Einschätzung aber auch falsch und womöglich führen längere Arbeitszeiten und Einschnitte im Sozialsystem zu mehr Freizeit und Lebensfreude unter der ArbeitnehmerInnenschaft und ihren Familien. Ja, womöglich kommt es auch zu weniger Streitigkeiten innerhalb der Familien – was eine logische Konsequenz daraus sein könnte, wenn man einander kaum noch sieht. Vielleicht also stimmt einfach alles was uns der Schwarz-Blaue-Wirtschaftsblock hier versucht weiszumachen und ich fordere deshalb die Regierung zur Nagelprobe auf: Befristen Sie das Gesetz auf ein Jahr und machen Sie sein Weiterbestehen vom Ergebnis einer Befragung aller unselbstständigen Erwerbstätigen, also aller Mitglieder der Arbeiterkammer abhängig. Schwarz-Blau steht für Mitbestimmung und direkte Demokratie? Schwarz-Blau will den 12h-Arbeitstag nur einführen um den Wünschen der ArbeitnehmerInnen entgegen zu kommen? Wirklich? Reden Sie nicht, beweisen Sie es“, fordert Holzinger.

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