Neues Volksblatt: "Nur kein Neid" (von Harald ENGELSBERGER)

Ausgabe vom 20. Juni 2018

Linz (OTS) - Noch ehe so manche Lästermäuler über die angekündigte Erhöhung der Bezüge für die oö. Bürgermeister ihre Schimpfkanonen aufmunitionieren, sei an dieser Stelle eine Lanze für ebendiese Ortschefs gebrochen. Denn Bürgermeister kann man nicht halbherzig sein, darum ist es gut, dass die Unterscheidung zwischen haupt- und nebenberuflich aufgehoben werden soll — Oberösterreich ist übrigens das einzige Bundesland, wo es diese Unterscheidung gibt. Für jedes Bürgermeisteramt gilt nämlich, dass die Verantwortung enorm groß ist, weil die Letztverantwortung immer beim Ortschef selbst liegt, nicht bei seinen Beamten – siehe Verfehlungen in der jüngsten Vergangenheit. Wenn der Bürgermeister vorgelegte Bescheide und Papiere in der Unterschriftenmappe unterzeichnet, steht er schon mit einem Fuß im Kriminal, er muss also selbst Experte in allen Bereichen sein.
Das gehört eigentlich wie bei jedem Manager mit einem entsprechenden Gehalt honoriert. Zudem kann kein Bürgermeister seine Arbeit in 40 oder weniger Stunden erledigen, es ist viel mehr ein Rund-um-die-Uhr-Job. Jede noch so kleine Veranstaltung in der Gemeinde muss besucht werden – um zu erfahren, was die Leute ärgert oder was sie sich in der Gemeinde wünschen. Ein guter Bürgermeister ist informiert und kann auf Sorgen und Wünsche reagieren – und jede Wahl kann auch das Ende der Karriere bedeuten, ohne Kündigungsfrist.

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